Reise

Te Araroa Trail: Von Queenstown nach Auckland - Teil 1

14.05.2013

Te Araroa Trail: Von Queenstown nach Auckland – Teil 1

Venice Beach

Venice Beach

Am 1. März 2013 ging es endlich los – das große Abenteuer Te Araroa Trail. Bevor wir, André (23) und Nadine (23) aus Brandenburg,  in Neuseeland loslegten nutzen wir noch die Gelegenheit für einen Stopover. Eine Woche lang wollten wir Los Angelas erkunden. Leider wurden unsere Erwartungen nicht erfüllt. Alles drehte sich um Hollywood und außerhalb dieses Themenbereiches gab es wenig Sehenswertes. Die Entfernungen in und um die Stadt sind so groß, dass sich das Mieten eines Autos gelohnt hätte. Wir aber wollten das „wahre“ LA sehen und haben uns deshalb auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlassen. Abschließend können wir sagen, dass wir LA als Reiseziel nicht weiterempfehlen würden. Jedoch sind die Freundlichkeit der Menschen (insbesondere der Busfahrer), die Schönheit und die Künstler des Venice Beach hervorzuheben.

Nach dem USA-Besuch ging es weiter nach Queenstown, wo unser eigentliches Ziel auf uns wartete: der Te Araroa Trail. Der Weitwanderweg verläuft von Nord nach Süd (oder umgekehrt) über die beiden Hauptinseln Neuseelands von Cape Reinga bis Bluff. Wir haben uns vorgenommen in 21 Wochen von unserem Ausgangspunkt in Queenstown auf der Südinsel gen Norden bis nach Auckland zu wandern.

Start in Queenstown

Wenn das Geld etwas lockerer in der Tasche sitzt, kann man in und um Queenstown viele Dinge wie Bungee Jumping, Jetboat fahren und Skydiving ausprobieren. Uns waren diese Aktivitäten zu teuer und wir haben unsere Zeit damit verbracht, die letzten Besorgungen für die ersten Tage in der Wildnis zu machen. Nach drei Tagen starteten wir die Tekkingtour in Richtung Wanaka. Unsere zweite Nacht im Zelt verbrachten wir am Lake Hayes, der ganz im Gegensatz zu Queenstown die ruhige Seite Neuseelands darstellt. Der Trail führte uns weiter durch das Städtchen Arrowtown, dessen Goldgräbercharme uns sofort begeisterte. Für „Herr der Ringe“-Fans ist der Arrow River interessant, da er im ersten Teil der Reihe als einer der Drehorte fungierte. Der weitere Weg bis Wanaka führte uns über die Berge bis auf 1.000 Meter Höhe. Uns wurde an dieser Stelle klar: Wer nicht schwindelfrei ist, dem wird der Te Araroa Trail nicht leicht fallen. Teilweise sind die Steige in dieser Etappe sehr schmal und der Regen am Tag davor machte sie zusätzlich rutschig. Nadine war nervlich am Ende und beruhigte sich erst am Lagerfeuer wieder.

Weg zur Roses Hut

Weg zur Roses Hut

Nach Macetown, einer Goldsucherruine, folgten wir weiter dem Arrow River. Etlichen Rivercrossings bescherten uns nasse Füße und schließlich verpassten wir eine Abzweigung, um über einen Berg zur Roses Hut zu kommen. Stattdessen folgten wir weiterhin dem Fluss bis zu der Erkenntnis uns verlaufen zu haben. Da unsere Schuhe komplett durchnässten Schuhe über Nacht einfroren, mussten wir mit Eisschuhen den Rückweg zum Trail antreten. Durch Zufall entdeckten wir das am Vortag übersehene Schild und erreichten noch am Abend die Roses Hut.

Rajiv, ein Trekker, der den Weg von Norden nach Süden läuft, gab uns Anfängern gute Tipps zur Ernährung beim Wandern. Durch ihn erkannten wir auch, wie viel überflüssiges Gepäck wir dabei hatten. Der Te Araroa Trail führt nach der Roses Hut normalerweise wieder in die Berge. Unser Vorrat an Essen hätte dafür aber nicht mehr gereicht und so entschieden wir uns einer Privatstraße zu folgen, die uns noch am selben Tag nach Wanaka führte. Wanaka ist eine für neuseeländische Verhältnisse größere, schöne Stadt, die direkt an einem von Bergen umgebenen See liegt. Insgesamt hatten wir das Gefühl, dass das ganze Land vom Tourismus lebt, wobei Wanaka das sanftere Gegenstück zu Queenstown darstellt.

Pakituhi Hut - Stodys Hut

Pakituhi Hut – Stodys Hut

Lake Hawea

Lake Hawea

Als nächstes Etappenziel nahmen wir nun Twizel  in den Fokus. Nach dem Überqueren einer Hängebrücke verlief der Te Araroa Trail durch einen ansehnlichen Park und folgte schließlich dem Fluss bis zum Lake Hawea. Das Zusammenspiel von Sonnenlicht, dem Wasser und dem Gebirge machten diesen Ort zu einem ganz Besonderen. Die menschenarme Umgebung lud zu einem Entspannungstag ein. Gerne nahmen wir sie an. Der Karottenkuchen im Café von Hawea ist ein absoluter Geheimtipp!

Am nächsten Tag stand uns ein Aufstieg von 970 Höhenmetern bevor, um die Pakituhi Hut zu erreichen. Der Weg war aufgrund sehr steiler Abschnitte nicht einfach zu laufen. Teilweise musste auch geklettert werden. Eine Nacht in dieser modernen Hütte und eine tolle Aussicht entschädigten uns für die Anstrengungen.

Stodys Hut

Stodys Hut

Ein leichter Weg, der aber von starkem Wind erschwert wurde, führte uns tags darauf zur Stodys Hut. Wer hier schläft, teilt sich die Hütte nicht nur mit anderen Wanderern, sondern auch mit Mäusen und Ratten. Drei Mal wurde das Gesicht eines Hüttenmitbewohners während der Nacht zu einer “Mäuserennbahn”. Der Abstieg zum Fluss, der uns zur Top Timaru Hut führen sollte, war sehr steil, so dass Stürze nicht ausblieben. Kleinere Wasserfälle und romantische Waldwege standen vielen Kraft zehrenden Auf und Ab’s gegenüber. Nach einer Nacht im Wald gelangten wir zur ersehnten Hütte, die jedoch schon von sechs Jägern besetzt war. So mussten wir wieder unser Zelt aufschlagen…

Im nächsten Monatsbericht erfahrt ihr, ob wir Twizel erreicht haben und welche Überraschung uns in einem Auto erwartete.

Infos Te Araroa Trail

Der Te Araroa Trail  verläuft regulär vom Cape Reinga (Nordspitze Neuseelands) nach Bluff (Südspitze Neuseelands). Karten und GPS-Daten werden auf www.teararoa.org.nz bereitgestellt. Es empfiehlt sich, den Weg nicht ohne neues, gedrucktes Kartenmaterial zu laufen, da der Weg darauf bereits verzeichnet ist und die Karten aktueller sind als die GPS-Daten.

Neuer Kommentar

Deine Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!

*


*