Testberichte

Black Diamond Havoc - Skitourenski

25.10.2012

Black Diamond Havoc – Skitourenski

Von seinen Machern wird er als “perfekter Allrounder” angepriesen, der sowohl neben der Piste als auch im Aufstieg beste Performance verspricht. Gut, soweit wird man das fas von jedem Tourenski lesen können. Fragt sich nur, ob der Black Diamond Havoc hält, was er verspricht. Ich habe mir den Ski zu Beginn des Winters zugelegt und konnte ihn nun bei einigen Touren testen. Mehr dazu könnt ihr in folgendem Testbericht lesen.

Allgemeines

Black Diamond Havoc in der Übersicht

Black Diamond Havoc in der Übersicht

Der Havoc von Black Diamond kommt in frischem, stylischem Design daher und zeigt hier bereits, dass er ein moderner Tourenski sein möchte. Das ist er durchaus – wenn er auch noch nicht mit der Rocker-Technologie ausgestattet ist. Trotz allem zeigt Black Diamond mit dem Havoc, dass man mittlerweile über einige Jahre an Erfahrung mit Tourenski verfügt. Bei einer Länge von 175 Zentimetern hat der Havoc eine Mittelbreite von 88 Millimeter, an der Skispitze kommt er auf 121 Milllimeter und an den Skienden auf 113 Millimeter. Der Radius wird bei dieser Konstellation mit 21 Meter angegeben. Schon an den Werten zeigt sich, wo sich der Black Diamond Tourenski wohl fühlt: im Tiefschnee! Durch seine durchweg schöne Breite kommt er im weichen Schnee einfach super gut zum Tragen und schwimmt hervorragend auf. Im Inneren des Havoc findet sich ein Kern aus Pappel-Holz und es wurde sowohl ein Dämpfungs- als auch ein Torisons-System verbaut, um den Ski Elastizität und Stabilität zu verleihen. Der Ski ist insgesamt sehr gut verarbeitet und leistet sich dort keine Schwächen. Die Kanten sind (wie man es von neuen Ski erwartet) sehr bissig und hinterlassen ordentliche Spuren an den Tourenstiefeln. Von der Vorspannung her würde ich den Black Diamond Havoc eher als weicheren Ski bezeichnen. Für den Aufstieg ist das natürlich sehr angenehm, weil er sich der Spur perfekt anpasst und man so guten Halt hat. Für die Abfahrt ist es etwas gewöhnungsbedürftig, aber dazu unten mehr.

Praxistest

Black Diamond Havoc - Kontur

Black Diamond Havoc – Kontur

Ausgestattet mit einer ebenfalls neuen Dynafit Tourenbindung und neuen Tourenschuhen bin ich in die Skitourensaison gestartet. Anfangs war ich etwas skeptisch, ob sich das neue Material denn auch bewährt. Doch die Bedenken haben sich relativ schnell zerstreut und ich war vor allem mit dem Ski sehr zufrieden – auch wenn der allererste Test auf der Piste zunächst gegenteiliges erwarten ließ: Von der Piste bin ich eher schmälere, sportliche Carver gewohnt. Eine Mittelbreite von 88 Millimetern fährt sich angesichts dieser “Vorkenntnisse” ziemlich ungewöhnlich. Aber, schon auf der ersten Skitour wurde jede Skepsis weggeblasen. Im Tiefschnee schwamm der Black Diamond Havoc sehr gut auf, ließ sich in flachem wie auch steilem Gelände super steuern und zeigte auch im Aufstieg, dass er sich vor aufstiegsorientieren Tourenski keineswegs verstecken muss. Dadurch, dass er sehr leicht ist, kostet er nicht unnötig Kraft und lässt sich auch in Spitzkehren oder im steilen Aufstieg gut kontrollieren. Auch bei den nächsten Touren zeigte er sich von seiner besten Seite, egal ob tiefer Powder, weicher Sulz oder Bruchharsch – der Ski steckt alle Probleme weg und präsentiert sich sowohl im Aufstieg als auch in der Abfahrt als verlässlicher Partner.

Black Diamond Havoc - Vorspannung

Black Diamond Havoc – Vorspannung

Einziger kleiner Wermutstropfen: auf richtig harten, eisigen Pisten komme ich bisher mit dem Ski noch nicht richtig zurecht. Ich bin wie gesagt auf der Piste eher härtere, sportliche Carver gewohnt und muss mich diesbezüglich einfach noch an den deutlich weicheren Black Diamond Havoc gewöhnen. Für den Tiefschnee  - oder aber auch zerfahrenes Gelände –  ist die eher geringe Vorspannung allerdings von großem Vorteil: Der Tourenski lässt sich sehr gut steuern, gibt gutes Feedback passt sich dem Untergrund an. Aber, um fair zu sein: für die Piste ist der Havoc auch nicht gemacht und wurde von mir quasi “Zweckentfremdet” – daher ist dies eigentlich auch kein richtiger Minuspunkt. Zumal er dies durch seine super Performance im Gelände wieder wettmacht.

Fazit

Black Diamond Havoc - Design

Black Diamond Havoc – Design

Wer einen etwas breiteren und dennoch leichten Tourenski sucht, um damit im Aufstieg und in der Abfahrt durch tiefen Pulverschnee (und auch alle anderen Bedingungen) einen verlässlichen Partner zu finden – der ist mit dem Black Diamond Havoc bestens bedient. Der Ski ist zwar noch nicht mit der Rocker-Technologie der aktuellen Modelle ausgestattet, ist aber dennoch technisch auf einem soliden Stand. Zusätzlich überzeugt der Ski durch seinen Preis: ich habe ihn im Set gekauft und nur rund 200 Euro bezahlt. Daher war er für mich ein absolutes Preis-Leistungs-Schnäppchen und ich würde mich jederzeit wieder für den Ski entscheiden!

technische Fakten im Überblick

- “perfekter Allrounder”
- Überzeugend bei den meisten Schneearten und jedem Gelände
- top im Pulver, leichte Punktabzüge auf der Piste
- bei 175cm Länge folgende Taillierung: 121 // 88 // 113
- Gewicht bei 175cm: 3900g

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