Testberichte

The North Face Base Camp Duffel im Test

21.02.2013

The North Face Base Camp Duffel im Test

Reisetaschen braucht eigentlich jeder einmal. Bei Liebhabern von Outdoor-Aktivitäten kommen zur “normalen” Tasche aber noch besondere Anforderungen hinzu. Die Base Camp Duffel von The North Face ist für den Outdoor-Einsatz konzipiert und scheint daher meine gehobenen Erwartungen erfüllen zu können.

Packen vor dem Packen

Geräumiger Innenraum und leichter Zugriff durch großflächigen Deckel

Geräumiger Innenraum und leichter Zugriff durch großflächigen Deckel

In einer schwarzen Transporttasche unscheinbar komprimiert, erweist sich die Base Camp Duffel in Größe L ausgepackt als 90 Liter-Monster. Und kommt mit einigen prima Ideen, die das Leben und das Tragen einfacher machen. Da der Innenraum keine Unterteilungen bietet, gilt es vor dem Packen erstmal zu packen: Alles Nötige für den Wochenendtrip mit Fünf-Stunden-Lauf durch das verschneite Belgien wird hübsch sortiert in Taschen und Tüten zurechtgelegt und erst dann in die wasserdichte Hülle der Duffel verstaut. Theoretisch könnte das Wasser den Weg in die Tasche Finden, denn die Reißverschlüsse sind im Gegensatz zu der Tasche an sich nicht dicht. Aber fein versteckt unter dem D-förmigen Deckel, der die Verschlüsse um fast vier Zentimeter überlappt, ist das im Normalfall kein Problem. Da die Tasche selbst keine Polsterung bietet, gehören empfindlichere Dinge wie etwa GPS-Geräte oder Laptops unbedingt gegen Stöße gesichert.

Für Bücher, Snacks und andere Kleinigkeiten, mit denen man nicht seine Jackentaschen beschweren möchte, findet sich unter dem Deckel eine verschließbare Netztasche. Damit bleiben solche Gegenstände schnell zugänglich. Sollte die Tasche übrigens am Flughafen nicht mit in die Kabine gehen, empfiehlt es sich, den Reißverschluss des Deckels mit einem Schloss zu sichern. Die beiden Schieber sind dazu mit Ösen versehen.

Erträglich tragen

Voll bis obenhin ...

Voll bis obenhin …

Das Eigengewicht geht mit 1820 Gramm bei Größe L völlig in Ordnung und trägt nicht übermäßig zum Gesamtgewicht bei. Trotzdem: 90 Liter randvoll gepackt sind durchaus imposant und die 20 Minuten zum Bahnhof hätten beinahe ein Taxi erforderlich gemacht. Da zum Tragen nicht nur die üblichen Schlaufen, sondern auch einstellbare Trageriemen angebracht sind, schwinge ich das Ding kurzerhand auf den Rücken. Auch wenn das aus dem Duffel keinen Rucksack macht, ist das für eine kurze Strecke definitiv machbar. Die breiten Gurte schneiden nicht ein und die Hände sind frei. Beim Packen sollte man darauf achten, wo empfindliche bzw. schwerere Teile liegen, wenn die Tasche in die Senkrechte geht. Auch sollte man die Ladung mit den vier dazu vorgesehenen Gurten weitgehend komprimieren, damit die Tasche auf dem Rücken nicht zusammensackt.

Einmal im Zug nutze ich dann auch die dritte Trageoption: Mit den Schlaufen an den Stirnseiten wuchtet sich die Tasche entschieden besser in das Gepäckfach. Diese Schlaufen sind Teil eines Nylonbandes, das komplett um die ganze Tasche läuft. An den Längsseiten ist es als “Daisy Chain” ausgebildet. Somit könnte man weitere Gegenstände außen befestigen oder das gute Stück auf einem Autodach sichern.

Material und Verarbeitung

Starke Nähte, Kompressionsgurte, Daisy Chain, verdeckter und abschließbarer Reißverschluss

Starke Nähte, Kompressionsgurte, Daisy Chain, verdeckter und abschließbarer Reißverschluss.

Schon vor dem Kauf las sich die Beschreibung des Artikels gut, was sich dann letzten Endes auch bei näherem Hinsehen bestätigte. Das verarbeitete Material – das The North Face ”ballistic nylon” nennt – fühlt sich vertrauenerweckend robust an. Der Boden ist mit einer zusätzlichen schwarzen Nylonschicht verstärkt, die selbst das Schleifen über diverse Untergründe aushalten müsste. Die Nähte sind durchweg sauber gezogen und insgesamt macht die Verarbeitung einen sehr guten Eindruck.
Wenn man die helleren Farbvarianten wählt, werden sich Gebrauchsspuren natürlich schneller bemerkbar machen. Trotzdem halte ich gerade das Gelb für die bessere Wahl, da ich es zum Beispiel auf einem Gepäckband schon aus der Ferne erkennen kann.

Schlussendlich: das Fazit

Mir sagt das geradezu minimalistische Design der Base Camp Duffel sehr zu. Ich möchte meine Ausrüstung witterungssicher und komfortabel transportieren, mehr nicht. Das Material und die drei Trageoptionen erfüllen diesen Anspruch mehr als ausreichend. Besonders die Möglichkeit, die Tasche auf dem Rücken zu tragen überzeugt. Kritisieren mag man vielleicht das Fehlen von weiteren Unterteilungen im Innenraum kritisieren – ich nenne das Flexibilität. Praktische Details wie die abschließbaren Reißverschlüsse und das Adresskartenfach auf der Oberseite mögen erst einmal klein erscheinen. Oft sind es aber solche Kleinigkeiten, die ein durchdachtes und überzeugendes Endprodukt ausmachen. Aufgrund der erwähnt guten Verarbeitung und den gewählten Materialien bleibt anzunehmen, dass man an der Base Camp Duffel lange seine Freude haben wird. Und bei neun Farben und fünf Größen zwischen XS (25 Liter) und XL (120 Liter) findet man sicher die Reisetasche, die man gerade braucht.

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