Reise

Sportklettern in Westkanada: Straight outta Squampton

08.02.2013

Sportklettern in Westkanada: Straight outta Squampton

Schon die Anreise nach Squamish ist ein Erlebnis, egal ob man von Vancouver im Süden oder von Whistler im Norden anreist: Der Sea to Sky Highway, den man aus beiden Richtungen nehmen muss, um in die selbsternannte Outdoor-Sport-Hauptstadt Kanadas zu gelangen, macht seinem Namen alle Ehre. Von Vancouver kommend eröffnet sich zur Linken der gewundenen Küstenstraße die inselgespickte Fjordlandschaft des Howe Sound. Zur Rechten erheben sich die grünen Hügel des nördlichsten Regenwaldes der Welt. In der Ferne weisen bei guter Sicht die schneebedeckten Gipfel der Coast Mountains den Weg.

Nach etwa 60 Kilometern kommt langsam das Wahrzeichen der Stadt Squamish in Sicht: Der Stawamus Chief. Der 417 Meter hohe Granitriegel ist weltweit als eines der besten Trad-Klettergebiete bekannt. Auch die Boulderwoods am Fuße des Chief sind zumindest in Nordamerika ein Begriff. Doch wie sieht es eigentlich mit dem Sportklettern in Squamish aus? Obwohl Squamish nicht die bekannteste Sportkletterdestination Nordamerikas ist, lohnt sich die Reise in eine der schönsten Landschaften Westkanadas auf jeden Fall.

When, where, and what to climb?

Theoretisch kann man in Squamish das ganze Jahr über klettern, da die Temperaturen nur selten unter den Gefrierpunkt fallen. Allerdings regnet es in der kalten Jahreszeit viel. Die beste Zeit ist von Frühling bis Herbst, wobei die Temperaturen im Sommer oft höher sein können als man es von Kanada erwarten würde. Es findet sich aber fast immer ein Gebiet, das für die jeweiligen Bedingungen geeignet ist. Geklettert wird durchwegs an Granit. Zustiege sind meist so kurz, dass sie kaum einer Erwähnung bedürfen. Im Folgenden werden die schönsten Gebiete von Süd nach Nord aufgelistet. Alle Sportklettergebiete liegen mehr oder weniger direkt am Highway 99.

 


Unweit von Squamish findet sich das Sportklettergebiet Murrin Park.

Unweit von Squamish findet sich das Sportklettergebiet Murrin Park.

Murrin Park (6 Kilometer südlich von Squamish)

Direkt am Murrin Lake befindet sich eines der ältesten Sportklettergebiete der Gegend: Die Petrifying Wall. Hier gilt es gute Technik und Ausdauer zu beweisen. An oftmals kleinen Leisten geht es die 25 Meter der vertikalen bis leicht überhängenden Wand hinauf. Die Routen bewegen sich in den Graden 5.10b – 5.13c, wobei Routen zwischen 5.11a und 5.12b überwiegen. Auf dem Weg zur Petrifying Wall kommt man an der Zoe Wall vorbei, die ein paar exzellente Aufwärmrouten bietet.

Unbedingt klettern: Jeff And The Giant Reach 5.11c, Zoe Wall; Pleasent Pheasent 5.11a, Petrifying Wall.

 

 

 

 

 


Eingang zur Area 44 etwa 20 Kilometer nördlich von Squamish.

Eingang zur Area 44 etwa 20 Kilometer nördlich von Squamish.

Area 44 (ca. 20km nördlich von Squamish)

Dieses Gebiet erhielt seinen Namen in Anlehnung an die berühmt-berüchtigte Area 51. Zwei Kletterer haben die Area über mehrere Jahre mit viel Liebe zum Detail ausgebaut und es lange Zeit geheim gehalten. An ihrem 44. Geburtstag übergaben sie es dann der Klettergemeinde. Dieses Gebiet ist gut geeignet für Kletterer, die nicht ganz so schwer klettern wollen. Es gibt viele Routen in den unteren Schwierigkeitsgraden. Area 44 bietet den besten Ausblick auf die Coast Mountains.

Unbedingt klettern: Rocky Horror 5.10a, The Climb Warp 5.11c.

 

Ausblick auf die Coast Mountains

Ausblick auf die Coast Mountains.

 

 

 

 


Starr Chek 5.9 im Cheakamus Canyon.

Starr Chek 5.9 im Cheakamus Canyon.

Cheakamus Canyon (ca. 25km nördlich von Squamish)

Das wohl größte Sportklettergebiet in Squamish. Im Cheakamus Canyon gibt es alles, oder fast alles. Einige leichtere geneigte Wände, ein paar Mehrseillängen und vor allem mittelschwere bis schwere Routen. Viele Routen sind mit soliden, fest installierten Expressen ausgestattet. Man kann sich also auch mal in eine Route wagen, die etwas über dem eigenen Limit liegt, ohne Gefahr zu laufen Material an der Wand zu lassen oder ein abenteuerliches Abbaumanöver durchzuführen. Ganz hart gesottene können sich an einigen der schwersten Routen Kanadas versuchen.

Unbedingt Klettern: The Incredible Journey 5.12, RugMunchers 5.11d, Star Chek 5.9, 4SL.

 

 

 


Rogues Gallery (ca. 30km nördlich von Squamish)

Klein aber fein. Roquies Gallery ist ein relativ kleines Gebiet mit vier Hauptwänden. Hier finden sich hauptsächlich leicht überhängende Wandklettereien und einige gebohrte Risse.

Unbedingt Klettern: Yellow Beard 5.12a; Chromatic Suspension 5.11d.


Where to stay….

Die erste Adresse ist natürlich der Campingplatz am Fuße des Chief. Relativ nah am Highway gelegen bietet er dennoch wunderbare Waldzeltplätze, einen Holzunterstand mit Sitzmöglichkeiten und Bearlockers (bärensichere Essensaufbewahrung), die in Kanada unverzichtbar sind. Auf zivilisatorischen Komfort muss weitgehend verzichtet werden, es gibt Plumpsklos und zwei Wasserhähne. Dafür wird der Platz fast ausschließlich von Kletterern aus aller Welt besiedelt. Hier findet sich immer ein nettes Gespräch, ein guter Tip für die Wahl der nächsten Projekte oder ein Kletterpartner, falls man allein unterwegs sein sollte. Für acht Dollar pro Nacht, kann man hier sein Zelt aufstellen. In den Sommermonaten wird es manchmal sehr voll.
Wer die Massen am Chief scheut, kann auch in der Nähe der Smoke Bluffs zelten oder im Motel absteigen. Diese beiden Möglichkeiten sind allerdings deutlich teurer. Wer über ein Wohnmobil oder Ähnliches verfügt, kann sich nachts auch gerne auf den Wal-Mart Parkplatz stellen. Übernachtungen auf ihren Parkplätzen werden vom Wal-Mart Konzern grundsätzlich geduldet.
Die für den Sportkletterer schönste Möglichkeit bietet sich im Cheakamus Canyon. Direkt am Parkplatz finden sich einige Zeltplätze im Wald. Es gibt zwei Plumpsklos, Bänke, Tische und einige Feuerstellen. Unter der Woche bleibt es hier angenehm ruhig und der Zustieg fällt komplett weg, man kann quasi direkt aus dem Schlafsack in die erste Route einsteigen. Allerdings sollte man nicht mit großen Gruppen hier campieren. Bitte den Platz sauber halten und ausreichend Trinkwasser mitbringen.

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