Testberichte

Sicherungsgeräte im Test | Mammut, Climbing Technology, Petzl

28.11.2012

Sicherungsgeräte im Test | Mammut, Climbing Technology, Petzl

Verschiedene Sicherungsgeräte im Test

Welches Sicherungsgerät bietet mir der Markt? Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Modelle? Tuber bzw. ATC sind uns bekannt, die Handhabung läuft wie automatisch ab. Diese Sicherungsgeräte sind leicht, klein und funktionieren prima, sowohl beim Seilausgeben als auch beim Seileinholen und Ablassen. Statistisch gesehen passieren damit leider die meisten Unfälle, Bergführerin Martina führt das allerdings auch auf deren häufige Nutzung zurück. Trotzdem: Wer mit Tuber oder ATC sichert, dem ist klar, dass dauernde Aufmerksamkeit ganz besonders wichtig ist, dass das Seil richtig herum in die Sicherungsgeräte eingelegt und die Bremshand immer unten gehalten werden muss. Wir testen im Sportklettereinsatz in der Halle das GriGri2 von Petzl, das Mammut Smart, das ClickUp von Climbing Technology sowie die ATC Sichergungsgeräte von Black Diamond.

ATC von Black Diamond

Sicherungsgeräte Test -  ATC XP von Black Diamond

Das ATC XP von Black Diamond

Das Black Diamond ATC hat zur Bremskraftverstärkung zwei V-förmige, gezahnte Seilführungen und kann sowohl mit dem Einfachseil als auch im Doppelstrang mit Halbseilen oder Zwillingsseilen genutzt werden. Es ist sehr leicht und nach ein bisschen Eingewöhnung einfach und sicher in der Handhabung. Das Black Diamond ATC Guide, welches den alpinen Einsatzbereich abdeckt, eignet sich zudem zum Nachsichern und Ablassen von bis zu 2 Personen. Bei beiden Sicherungsgeräten im Test kann man mühelos Seil Ausgeben und Einziehen. Das Black Diamond ATC und das Black Diamond ATC Guide liegt sehr gut in der Hand und überzeugt vor allem aufgrund seines geringen Gewichts.

 

ClickUp von Climbing Technology

Sicherungsgeräte Test - ClickUp von Climbing Technology

Halbautomat ClickUp von Climbing Technology (auch in der alpinen Variante erhältlich)

Das ClickUp von Climbing Technology ist ein kompaktes kleines ­Paket in Dunkelblau-Orange mit einer tigerentenförmigen Aussparung in der Mitte. Das gesamte Sicherungsgerät, ein so genannter Halbautomat, sieht ein bisschen aus wie ein Schaukelpferd. Wie man das Seil einlegen muss, ist auf dem ClickUp mit den Symbolen „Kletterer“ und „Bremshand“ markiert. Beim Seilausgeben und –einholen fühlt es sich sehr ähnlich wie ein Tuber an. Bei einem Sturz rutscht das Seil samt Karabiner aber in die „Nase“ der Tigerente – mit einem lauten Klick! Der Effekt: Das Sicherungsgerät im Test blockiert das Seil, der Sturz ist gebremst. Die Bremshand wird ebenso unten gehalten. Die Blockade löst man, in dem man das Gerät mit der Nicht-Bremshand vorsichtig nach vorne kippt. Auf die selbe, gut zu dosierende Art erfolgt das Ablassen. Mit ein bisschen Übung fühlt sich das ClickUp im Praxis-Test richtig gut an, insbesondere wenn der Kletternde eine schwierige neue Route probiert und häufig stürzt oder Pausen macht. Die Haltekraft, die der Sichernde aufwenden muss, nachdem das Sicherungsgerät ClickUp blockiert hat, ist um ein Vielfaches geringer als beim Tuber. Wer ein Click-Up neu kauft, dem empfiehlt Bergführerin Martina das Set mit dem Concept HMS sg spring bar Karabiner. Für die Alpinisten unter uns hat Climbing Technology das Alpine Up entwickelt.

Smart von Mammut

Sicherungsgeräte Test - Smart von Mammut

Das Smart von Mammut gibt es auch in der alpinen Variante.

Als nächstes im Test kommt das Smart, eines der Sicherungsgeräte von Mammut an die Reihe, auch ein Halbautomat: Das Sicherungsgerät mit dem „Elefantenrüssel“ hat ebenfalls Zeichnungen als Seil-Einlegehilfe, das Seil rutscht bei einem Sturz nach oben und das Smart blockiert das Seil, wenn die Bremshand unten ist. Gelöst wird die Blockade mit vorsichtigem Anheben des Rüssels. Das klappt prima, zumal man mit dem Daumen unter der Rüsselspitze ein recht gutes Gefühl der Kontrolle hat, sowohl beim Seilausgeben als auch beim Ablassen. Das Ablassen ist mit diesem Sicherungsgerät ein wenig „ruckelig“ und gewöhnungsbedürftig. Wenn man es allerdings einmal gewohnt ist, will man das angenehm leichte Gerät, das es jetzt auch in der „Alpine-Variante“ gibt, nicht mehr hergeben. Wie bei jedem neuen Sicherungsgerät gilt: üben, üben, üben und sich bewusst mit der Funktion beschäftigen.

GriGri2 von Petzl

Sicherungsgeräte Test - GriGri2 von Petzl

Das GriGri2 von Petzl ist kompakter und leichter als das GriGri und auch für dünnere Seile geeignet.

Das gilt ganz besonders für Kletterer, die von Tuber auf die Petzl Sicherungsgeräte im Test (GriGri beziehungsweise das neue GriGri2) umsteigen möchten. Die Handhabung unterscheidet sich nämlich schon deutlicher vom Tuber als ClickUp und Smart Sicherungsgeräte. Das Innenleben des GriGri2, das ebenfalls skizziert, wie man das Seil in das Sicherungsgerät einlegen muss, arbeitet mit einem federgespannten Hebel, das bei einem Sturz das Seil abklemmt und blockiert – trotzdem ist die Bremshand unten am Seil zu halten. Gelöst wird die Blockade mit Hilfe eines kleinen Hebels, mit dem man den Kletterer auch ablässt. Gefahr droht nur, wenn man reflexhaft eines dieser Sicherungsgeräte greift und aus Versehen den Hebel löst – deshalb: unbedingt so lange üben, bis die Handhabung automatisiert ist. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist das GriGri2 kompakter, leichter und auch für dünnere Seile geeignet.

Sichern mit HMS und dynamisch sichern

Was, wenn einem am Fels das Sicherungsgerät aus der Hand fällt? Was, wenn man es zu Hause vergessen hat? Sicher sichern geht auch ohne Gerät, sagt Martina, und erklärt uns die Sicherungstechnik mit HMS, mit dem Halbmastwurf-Knoten. „Zwei Schlaufen machen, einmal liegt das Seil vorn und einmal hinten, und dann wie ein Buch zusammenklappen und in den HMS-Karabiner einlegen“, erklärt Martina. Richtig gemacht ist der Halbmastwurf-Knoten, wenn er beim Ziehen am Bremsseil umspringt. Okay, dann los! Martina steht neben mir, kontrolliert den Knoten und beobachtet mich genau, während ich sichere. „Super!“, lobt sie mich. „Und gar nicht so schwer, oder?“ Stimmt, eigentlich fühlt sich die HMS-Sicherung sogar ganz gut an, obwohl mir die bremskraftverstärkende Wirkung von Tuber, Smart und Co. schon noch ein bisschen besser gefallen

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