Outdoor

Mountainbiken am Achensee | Zwei Touren

06.12.2012

Mountainbiken am Achensee | Zwei Touren

Türkisgrün taucht er auf der linken Seite plötzlich auf, der Achensee. Wenn man hinter dem Tegernsee und Wildbad Kreuth über den Achenpass fährt, leuchtet der Tiroler See zwischen Rofan- und Karwendelgebirge fast so schön wie das Meer in der Karibik. Von München aus ist man in knapp zwei Stunden da, eine Vignette braucht man nicht, um das Ski-, Wander- und nicht zuletzt Mountainbike-Paradies zu erreichen. Ein kleines Wunder ist daher, dass der Achensee und seine Berge für Mountainbike Fans trotzdem noch ein Geheimtipp sind.

Mit dem Mountainbike am Achensee

Endlich rauf aufs Mountainbike! Das schwarz-blaue Fully Mountainbike gefällt mir, so eines hätte ich zu Hause auch gerne. Ich sitze vor dem Hotel Pfandler in Pertisau auf meinem schicken Leih- Mountainbike. Bike-Guide Simona Hosp vom Outdoor-Spezialisten Bärkopf Adventures hält den Sattel fest. Der Nebel hängt noch in Fetzen über dem See, die Wälder im Karwendel Richtung Westen leuchten herbstlich rot, orange, golden, gelb. „Wenn du die Ferse in der Position nach unten drückst, sollte das Knie locker gestreckt sein, ohne dass du im Sattel rutschst“, erklärt die Sportstudentin aus Innsbruck. Okay, dann muss er noch ein wenig tiefer justiert werden. Schließlich soll anscheinend schon eine minimal falsche Sitzposition Probleme bereiten, die einem die ganze Tour vermiesen. Danach stellen wir noch die vertikale Position des Fahrradsattels ein, schieben den Sattel ein wenig nach hinten, und los geht es, zur Tour hinauf auf die Kögelalm im Rofangebirge hoch über dem Achensee.

Über den Unnutz nach Steinberg mit dem Mountainbike

Kulisse Achensee: Fahrtechnik zum Aufwärmen

Kulisse Achensee: Fahrtechnik zum Aufwärmen.

Auf dem Weg zum Tourstart in Achenkirch legen wir zum Warm-up ein paar spielerische Fahrtechnik-Übungen ein – direkt am Ufer des schönen Achensees. Simona legt halbierte Tennisbälle aus, punktgenau zwischen den gelben Markierungen soll ich bremsen, dann Slalom drum herumkurven, schließlich übe ich ohne abzusteigen eine Trinkflasche vom Boden aufzuheben. Echt witzig! Das muss ich mir für meine Touren zu Hause merke. Der Nebel hat sich verzogen, die Sonne strahlt vom Himmel. Locker und aufgewärmt radeln wir auf der Via Bavarica Tyrolensis nach Achenkirch am nördlichen Zipfel des Achensees. Hinter dem Hotel Cordial in Achenkirch treten wir in langgezogenen Serpentinen 500 schweißtreibende Höhenmeter aufwärts – nach einer guten Stunde on tour pausieren wir an der nicht bewirtschafteten Kögelalm und packen unsere Brotzeit aus. Der Achensee blitzt hinter den Bäumen in der Tiefe hervor. „Der Berg hinter uns heißt Unnutz“, weiß Simona. „Man sagt, weil er den Achenkirchnern immer die Sonne stiehlt.“ Zur Schönjochalm geht es noch einmal kurz in Richtung Unnutz-Gipfel hinauf, dann rollen wir mit dem Mountainbike über das Schönjochtal hinunter nach Steinberg und kehren nach unserer insgesamt 26 Kilometer langen Tour, die mit insgesamt 670 Höhenmeter zu­­ Buche schlägt, im gemütlichen Waldhäusl ein. Der Besitzer Robert Huber ist stolz auf unsere sportliche Leistung und kredenzt uns leckere Kasspatzn – eine perfekte Energiegrundlage für die morgige Tour hinauf ins andere Achensee-Gebirge, ins Karwendel.

Zur Bärenbadalm im Karwendel

Der Trail hinunter zum Achensee hat es auch für geübte Mountainbiker in sich.

Der Trail hinunter zum Achensee hat es auch für geübte Mountainbiker in sich.

Pertisau ist auch am nächsten Tag Ausgangspunkt unserer Mountainbike -Tour. Vorbei an der Golfvilla – der Besitzer Martin Hauser hat vor kurzem einen Preis für seine Erfindung, den ausgeklügelten Horse-Apple-Bag für Kutschpferde, erhalten – kurbeln wir stetig aufwärts auf der Forststraße durch die bunten Wälder des Tristenautals, die spektakulären Felszacken des Karwendels immer im Blick. „Ein bisschen sieht das Karwendel aus wie Mini-Dolomiten“, denke ich mir beim Anblick des hellen Kalksteins. Unser Ziel heißt Bärenbadalm. Schon wieder ein Bär … Simona erklärt mir, dass der Name ihrer Firma, Bärkopf Adventures, nichts mit gefährlichen wilden Tieren zu tun hat, sondern nach dem Bärenkopf, einem Berg im Karwendel, benannt ist. Und die Bärenbadalm liegt auf dem Weg zu dessen Gipfel. Der verführerische Duft von Kaiserschmarrn lässt uns die letzten 50 Höhenmeter von den 550 insgesamt schneller biken. Zum Reinsetzen lecker! Wir genießen noch ein bisschen den herrlichen Blick über den Achensee hinüber Richtung Rofan und Kögelalm, bevor wir uns den steinigen und wurzeligen Abenteuer-Trail auf der anderen Seite der Skipiste hinunterstürzen, der uns wieder nach Pertisau bringt. Infos: www.achensee.info

Infos zu den Mountainbike -Touren:

Rund um den Unnutz: Länge ca. 26 km • Höhenmeter 670 m • Ausgangspunkt: Achenkirch/Wiesenweg hinter Hotel Cordial • Zwischenziel: Kögelalm (nicht bewirtschaftet) • Ziel: Waldhäusl in Steinberg • Gebirge: Rofan

Bärenbadalm: Länge ca. 14 km • Höhenmeter 550 m • Ausgangspunkt: Pertisau/Golfvilla • Zwischenziel: Bärenbadalm (bewirtschaftet) • Ziel: Pertisau (Radweg an der Hauptstraße) • Gebirge: Karwendel

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