Testberichte

Black Diamond Magnetron Rocklock HMS Karabiner Test

07.08.2013

Black Diamond Magnetron Rocklock HMS Karabiner Test

Der Black Diamond Magnetron ist nun seit einigen Monaten auf dem Markt und wurde von Anfang an etwas skeptisch beäugt. Viele konnten sich die Zuverlässigkeit des magnetischen Verschlussmechanismus nicht vorstellen. Auch ich war anfangs eher kritisch eingestellt. Nachdem der Magnetron nun einige Zeit in den Klettergeschäften und auch an den Klettergurten der Klettergemeinde hängt bzw. in Benutzung ist, und sich die Sorgen um die Sicherheit nicht bestätigt haben, habe ich entschlossen einen Black Diamond Magnetron Rocklock HMS Karabiner in den Fundus meiner Kletterausrüstung aufzunehmen. Schließlich ist Black Diamond schon immer Vorreiter in Sachen Hardware gewesen. Sollte Black Diamond, wie damals Mitte der Neunziger mit dem Drahtschnapper Karabiner “Hotwire”, jetzt eine weitere Innovation bei den Karabinern gelungen sein? Im folgenden Testbericht betrachte ich den Verriegelungsmechanismus des HMS Karabiners eingehend und zeige die neue Funktionsweise auf. Wie ist das Handling dieses magnetischen Sonderlings und wie verhält es sich mit dem Karabiner beim Klettern bzw. Sichern?

System der magnetischen Verriegelung: “Magnetron Technology”

Black Diamond Magnetron - Verschluss

Black Diamond Magnetron – Verschluss I

Black Diamond Magnetron - Verschluss II

Black Diamond Magnetron – Verschluss II

Das Herausragende des Black Diamond Magnetron ist eindeutig sein neuartiger Verschlussmechanismus. Das Verschlusssystem basiert, wie der Name Magnetron schon vermuten lässt, auf einem magnetischen Verriegelungsmechanismus. Hierzu ist an beiden Seiten des Schnappers oben eine Art Wippe eingebaut. Dieser ist in der Mitte gelagert. Durch Druck auf den unteren Teil der beiden Wippen löst sich der magnetische obere Teil aus seiner vertieften Halterung und gibt den Schnapper frei. Im geöffneten Zustand stoßen sich die beiden oberen Teile magnetisch ab. In der Nase des Karabiners findet sich wiederum ein Magnet. Schließt der Magnetronschnapper durch den Federdruck, so kommen die Magneten in Position. Beide Wippen werden automatisch an die Nase gezogen und verriegeln dort einerseits durch den vorherrschenden Magnetismus, andererseits auch durch mechanisches Einrasten in die dafür vorhergesehenen Vertiefungen. Was sonst durch Federn bewerkstelligt wurde, wird hier durch einen Magneten ausgeführt. Dieser HMS Karabiner bzw. sein Verschluss folgt den Gesetzen der Physik bzw. dem magnetischem Kraftgesetz und ersetzt so den klassichen Schraubverschluss eines HMS Karabiners.

Beim ersten Ausprobieren erscheint der Versuch etwas Innovatives und gleichzeitig leicht zu Bedienendes und Sicheres auf den Markt gebracht zu haben, tatsächlich gelungen. Das Handling ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Auffällig ist die komplett symetrische Anordnung des Verschlusses, also sind hier Rechtshänder wie Linkshänder gleich gut bedient. Mit etwas Übung bzw. nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ist es möglich den HMS Karabiner einhändig zu bedienen. Einfach die beiden Wippen zusammendrücken, den so geöffneten Schnapper öffnen und zum Schließen einfach wieder loslassen. Wichtig hierbei ist, dass es eben nicht reicht nur eine Wippe zu entriegeln. Nur wenn beide Wippen zusammengedrückt werden, kann der Karabiner geöffnet werden. Hier erklärt Bill Belcourt von Black Diamond den Magnetron:

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Details zum Black Diamond Magnetron

Black Diamond Magnetron - Verschluss III

Black Diamond Magnetron – Verschluss III

Neben dem magnetischen Verschlussmechanismus punktet der Black Diamond Magnetron HMS Karabiner auch in anderen Kategorien: Er kommt – ganz wie man das von Black Diamond gewohnt ist – mit Bruchlastwerten, die sich sehen lassen können (24 / 7 / 7kn – geschlossen / offen / quer). Insgesamt ist der Karabiner sehr hochwertig gearbeitet und liegt angenehm in der Hand. Wie immer ist es Schmiedekunst vom Feinsten, aber das überrascht eigentlich nicht. Einen weiteren Pluspunkt bekommt der Magnetron für seine Ausmaße. Mit gut 11cm Höhe und guten 7cm in der maximalen Breite (Außenmaße) besitzt der Karabiner eine Größe, die sich zum Standplatzbau, Sichern mit allen möglichen Sicherungsgeräten oder ähnlichen Anwendungsbereichen hervorragend eignet.

Black Diamond Magnetron - Schnapper

Black Diamond Magnetron – Schnapper

Nun kann man das Argumentieren angangen, dass man auch deutlich weniger ausgeben kann udn von einem anderen Hersteller auch Karabiner bekommt, die ebenfalls solche Maße besitzten, sich gut handhaben lassen und ebenfalls gute Bruchlastwerte aufzuweisen haben. Sicher, der Black Diamond Magnetron hat mit rund 25€ einen stolzen Preis. Das war anfangs auch der Hauptgrund für meine Skepsis – doch nach einigen Feldversuchen war meine Skepsis verflogen: Ich halte die 25€ zwar immer noch für einen relativ satten Preis, doch hat mich der Karabiner überzeugen können: Er liegt angenehm in der Hand und lässt sich durch den Magnetron Verschluss einfach und sicher handhaben – auch mit einer Hand lässt er sich einfach öffnen und schließt automatisch, sobald man ihn loslässt. Die Einhandbedienung mit Handschuhen habe ich ein paar Mal üben müssen, aber es funktioniert einwandfrei, was sicherlich bei den Eiskletterern und Bergführern gut ankommen wird! Auch die Sicherheitsbedenken haben sich bei mir nicht bestätigt: Dadurch, dass man immer beide Wippen drücken muss um den Schnapper öffnen zu können, ist es nahezu unmöglich ihn durch Druck eines Seiles oder ähnliches versehentlich zu öffnen. Vermutlich mag dies unter bestimmten Umständen möglich sein, allerdings besteht auch bei normalen Schraubkarabinern ein Restrisiko – wie bei dem Magnetron sicherlich auch! Dieses Restrisiko muss man bei jedem Karabiner eingehen. Das Risiko im Allgemeinen kann ich durch Kontrolle meines Materials, Partner-Check und Überprüfung des korrekten Einsatzes minimieren. Das Wichtigste ist, dass man sein Material kennt und weiß damit umzugehen, dann lässt sich das Risiko zumindest auf ein Minimum senken – ob mit diesem oder einem anderen Karabiner.

Hier noch einmal die wichtigsten technischen Merkmale im Überblick:

- Magnetron-Technology für sichere, einfache und einhändige Bedienung

- Automatischer Verschluss des Schnappers

- klassische, vielseitige Karabinerform

- Keylock-Nase für einfaches Klippen

- Gewicht: 87g

- Bruchlast: (geschlossen / offen / quer): 24 / 7 / 7 kN

- Schnapperöffnung: 21mm

- Maße: ca. 11cm x 7,5cm (Außenmaße an den weitesten Stellen)

- Preis: 24,95€

Mein Fazit zum Black Diamond Magnetron:

Wer bereit ist, etwas mehr Geld auszugeben als für einen normalen Karabiner, der erwartet zu Recht, dass er auch mehr dafür geboten bekommt. Beim Black Diamond Magnetron Rocklock HMS Karabiner trifft dies zu: Überzeugendes Handling, perfekte Verarbeitung, zusätzliche Sicherheit durch den automatischen Schnapperverschluss und ein Karabiner, der der Konkurrenz auch sonst in nichts nachsteht. Als sinnvolle Ergänzung zu anderen Karabinern kann ich den Magnetron nur empfehlen. Ich bin bisher sehr zufrieden und würde den Black Diamond Magnetron sofort weiterempfehlen.

3 Kommentare

  1. es wäre interessant diesen magnetischen Karabiner mit dem federmechanischen Skylotec Pinchlock 2 zu vergleichen. Der Skylotec ist wesentlich günstiger und kann in der überareiteten Version bisher alle sicherheitsbedenken des Vorgängermodell beseitigen.

    Ich bin im Moment noch am überlegen, welchen Karabiner ich mir zulegen sollte, da ich dieses Designkonzept sehr interessant finde. Würde mich also sehr über einen Vergleich freuen.

    • Hallo,

      auf den ersten Blick scheinen sich die Karabiner nicht viel zu nehmen, gleiche Größe und ähnlicher Verschlußmechanismus. Der Unterschied liegt hier im Detail: abgesehen von der gänzlich anderen Technik des Schließmechanismus (einmal magnetisch, einmal mittels Feder) weisen die Karabiner unterschiedliche Bruchlasten und Gewicht auf.
      Der m. E. größte Unterschied macht jedoch das Handling aus. Das Öffnen des Pinchlock-Schnappers ist ein klein wenig hakeliger als beim Magnetron, die Feder des Skylotec-Schnappers hat eine stärkere Rückstellkraft und läßt sich dadurch etwas schwerer öffnen.
      Aber die Haptik und das Handling sind natürlich Geschmackssache, von daher am besten einfach ausprobieren. Im Hinblick auf die Sicherheit sehe ich allerdings keine Unterschiede.
      Viele Grüße Bergzeit-Team

  2. Hey Basti,

    vielen Dank für deinen tollen und ausführlichen Bericht zum Black Diamond Magnetron. Bin derzeit auf der Suche nach genau solchen Erfahrungsberichten zu diesem Karabiner, da ich Ihn demnächst selbst testen möchte und einen Bericht darüber in meinen Blog veröffentlichen will.

    Würd mich freuen, wenn du dann auch kurz mal vorbeischauen würdest um deine kompetente Meinung dazu abzugeben ;)!

    http://www.zum-klettern.de/de/kletterausrustung/

    Danke und Gruß,
    Dom

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