Outdoor

Stirnlampen Marktübersicht

14.03.2011

Stirnlampen Marktübersicht

Keiner mag auf einer Tour gerne im Dunkeln stehen. Deshalb sollte eine Stirnlampe immer im Gepäck sein. Und zum Glück bie­tet sich dem Outdoor-Enthusiasten eine fast unüber­schau­bare Modell­pa­lette von Stirn­lam­pen. Von wenigen Euro bis zu einigen hundert Euro reicht die Preisspanne für eine Stirnlampe.

Wie bei allen Kaufentscheidungen ist es wichtig sich über den angestrebten Einsatzzweck klar zu werden. Soll die Stirnlampe nur als Notlampe dienen, oder auf Tour als ständige Lichtquelle? Welches sind die Vor- und Nachteile von unterschiedlichen Leuchtmitteln und  Energieversorgungen? Wie viel Licht brauche ich wirklich!

Damit die Entscheidung leichter fällt, werden hier wichtige Kaufkriterien für die Stirnlampe vorgestellt, nach denen die Wahl fallen sollte.

Die Wahl des Leuchtmittels: Vor einigen Jahren tauchten neben den sonst üblichen Halogenleuchtmitteln die ersten LEDs (Light Emitting Diodes) in Stirnlampen auf. Die Lichtausbeute war allerdings noch sehr gering, die Lichtfarbe oft sehr bläulich und unnatürlich. Mittlerweile sind LEDs aus dem Lampenbereich nicht mehr wegzudenken. Die Vorteile liegen auf der Hand. Im Gegensatz zu Halogenlampen weisen die neuesten LEDs eine um Faktor 10 höhere Leistungsfähigkeit auf. Nur ein sehr geringer Anteil der umgesetzten Energie wird als Wärme abgestrahlt. Folglich reduziert sich auch der Stromverbrauch um einen erheblichen Wert. LEDs besitzen eine Lebensdauer von bis zu 100.000 Stunden, denn anders als bei Halogenlampen kann kein Glühfaden brechen. Ein Nachteil, gerade bei sehr günstigen LEDs, stellt aber teilweise die immer noch sehr kalte Lichtfarbe dar. Diese kann die Farbwiedergabe leicht verfälschen. Trotzdem überwiegen eindeutig die Vorteile der LED Stirnlampe.

Essen mit Stirnlampe

Zur leichteren Übersicht lassen sich Stirnlampen grob in 3 Kategorien einteilen.

Unter den Notlampen finden sich die kleinsten und leichtesten Vertreter. Besonderes Augenmerk wird bei diesen Strinlampen auf unkomplizierte Technik und lange Lagerung gelegt. So kommen als Stromquelle meist Lithiumbatterien zum Einsatz, welche eine maximale Lagerdauer von bis zu 10 Jahren besitzen.

Zu den kleinsten und leichtesten Stirnlampen zählen die Black Diamond Lampe Ion und die Petzl e-Lite. Die Lichtausbeute reicht bei diesen Stirnlampen nur für den Nahbereich. Eine Fokussiermöglichkeit fehlt aufgrund der einfachen Bauweise. Nachteilig sind zudem die hohen Unterhaltskosten aufgrund der recht teuren Batterien, und die schwierige Beschaffungsmöglichkeit unterwegs. Aufgrund dieser Umstände scheiden sie als dauerhafte Lichtquelle auf Tour folglich aus. Als „Immer-Dabei“ Stirnlampen trotzdem DIE Wahl.

Trekkingstirnlampen und Kompaktstirnlampen bilden die größte Gruppe der Stirnlampen und sind wahre “Alleskönner“.  Klein, kompakt und leicht genug um auch auf einer langen Tour nicht zu sehr ins Gewicht zu fallen. Gewichtsmäßig bewegen sie sich meist zwischen 100 und 200 Gramm. 250 Gramm sollte dabei das Maximum sein möchte man die Stirnlampe länger auf einer Tour mitführen. Die Ausstattung dieser Stirnlampen ist deutlich umfangreicher. Durch verbaute Linsen und Reflektoren werden Leuchtweiten von 50 bis 75 Meter erreicht. Mit weniger sollte man sich nicht zufrieden geben.

Bei den meisten Lampen hat man die Wahl zwischen mindestens 3 Leuchtmodi. Dadurch kann man je nach Zweck Strom sparen und Batterielaufzeiten von bis zu über 100 Stunden erreichen. Wie zum Beispiel bei der Petzl Stirnlampe Myo XP oder der Black Diamond Icon Stirnlampe.

Möchte man in punkto Leuchtkraft keine Kompromisse eingehen, führt kein Weg an Hochleistungsstirnlampen vorbei. Über 100 Meter Leuchtweite und bis über 300 Lumen Lichtstrom zeichnen diese Klasse von Stirnlampen aus.

Diese Leuchtkraft braucht aber auch eine besondere Stromquelle. Meist werden in dieser Klasse  leistungsstarke Li-Ionen Akkus eingesetzt. Einen Nachteil nimmt man dabei allerdings in Kauf. Ein Nachladen dieser Spezialakkus auf Tour ist damit fast unmöglich. Auch durch die relativ kurzen Laufzeiten und das hohe Gewicht kommen sie für längere Touren meist nicht in Frage. Kurze Trips wo hohe Leuchtkraft gefragt ist, wie z.B. Skitourengehen, Joggen, Reiten, Hundeschlittentouren,  sind die Einsatzgebiete dieser Stirnlampen. Vertreter dieser High-End Klasse sind z.B. die Petzl Stirnlampe Ultra oder die Silva Alpha 6 Stirnlampe.

Auf was man noch achten sollte!

Legt man Wert auf eine gleichbleibende Leuchtstärke sollte man beim Kauf auf eine Stirnlampe mit elektronischer Regelung achten. Durch die Regelung wird die Spannung konstant gehalten. Der Nachteil dabei: Die gleichbleibende Helligkeit bezahlt man mit einer geringeren Laufzeit.

Eine Batterie-Restanzeige warnt bei niedrigem Batteriestand. Gerade bei Stirnlampen mit elektronischer Regelung nicht ganz unwichtig, da sich das Ende der Batterielaufzeit nicht durch ein langsames Erlöschen der Lampe ankündigt. Petzl bietet erst seit kurzem bei der MyoRXP Stirnlampe diese elektronische Regelung an. Viel zu spät wie viele meinen.

Bei der Stromversorgung setzten viele Stirnlampen auf handelsübliche und leicht beschaffbare Bauformen wie AAA oder AA. NiMH Akkus oder Alkalinebatterien werden von den meisten Stirnlampen vertragen, vorsichtig sollte man bei Verwendung von Lithiumbatterien sein. Durch die hohe Stromaufnahme kann sich sonst die Lampe stark erhitzen und zerstört werden. Ein Blick in die  Bedienungsanleitung der Stirnlampe schafft meist Klarheit.

Möchte man die Lampe bei tiefen Temperaturen nutzen kann man auf sog. „Belt-Versionen“ zurückgreifen. Viele Hersteller bieten ihre Stirnlampen in in 2 Versionen an. So z.B. Petzl mit der MyoXP Stirnlampe  oder Mammut mit der TX1. Der Akku ist dabei über ein langes Kabel mit der Stirnlampe verbunden und kann bequem in der Jackentasche Platz finden.

Ein weiterer Vorteil dieser Belt-Versionen ist die Möglich den Akku am Körper warm zu halten. Wichtig bei Wintertouren, denn kalte Akkus und Batterien verlieren sehr schnell an Leistung.

Nicht blenden lassen sollte man sich von der Fülle an Funktionen. Neuerdings bieten einige Hersteller programmierbare Lampen mit einer ganzen Reihe von Leuchtmodi an. Meist reichen 3 Leuchtmodi aber völlig aus, eventuell noch ein Boostmodus. Man sollte vorher ausprobieren ob man mit der Schaltfolge und den Bedienelementen zurechtkommt. Teilweise gibt es da erhebliche Unterschiede.

Auch wenn die Entscheidung für oder gegen einen Stirnlampe letztendlich jeder selbst treffen muss, so helfen diese Informationen hoffentlich etwas Licht in das Dunkel zu bringen.

4 Kommentare

  1. Zum Thema Stromversorgung:
    Nachdem Akkus (NIMH) gegenüber Batterien eine geringere Zellenspannung aufweisen, leidet oftmals auch die Leuchtkraft der Lampe darunter. Zumindest ist dies meine Erfahrung. Daher verwende ich mittlerweile nur noch Batterien.

  2. Ich habe derzeit die Petzl Tikka Plus2 im Einsatz und kann diese auf Grund des geringen Packmaßes und dem geringen Gewicht nur empfehlen.

  3. Ich kann die Petzl Myo RXP uneingeschränkt empfehlen, habe aber auch mit den kleineren Petzl-Modellen sehr gute Erfahrungen gemacht.

  4. Hallo, ich will nie wdieer ohne meine Petzl-Stirnlampe zum Camping gehen. Auch beim Bergsteigen hat mir meine LED-Stirnlampe lange und dauerhaft den Weg beleuchtet. Testberichte zu Stirnlampen finde ich sehr interessant, könntet ihr nicht noch ein par Tests bringen?

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  1. Testbericht: Silva L3 Stirnlampe | Active Sports Web sagt:

    [...] Eine Besonderheit der Stirnlampe L3 von Silva ist die rote LED, die extra für die Nachtarbeit integriert wurde. Sie erhält die Nachtsichtfähigkeit des Trägers, ist jedoch nur direkt nach dem Einschalten der Lampe anwählbar. Die Leuchtmodi im Überblick: Sparmodus (ca. 150 Stunden), Mittel (ca. 100 Stunden), Hell (ca. 85 Stunden), rote LED (ca. 100 Stunden) und Blinken. Mit der relativ langen Leuchtdauer ist die Silva L3 der perfekte Begleiter für längere Touren. Die weiteren Kategorisierungen findet ihr in der Stirnlampen-Übersicht. [...]

  2. Testbericht: Silva L3 Stirnlampe | OUTDOORSEITE sagt:

    [...] Eine Besonderheit der Stirnlampe L3 von Silva ist die rote LED, die extra für die Nachtarbeit integriert wurde. Sie erhält die Nachtsichtfähigkeit des Trägers, ist jedoch nur direkt nach dem Einschalten der Lampe anwählbar. Die Leuchtmodi im Überblick: Sparmodus (ca. 150 Stunden), Mittel (ca. 100 Stunden), Hell (ca. 85 Stunden), rote LED (ca. 100 Stunden) und Blinken. Mit der relativ langen Leuchtdauer ist die Silva L3 der perfekte Begleiter für längere Touren. Die weiteren Kategorisierungen findet ihr in der Stirnlampen-Übersicht. [...]

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