Testberichte

Arc'teryx Alpha FL Jacke im Jackentest

05.11.2012

Arc’teryx Alpha FL Jacke im Jackentest

Zugvogel?! Als Vorreiter in Sachen Outdoor-Bekleidung war die kanadische Designschmiede Arc’teryx unter den ersten Herstellern, die das neue Active-Shell-Laminat von Gore-Tex verarbeiteten. Heraus kam das Arc’teryx Alpha FL Jacket, eine schnörkellose technische Alpinjacke, die als das Flaggschiff unter den Active-Shell-Hardshells gilt. Ob die Jacke bei gerade einmal 300g Eigengewicht den Anschaffungspreis von 450 Euro wert ist, erfahrt ihr im Test.

 

Design der Arc’teryx Alpha FL

Die Philosophie von Arc’teryx ist es, nicht nur die hochwertigste und dauerhafteste Bekleidung zu bieten, sondern das auch noch mit einem minimalistischen Design zu verbinden. Dementsprechend sind die Produkte aus Kanada trotz des schlichten Designs auf eine bestimmte Art und Weise auffällig trotz der beabsichtigten Unauffälligkeit. Markant ist schon das reflektierende Logo auf der Arc’teryx Alpha FL, der filigran gearbeitete Urzeitvogel, der sich einmal vorne im Brustbereich der Jacke findet.

Bunt durch den Herbst mit der Arc'teryx Alpha FL

Bunt durch den Herbst mit dem Alpha FL Jacket

Das Arc’teryx Alpha FL Jacket kommt außerdem in einzigartigen Farbkombinationen daher – auch dafür ist der Hersteller bekannt. Die Farbe der Testjacke hat den durchaus passenden Namen „squid ink“ und ist in der Tat eine bis dahin ungekannte Mischung aus blau und violett (wirkt je nach Lichtverhältnissen eher blau oder eben mehr violett). Neben der Farbe, die an die Hülle einer Tafel Milkaschokolade erinnert, gibt es die Jacke auch in den Tönen „citron“, „summit sky“ und einem schlichten „black“. Mit jeweils kontrastfarbenem RV an der Brusttasche machen die Farbgebungen einen sportlich-alpinen Eindruck. Die farblich abgesetzten Stellen an Ärmeln, Schultern und Kapuze bestehen gleichzeitig aus einem abriebsfesteren Außenmaterial. Die angeschnittene Kapuze verleiht der Jacke zudem eine junge Optik.

Verarbeitung und Qualität der Arc’teryx Alpha FL

Tja, Arc’teryx eben – was braucht man da noch groß zu sagen?! Wer einmal ein Bekleidungsstück der Kanadier in Händen hielt, weiß, dass die makellose Verarbeitung wohl einer der Aspekte sind, die den überdurchschnittlich hohen Preis rechtfertigen. Das gilt (leider nur fast) ausnahmslos auch für das Arc’teryx Alpha FL Jacket. Da es sich um eine 3-Lagen-Jacke handelt, sind alle Nähte mit ultradünnem Gore-Tex-Tape verklebt, Details wie Ärmel- und Jackensaum, sowie der Kapuzenschirm sind laminiert. Es werden nur Teile hochwertiger Hersteller verwendet: Beschichtete Reißverschlüße von YKK, pulverbeschichtete Zipper von Vislon. Die Velcros am Ärmelsaum sind lasergeschnitten und halten aufgrund der Feinfaserigkeit bombig. Die Gummizüge zum Verstellen von Saum und Kapuze sind fest und lassen in ihrer Elastizität nicht nach. Die Ausgänge der Kordelzüge sind verklebt und somit vor dauerhaftem Abrieb geschützt. Das Logo, sowie die Reflektoren an den Ärmeln und am Rückenteil der Jacke sind absolut abriebsresistent. Dasselbe gilt für den reflektierenden Schriftzug, der außen am linken Ärmel sagt, was drin ist: „Gore-Tex Active“.

Reflektierender GORE-TEX Schriftzug der Arc'teryx Alpha FL

Reflektierender GORE-TEX Schriftzug

Ein praktisches und witziges Detail ist das in der Brusttasche vernähte Etikett mit den Material- und Waschhinweisen. Dem Problem, an den Zettelchen beim Überziehen der Arc’teryx Alpha FL hängen zu bleiben schafft Arc’teryx damit Abhilfe.

Was ich bereits vor dem Test aus anderen Erfahrungsberichten erfahren hatte, bestätigte sich auch bei meiner Jacke nach wenigem und relativ schonhaftem Gebrauch: Vermutlich um Gewicht zu sparen ist das Tape unter den Ärmelvelcros nicht bis ganz zum Saum gezogen und löst sich an den Enden ab. Mit etwas Gore-Tex Reparaturtape hat man das schnell im Griff, allerdings darf so etwas bei dem Preis nicht vorkommen. Ich habe Arc’teryx darüber informiert und hoffe, dass sie die 2g mehr Tape zu Gunsten der Stabilität beim nächsten Modell verarbeiten.

Konstruktion und Passform der Arc’teryx Alpha FL

FL steht bei Arc’teryx für „Fast&Light“ – dementsprechend haben wir es hier mit einer Jacke zu tun, bei der nur das nötige Mindestmaß an Stoff verarbeitet wurde: Athletischer Schnitt, dünnes Material. Verwendet wird bei der Drei-Lagen-Hardshell ein extrem leichtes Nahttape von Gore. Somit werden Gewicht und Packmaß nochmals reduziert. Auch die Schnittführung ist schlicht: Neben dem Verzicht auf Nähte im Schulterbereich (zum Rucksacktragen), ist auch sonst die Konstruktion relativ „nahtlos“. Die Jacke verfügt über eine sogenannte dreidimensionale Passform: Nicht nur die Ärmel sind vorgeformt, sondern auch mit dem Rest der Jacke lässt es sich wunderbar umhüllen.

Klein und leicht: Das Arc'teryx Alpha FL Jacket im mitgelieferten Packsack

Klein und leicht: Das Arc’teryx Alpha FL Jacket im mitgelieferten Packsack

Der Schnitt ist figurbetont und hüftlang. Hinten ist die Jacke deutlich länger geschnitten. Bei 1,70 m und 65 kg passt mir Größe S sehr gut: Mit nur einem Shirt drunter im Sommer, flattert die Jacke nicht wild umher und mit einer isolierenden Schicht drunter (z.B. Arc’teryx Atom LT Jacket) hat man bei kühleren Temperaturen immer noch genügend Bewegungsfreiheit. Allerdings ist die Arc’teryx Alpha FL an den Unterarmen und insbesondere den Ärmelabschlüssen sehr eng geschnitten. Das hat den Zweck, dass die Ärmel auch bei viel Bewegung (Klettern, Ausstrecken der Arme beim Radfahren) nicht hochrutschen. Dafür muss man Einschränkungen bei der Nutzung mit Handschuhen in Kauf nehmen: Ein dünner Fleecehandschuh lässt sich noch unter dem Saum verpacken, ein Winter- oder Skihandschuh muss über den Velcro gezogen werden. Der Kragen schließt auf Kinnhöhe, aber wenn man die Kapuze überzieht und richtig reguliert, braucht man selbst bei einem Schneesturm keine Haube drunter tragen. Der Front-RV wird dann durch den Kordelzug bis unter die Nasenspitze gezogen. Im Packsack (10g) kommt die Jacke bei vollem Wetterschutz auf ein Eigengewicht von gerade einmal 307g in der kleinsten Größe (Herstellerangaben weichen wie erwartet etwas ab).

Kapuze

Auch perfekte Kapuzenschnitte sind ein Merkmal, für das der Name Arc’teryx steht.

hoch schließender Kragen bei geschloßener Kapuze

hoch schließender Kragen bei geschloßener Kapuze

Die helmtaugliche Kapuze beim Arc’teryx Alpha FL Jacket verfügt über einen stabilen, laminierten Schirm, der immer wieder seine ursprüngliche Form einnimmt. Das ist gerade dann praktisch, wenn man die Jacke oft im Packsack transportiert. Ohne Helm übergezogen, macht die Kapuze zuerst einen überdimensionierten Eindruck. Das dieser täuscht, erweist sich, wenn man die beiden vorderen Kordelzüge und den einen am Hinterkopf (Bedienung mit einer Hand und auch Handschuhen möglich) anzieht und so an die Kopfform anpasst. Dann schmiegt sich die Kapuze tatsächlich an den Kopf wie eine Mütze!

Sie macht jede Bewegung des Kopfes mühelos mit, ohne das das Sichtfeld eingeschränkt wird. Der Schirm ist kurz geschnitten und schützt dennoch perfekt vor Wind und Wetter. Egal ob mit einem hohen Kletter- oder einem langen Fahrradhelm: Die Kapuze passt gut über einen Kopfschutz und bietet dann immernoch genügend Schutz.

helmkompatible Sturmkapuze beim Arc'teryx Alpha FL Jacket

helmkompatible Sturmkapuze beim Alpha FL Jacket

Typisches Merkmal von Arc’teryx-Kapuzen: Die Zugkordeln der vorderen Volumenregulierung sind innen verlegt. So muss man zwar den Front-RV etwas öffnen, will man die Kordelenden bei der Einstellung der Kapuze verpacken, dafür ist dann alles sicher im Innern der Jacke verstaut. So vermeidet man es, damit irgendwo hängen zu bleiben, die Bändel baumeln nicht unnötig vor der Nase herum und zudem sieht’s noch schick aus!

Genial ist, wie bei diesem Kapuzenschnitt der Spagat zwischen einer großen helmtauglichen Kapuze und einem Modell, das auch für den Gebrauch ohne Kopfschutz geeignet ist, gefunden wurde!

Material

Das Arc’teryx Alpha FL Jacket ist aus zwei unterschiedlichen Active-Shell-Laminaten gefertigt: An Rumpf und Ärmeln kommt ein extrem atmungsaktives Nylon-Obermaterial zum Einsatz, Arc’teryx nennt es N30p-X. Es hat einen angenehmen Materialgriff, macht trotz aller Leichtigkeit einen robusten Eindruck und ist dabei minimal elastisch. Kapuze, Schultern und Unterarme sind aus einem N40p-X-Nylon gefertigt. Dieser Stoff ist kaum merklich schwerer, fühlt sich etwas dicker an und hat eine sehr weiche Oberfläche.

Arc'teryx Alpha FL - Stoff

unterschiedliche Materialien beim Arc’teryx Alpha FL Jacket

Durch die dichtere Webart der wird mehr Abriebsfestigkeit erreicht, dafür ist an diesen Stellen die Atmungsaktivität reduziert. Im Gegensatz zu bisher gekannten ultraleichten 2,5-Lagen-Materialien ist Bekleidung aus Gore-Tex Active Shell tatsächlich dreilagig verarbeitet und dennoch extrem leicht. Statt eine Beschichtung auf der Innenseite anzubringen, wird hier der Innenstoff (von einem „Futter“ kann man bei dieser Materialstärke kaum reden) direkt mit der Membran (quasi indie Membran, man sieht das am Active-Shell-Material, es schaut leicht meliert aus) verschweißt. Das erhöht die Dampfdurchlässigkeit des Stoffes immens.

erarbeitungsqualität der Arc'teryx Alpha FL

Innenmaterial und Verarbeitungsqualität

Robustheit

Auch die Abriebsfestigkeit des Materials wird so erhöht, denn eine direkt eingearbeitete weitere Lage schützt die Membrane besser vor Abrieb als eine oberflächliche Beschichtung. Gore spricht selbst davon, dass Jacken aus Gore Tex Active Shell nicht rucksacktauglich sind. Das kann man so pauschal nicht sagen, da die Abriebsfestigkeit stark vom Außenmaterial abhängt. Hier liegen übrigens auch die größten Unterschiede von Bekleidung aus demselben Material bei unterschiedlichen Herstellern (abgesehen von Design, Passform, Ausstattung): Wo Gore-Tex draufsteht ist auch Gore-Tex drin, aber das Außenmaterial variiert mitunter stark. Durch die Verwendung eines Nylonmaterials mit hoher Maschendichte ist das Arc’teryx Alpha FL Jacket trotz aller Leichtigkeit und Atmungsaktivität relativ abriebsfest. Allein wenn man das Außenmaterial anfasst, macht es einen robusten Eindruck (und ist dennoch weich). Eine Anfrage bei Arc’teryx ergab, dass die Jacke für die Nutzung mit Rucksäcken vorgesehen ist. Das stabile Außenmaterial sorgt dafür, dass die Membrane nicht durch oberflächlichen Abrieb beschädigt werden kann (Felskontakt, Abrieb am Schultergurt des Rucksacks). Damit die Membrane jedoch nicht durch Druckabrieb von der Innenseite der Jacke her aufgescheuert wird, sollte man damit keine schweren Rucksäcke tragen. Das ist konstruktionsbedingt bei Active Shell nicht anders möglich. Durch die Verwendung eines stabilen Außenmaterials erhöht man also nicht die maximale Druck-Belastbatkeit durch einen Rucksack, sondern sorgt dafür, dass die Membrane nicht von außen beschädigt werden kann. Ein dauerhafter Belastungstest war mir im Rahmen der Testzeit nicht möglich. Jedoch würde ich eine Active-Shell-Jacke nicht mit mehr als ca. 6kg Rucksackgewicht belasten. Das reicht für Mehrseillängentouren genauso wie für die Transalp per Fuß oder auf dem Rad. Mit oder ohne Rucksack macht die Arc’teryx Alpha FL mit Nylonaußenmaterial auch locker Sportarten bei rauhen Bedingungen mit (wie Alpin- oder Eisklettern).

Wetterschutz

Gore-Tex eben! In Verbindung mit der sturmtauglichen Kapuze kommt man mit der Arc’teryx Alpha FL bei nahezu keinen Bedingungen an die Grenzen des Wetterschutzes: Active Shell weist, wie alle anderen Gore-Tex Materialien, eine Wassersäule deutlich über 25000 mm auf, ist komplett winddicht und mit einer dauerhaften Imprägnierung (DWR) versehen. Auch die Verstellmöglichkeiten an Ärmel- und Saumabschlüssen verhindern das Eindringen von Wind und Wasser. Da der Front-RV der Arc’teryx Alpha FL nicht hinterlegt ist (einfachere Bedienung, Gewichtsersparnis), ist die Jacke hier jedoch nicht vollständig wasserdicht.

"Wasserhahn-Test": Erst bei extrem hohem Druck dringen Wassertropfen durch den Fornt-RV

“Wasserhahn-Test”: Erst bei extrem hohem Druck dringen Wassertropfen durch den Fornt-RV

Arc’teryx setzt hier einen Water Tight-Zipper von Vislon ein. Er ist trotz der bedingten Wetterfestigkeit (winddicht!) sehr leichtgängig (Es gibt komplett wasserdichte RVs, aber diese sind sehr schwergängig). Jedoch meint „WaterTight“ hier nicht dicht, sondern stark abweisend! Ein Wasserhahn-Test ergab, dass erst bei hohem Druck (extremer Starkregen) Wasser durch den RV dringt. Und selbst dann nur in Tropfenform. Das heißt, dass es sich in der Praxis kaum bemerkbar machen wird, dass der RV bei der Arc’teryx Alpha FL nicht hinterlegt ist. Im Vergleich zum Druck eines voll aufgedrehten Wasserhahns müsste der Regen schon extrem stark kommen und zudem ist bei den meisten hoch aeroben Aktivitäten (Klettern, Radfahren) der Frontbereich des Körpers nicht exponiert, d.h. weniger direkt dem Regen ausgesetzt. Voreilige Schlüsse sind also hier nicht angebracht: Arc’teryx denkt mit und verwendet einen durchaus praxistauglichen RV und spart dabei Gewicht!

Tragekomfort und Atmungsaktivität

Gore spricht in Bezug auf das neueste Laminat von einem „hervorragenden Next-To-Skin-Komfort“. In der Tat wünscht man sich, dass wasserdichte Materialien endlich mal angenehm auf der Haut liegen und nicht das Kleben anfangen, sobald man ins Schwitzen kommt. Abgesehen von zweilagigen Jacken mit einem schweißabsorbierenden Netzfutter fühlte man sich in der Plastikhülle einer mehrlagigen Jacke (2,5- oder 3-Lagen) bisher immer unangenehm. Dem klammen, klebrigen Gefühl von nassem Polyester auf der Haut schafft Gore-Tex Active Shell bei der Arc’teryx Alpha FL Abhilfe: Der Tragekomfort auf der Haut ist tatsächlich angenehm. Nur bei extremer Belastung wie Trailrunning, Skitouren, Langlauf oder schnellem Radfahren kommt das Material an seine Grenzen und der Schweißfilm, der auf der Innenseite zurückbleibt, kühlt auf der Haut. Allerdings saugt sich da jedes Material voll und es war noch nie der Zweck von Funktionsmaterialien, das Schwitzen zu verhindern, sondern nur, dafür zu sorgen, dass ein Höchstmaß an Schweiz vom Körper wegtransportiert werden kann. Und das schafft Gore beim neuen Active Shell tatsächlich! Was bei der Vorstellung jeder neuen Membrane (Paclite Shell, Pro Shell) immer versprochen wurde und nie wirklich funktionierte, wird mit dem neuen ultraleichten Dreilagenmaterial endlich realisiert: Bester Wetterschutz bei angenehmem Tragegefühl und tatsächlich hoher Atmungsaktivität! Zum ersten mal gibt es mit Gore-Tex Active Shell ein Laminat von Gore, das auch bei körperlicher Belastung trotz vollwertigen Wetterschutzes noch eine relativ (natürlich gibt es immer atmungsaktivere Stoffe, aber diese sind nicht wasserdicht) hohe Dampfdurchlässigkeit gewährleistet. Wenn man den Tragekomfort vergleichen will, könnte man sagen: Man hat hier eine Hardshell vor sich, die sich auch trägt wie eine klassische Hardshell, aber (fast – hängt von der Softshell ab) atmet wie eine Softshell! Wenn man so richtig in Bewegung kommt wie an Berganstiegen, dauert es bei diesem Material wesentlich länger als bei allen anderen Hardshellstoffen, bis sich ein unangenehmes Wärmeempfinden einstellt oder sich ein Schweißfilm am Innern der Jacke bildet.

Schweiß kondensiert am Außenmaterial

Schweiß kondensiert am Außenmaterial

Das geradezu Unfassbare jedoch bleibt noch zu sagen: Das Arc’teryx Alpha FL Jacket ist so atmungsaktiv, dass komplette Schweißtropfen durch die Membrane nach außen treten können! Was bei einer Softshell aufgrund des Futters und bei anderen Hardshells wegen der geringeren Atmungsaktivität nicht zu denken ist, ist hier Programm: Schweiß kann (bei direktem Hautkontakt der Jacke und ausreichender Temperaturdifferenz) in solchem Ausmaß durch die Membrane dringen, dass er am Außenmaterial kondensiert. Als ich das bei einer Radtour bei kühlen Bedingungen festgestellt habe, konnte ich meinen Augen nicht trauen!

Berücksichtigt man die extrem hohe Atmungsaktivität dieses wasserdichten Materials, nimmt es kaum Wunder, dass am Arc’teryx Alpha FL keine Pit-Zips vorhanden sind: Sie würden den Tragekomfort und das Gewicht nur dämpfen, ohne die ohnehin exorbitante Dampfdurchlässigkeit merklich zu verbessern.

Ausstattung

Schlichtheit ist Programm: Abgesehen von der helmtauglichen Sturmkapuze und einer sehr großen Brusttasche kommt das Arc’teryx Alpha FL Jacket mit wenigen Ausstattungsdetails aus.

große Brusttasche der Arc'teryx Alpha FL

große Brusttasche

Das ist allerdings in Bezug auf den Zweck dieser Jacke nicht nur passend, sondern unvermeidlich. Geringes Gewicht und sehr hoher Tragekomfort sind nur erreichbar, wenn man neben der Materialstärke auch an Taschen und Reißverschlüssen spart. In der Praxis erweist sich die Ausstattung der Arc’teryx Alpha FL trotz allen Minimalismus dennoch als sehr pragmatisch:

Die große Tasche ist auch bei geschloßenem Rucksack- oder Klettergurt zugänglich, Kapuze und Saum lassen sich schnell und einhändig einstellen, der lange Schnitt hinten schützt vor Auskühlung und Nässe (etwa beim Radfahren) und sowohl Velcros als auch RVs sind leicht bedienbar und stabil.

Einsatzgebiete

gute Bedienbarkeit auch mit Handschuhen

gute Bedienbarkeit auch mit Handschuhen

Das Arc’teryx Alpha FL Jacket ist für Aktivitäten mit hoher Körperlicher Belastung bei schlechten oder wechselhaften Wetterbedingungen konzipiert. Während Arc’teryx Skitouren, Eis- und Alpinklettern, sowie Hiking als empfohlene Einsatzbereiche angibt, ist die Jacke auch sehr gut zum (Trail-) Running, Radfahren, Langlauf und Schneeschuhwandern gebrauchbar. Solange man dabei wenig Gewicht im Rucksack mit sich trägt, macht die Jacke die Belastungen dieser Sportarten mühelos mit.

Fazit

Wie wohl bei den meisten Bekleidungsstücken aus dem Hause Arc’teryx greift man auch beim Arc’teryx Alpha FL wohl am ehesten dann zu, wenn man in Sachen Design Akzente setzen und dabei keine Kompromisse in Bezug auf innovative Konstruktion und Verarbeitung eingehen will. Im Gegensatz zu anderen Produkten dieser Sparte wirkt diese Jacke was Material und Ausstattung angeht sehr alpin und erinnert stark an Gore-Tex Pro Shells. Auf Spielereien wie Daumenschlaufen (Haglöfs Endo) oder einen nicht durchgängigen Front-RV (Mammut Felsturm) wurde bei der wasserdichten Arc’teryx Alpha FL sinnigerweise verzichtet. Zwar ist das Alpha FL Jacket weder die leichteste noch die günstigste Active-Shell-Jacke am Markt, dafür bietet sie jedoch ein unerreichtes Verhältnis aus Tragekomfort, Austattung, Robustheit und schlichtem Pragmatismus. Für das, was man von einer richtig guten Active-Shell-Jacke erwartet, steht das Alpha FL Jacket. Wenn Arc’teryx noch die Sache mit den Tapes an den Ärmelsäumen verbessert ist die Arc’teryx Alpha FL geradezu perfekt und trotz aller Hochpreisigkeit wird sicherlich jeder, der andere Gore-Tex Laminate kennt und einmal mit diesem Teil unterwegs war bestätigen, dass es sein Geld wert ist.

Arc'teryx Alpha FL - Besserer Wetterschutz durch verlängertes Rückenteil

Besserer Wetterschutz durch verlängertes Rückenteil

Rahmendaten Arc’teryx Alpha FL Jacket

  • Materialmix aus N30p-X und N40p-XGore-Tex ®Active Shell 3-Lagen

  • Verstärkungen an Schultern, Kapuze, Ärmeln

  • helmkompatible Sturmkapuze

  • wasserfester WaterTight™ Vislon Reißverschluss

  • laminierte, lasergeschnittene Velcros am Ärmelsaum

  • große Brusttasche mit laminiertem, wasserabweisendem RV

  • Kordelzug im Saum

  • verlängertes Rückenteil

  • dreidimensinale e3D-Schnittführung, körpernahe Passform

  • reflektierende Details

  • Packsack enthalten

  • 297g (Größe S)

  • Packvolumen: 1 Liter

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