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Alpencross 15/50 – Das Papa-Sohn Projekt | Teil 2/3

02.11.2012

Alpencross 15/50 – Das Papa-Sohn Projekt | Teil 2/3

Alpencross:
Teil 1 | Teil 2 | Teil 3

Alpencross Tag 2

- Stumm im Ziller – Schlegeisspeicher – Pfitscherjoch – St. Jakob / 68km / 1600hm

Wir starten wohlgelaunt am zweiten Tag des Alpencross, haben jedoch den ersten kräftigen Regenguss vorüberziehen lassen. Unsere Laune lässt sich vom Wetter nicht beeindrucken, Patrick ist unbeeindruckt. Etappenziel Nr. 1 des Alpencross: die alte Schlegeisspeicher Strasse, noch 22km bis zur imposanten Staumauer. Es geht zügig voran, Kehre um Kehre erkämpfen wir uns die Höhe und die Strecke. Als ein 4er Team (3 Männer, eine Frau) sich anschickt uns zu überholen, lässt sich Patrick nicht 2x bitten, und beißt sich am Hinterrad der Alpencross Teams fest und lässt auch bis zur Mautstelle nicht locker. Chapeau. Die 4 Crosser aus Garmisch haben in Stein gemeißelte Wadeln und sind gut drauf, umso mehr staunen sie, als sie das Alter von Patrick erfahren. Die letzten Meter werden – vor allem für mich – zum Kampf.

Mit dem Mountainbike auf der Schlegeis Alpenstraße

Dreamteam Schlegeis

Nach kurzer Rast, kommt die eigentliche Herausforderung. Das Pfitscher Joch. Der Himmel hat aufgerissen, bestes Panorama empfängt uns. Wunderbar, das haben wir uns auch redlich verdient. Wir steigen ein. Zunächst ist noch alles fahrbar, doch mit jedem weiteren Meter wird die Strecke verblockter und unwegsamer, die Vorwärtsbewegung zur fahrtechnischen Herausforderung.  Patrick kämpft sich wacker vorwärts. So geht der Weg hinauf dahin, die Kulisse ist einzigartig und fantastisch. Ein Traum, eine Komposition, Natur satt, alpines Allerlei, wunderbar. Wilder Bach, Wasserfälle, aufragende Felsen, sattes Grün, blauer Himmel, Trampelpfad, Steigungen, Steine, Rampen, all das begleitet uns auf dem Weg nach oben. Ich finde mein Tempo, muss aber doch ordentlich schnaufen und husten.

Lucky Alpencross Moments

Lucky Alpencross Moments

Kurz vor dem Haus erbarmt sich Patrick meiner und bietet mir an „mein Mountainbike zu schieben“. Geht ja gar nicht. Dann endlich ist es geschafft, wir sind am Pfitscher Joch Haus, der Höhenmesser zeigt 2246m. Der Wind pfeift mächtig, es ist kalt, und dennoch: Ziel erreicht, das kann uns keiner nehmen. Wir genießen den Powerriegel und die Aussicht und auch anschließende Abfahrt hinunter ins Tal bis zu den Pforten unseres Hotels. Der Appetit ist groß und der anschließende Tiefschlaf von wohltuender Wirkung.

Alpencross Tag 3

- St. Jakob – Sterzing – Jaufenpass – Dorf im Tirol / 80km / 1600hm

Der Tag beginnt mit einer Abfahrt hinunter bis nach Sterzing, das mag unanstrengend klingen und trotzdem gönnen wir uns auf dem berühmten Marktplatz erst einmal eine kleine Rast bevor es den langen Anstieg hinauf zum Jaufenpaß zu bewältigen gilt. Mit Walkman im Ohr begehen Vater und Sohn die Passstraße. Jeder in seinem Tempo, Patrick vielleicht eine halbe Kurbelumdrehung schneller. Mit zehn Minuten Rückstand erreiche ich den Gipfel, mittlerweile hat der Wind böser aufgefrischt, starker Regen kündigt sich an. Kaum ist die Apfelschorle getrunken, der Kuchen vertilgt, kachelt es vor der kleinen Jaufenpaß-Hütte wie aus Kübeln. Wir vermummen uns und üben Sinkflug. Dies hat den Effekt, dass die Dusche von oben und unten gleichermaßen stark kommt. Die Moral ist ungebrochen, auch als ich nahe eines Supermarktes unser Team zum Unterstand „zwinge“, bekomme ich nur zu hören „lass uns doch weiterfahren, eh schon egal“. Zuerst entleere ich jedoch meine Schuhe vom Pegelstand des Regenwassers und wringe die Socken aus. Die letzten Höhenmeter zum allerletzten Haus in Dorf i. Tirol bewältigen wir gemeinsam, wenngleich mit unterschiedlicher Entschlossenheit. Patrick fühlt sich bestens.

In der Suppe

In der Suppe

Alpencross Tag 4

- Dorf im Tirol – St. Pankraz / 24km / 500hm

Meine Bronchien sind angegriffen, Patrick wohlauf. Und trotzdem nicht unglücklich über unseren Beschluss die heutige Etappe ohne die Naturnser Alm zu planen. Das heißt nur 500 anstatt der geplanten 2133 Höhenmeter. Mir (oder vielmehr meinem inneren Schweinehund) sollte es Recht sein, doch gelegentlich sagt die Stimme in mir: „Schlappschwanz“. So durchqueren wir Meran, nehmen den Teeranstieg durch das Ultental auf einem Reifen locker mit und sind bereits Mittag im Wellness Hotel in St.Pankraz. Swimming Pool, Sauna, Dampfbad, was Mann halt so braucht.

Teil 3 dann das große Finale …. und ein paar wichtige Hinweise zum Thema Alpencross, Packliste, Does und Don´ts

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