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Alpencross 15/50 – Das Papa-Sohn Projekt | Teil 1/3

29.10.2012

Alpencross 15/50 – Das Papa-Sohn Projekt | Teil 1/3

Alpencross:
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Ein Alpencross der ganz besonderen Art

Wenn der Vater mit dem Sohne, das war schon bei Heinz Rühmann etwas Besonderes. Die Idee zum Alpencross entstand 2009 während einer Wandertour. Je weiter wir in den Berg stiegen, desto konkreter wurde der Gedanke: „Mein Junge, wenn Du 15 bist, dann ist das ein guter Zeitpunkt, vorausgesetzt, Du bleibst am Ball bzw. fleißig am Mountainbike fahren“. So wurde oben am Gipfel besiegelt und beschlossen: „Patrick, 2012, wir fahren einen Papa-Sohn Alpencross. In Riva gibt es den berühmten Eisbecher als Belohnung – Gimme five“.

Eine Route für den Alpencross war schnell gefunden, sogar optional – für den Fall der Fälle – ein paar sogenannte „Chicken Ways“ in die Planung mit aufgenommen. Falls der junge Mann die weiße Fahne hissen sollten. Es sollte anders kommen.

Tag 1: Bayrischzell – Buchackeralm – Bruck im Ziller – Stumm / 67km / 805hm

Ich erwache. Klatschnass. T-Shirt, Bettdecke und Laken sind ebenfalls durchnässt. Igitt. Das ist nun die vierte Nacht in folge so und meine drei Globuli Lykopodium helfen seit Dienstag beim Kampf gegen die latent vorhandene Sommergrippe. Nun muss ich es halt rausschwitzen. Mein Gesamtzustand ist entsprechend leicht angeschlagen. Patrick selbst hat wohl ordentlich Respekt vor den kommenden Tagen, er sagt nicht viel. Auf dem Rücken werden wir 5-6 Kilo tragen, unsere Rucksäcke sind gut gefüllt, gute Regenkleidung ist obligat, die Checkliste abgearbeitet. Auf geht´s – der Alpencross geht los.

Bayrischzell, das romantisch zwischen zwei steilaufragenden Bergflanken gelegene bayrische Dorf ist unser Ausgangspunkt. Der Alpenross 2012, ist eröffnet, mögen wir gut und wohlbehalten in Riva ankommen. Möge meine Grippe sich schnell verzupfen.

Durstlöscher - beim Alpencross

Durstlöscher

Es geht gemütlich los: Waldweg, Schotterpfad, kaum Anstiege, so kann es bleiben. Aufgrund meiner nächtlichen Schwitzeskapaden, haben wir bereits gestern beschlossen, schon heute den ersten Joker zu ziehen. 2100 Höhenmeter wären (mir!) wohl doch etwas zu viel. Ich spüre bereits die ersten 600 Höhenmeter deutlich und als wir nach einer Weile den ersten Peak unterhalb der Buchackeralm erreicht haben, bin ich über diese Entscheidung alles andere als unglücklich. Mein Puls rasselt, der Junior ist auf dem Bike relativ locker unterwegs. Nun geht es deftig hinab, enge Spitzkehren, loser Schotter und sehr, sehr steil ins Tal nach Embach ins Hasatal. Mit kontrollierter Herzfrequenz waren die ersten 35km gut fahrbar, aber ich spüre die vergangenen Nächte deutlich. Patrick hält sich wacker und er verrät mir sogar: „Papa, ich hab schon jetzt ein Kribbeln im Bauch!“  „Warum?“ frage ich überrascht zurück. „Na, weil wir alpencrossen, cool ist das“, spricht er und grinst verlegen. Schön. Magic Moments.

Dreamteam - Alpencross 15/50 - Papa-Sohn-Cross

Dreamteam – Alpencross 15/50

Die Route führt flach am Inn entlang und zweigt schließlich ab ins Zillertal, bis nach Stumm im Ziller. Wie erwähnt sparen wir uns den Weg über den Auffach, die Feldalm und das Steinbergjoch, sondern wählen den Radweg ins Zillertal und just fängt es flankierend zu einem bitterbösen Donnergrollen über uns, richtig kräftig an zu regnen. Alpencross as usual. Die gesamte Regenkombi wird hervorgeholt, von schlechter Laune keine Spur. Leichter Gegenwind kommt hinzu, aber zum Glück scheint der gröbste Sturm schon vorüber. Zweige, Äste, Gehölz und allerlei Blattwerk liegen bereits am Boden. Weiter im Süden wird schon wieder leichter blauer Himmel sichtbar.

So vergeht der erste Alpencross Tag locker und leicht, einige Tropfen kommen und gehen. Endstation Stumm im Ziller. Einkehr im Ortszentrum. Check in. Wunden lecken. Patrick trinkt das erste alkoholfreie Bier seines Lebens, ich denke ernsthaft über Kamillentee nach. Das angekündigte Dorffest fällt buchstäblich wegen Platzregen ins Wasser. Wie ich morgen die knapp 2000hm über das Pfitscher Joch schaffen will, weiß ich noch nicht so ganz genau.

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