Reise

Weltreise mit Fahrrad und Hunden Teil 1

08.03.2011

Weltreise mit Fahrrad und Hunden Teil 1

Michael und Sybille Fleischmann sind seit Juni 2010 unterwegs, um per Fahrrad ferne Länder zu bereisen. Ihr Ziel: Einmal um die Welt! Mit dabei: Rhodesian Ridgeback Rüde „Gomolf“ und Mischlingshündin „Diu“.

Fahrradreise mit HundenGespannt radeln wir durch enge Straßen und Häuserschluchten, den Blick immer sehnsüchtig nach rechts gerichtet. Immer wieder sehen wir Wasser durchblitzen und wissen, dass wir unser erstes großes Etappenziel erreicht haben: Wir sind in Constanta, Rumänien, an der Schwarzmeerküste! Unsere Ankunft haben wir bereits in einem kleinen Restaurant gefeiert, jetzt wollen wir noch das, was diesem Tag gebührt: Unser Zelt direkt am Strand aufstellen.

An das Schlafen im Zelt hatten wir uns glücklicherweise schnell gewöhnt. Als wir noch zu Hause waren, lagen wir oft im Bett auf unseren hochwertigen, rückenfreundlichen (und sehr teuren) Matratzen und fragten uns, ob wir es nicht vermissen würden. Wir würden uns nicht einmal ein Hotelzimmer nehmen können, da unsere beiden Hunde keine gern gesehenen Gäste sind. Doch nach einem anstrengenden Radeltag fiel es uns nie schwer, ruhigen und erholsamen Schlaf zu finden – Therm-A-Rest sei dank! Wir hatten etwas mehr Geld, Gewicht und Volumen in 63cm breite und 5cm dicke Matten investiert – und es bisher niemals bereut. Die Matten gleichen Löcher im Boden aus, sind schnell ein- und ausgepackt und herrlich bequem. Als Schlafsäcke haben wir einen leichten Daunenschlafsack und eine Fleece-Decke – für uns die optimale Kombination. In kühlen Nächten liegen wir warm in die Daune gekuschelt, wenn es heißer ist, benutzen wir die Fleece-Decke. Wird es sehr kalt, können wir beides kombinieren und so Temperaturen bis -10°C strotzen.

Auch andere Sorgen, die wir uns zu Beginn der Reise gemacht hatten, hatten sich schnell zerstreut. Wir hatten keine Ahnung, wie weit unsere Hunde würden laufen können und ob sie freiwillig in ihren Fahrradanhängern bleiben würden. Es stellte sich heraus, dass unser Rhodesian Ridgeback Rüde bei der großen Hitze nicht lange mithalten kann und die Fahrt lieber als Passagier von Michael genießt. Der muss zwar dank den 45 kg extra-Gewicht ein bisschen mehr in die Pedale treten, doch wenigstens hält sich Gomolf ruhig. Diu, unsere kleine Mischlingshündin aus Indien, läuft überraschend ausdauernd und krabbelt nur ungern in ihren Einrad-Anhänger. Doch wenn es bergab geht oder viel Verkehr herrscht, ist sie dort besser aufgehoben als auf der Straße – nicht zuletzt wegen den vielen freilaufenden Hühnern, die sie mit Vorliebe jagt.

Fahrradreise mit HundenDie Fahrt durch die Walachei war – wie der Name schon vermuten lässt – nicht besonders abwechslungsreich. Trotzdem haben wir es sehr genossen, durch diesen stark landwirtschaftlich geprägten Teil von Rumänien zu radeln. Alle paar Kilometer passierten wir kleine Dörfer, in denen die Neuzeit noch nicht angekommen zu sein scheint: Pferdekutschen und Eselskarren gehören zum ganz normalen Straßenbild, ebenso Ziegenhirten, kleine Bauernhöfe und Straßenverkäufer, die Honig, Gemüse und andere Waren aus Eigenproduktion an den Mann bringen wollen. In den Dörfern sitzen Alt und Jung vor den Häusern und blicken auf die Lebensader, die Hauptstraße. Wenn wir mit unseren Gespannen vorbeiziehen hellen sich ihre Gesichter auf und sie winken uns fröhlich zu. Wann immer wir anhalten versammeln sich kleine Grüppchen um uns und beobachten neugierig unser Tun. Ihre Sprache klingt wie ein Mix aus Italienisch, Spanisch und Französisch und wir können rudimentäre Gespräche führen. Die Leute wollen wissen, woher wir kommen und wohin wir gehen. Dass wir Hunde dabei haben ist schnell erklärt und überrascht niemanden:Für die Sicherheit, sie sind unsere Bodyguards.

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7 Kommentare

  1. Hallo,
    bin begeistert von der Hundetransportlösung auf dieser wunderbaren Radreise… Kann ich ein paar Detailangaben zu dem Einradanhänger und dem Aufbau/”Zelt” an Sybilles Rad haben?
    Ganz herzlich
    Martina

  2. hallo,
    wie waren Eure Erfahrungen an den Grenzen, z.B. Rumänien, mit den Hunden, da ihr ja kein aktuelles Gesundheitszeugnis ( nicht älter 10 Tage ) dabei hattet? Da machen wir uns im Moment etwas Gedanken `rüber, wenn wir mit unseren Havanesen aufbrechen werden.
    lg. Christine

  3. Hallo Valentin, danke für die schnelle Antwort! Ich bin sehr gespannt, noch mehr zu lesen. Gibt es noch eine andere Seite, auf der noch mehr Artikel von den beiden sind?
    Liebe Grüße,
    Annika

    • Hallo zusammen, habe soeben erst die Kommentare zu unserer Reise entdeckt. Danke für die netten Worte :) Wie es uns so ergangen ist, könnt Ihr auf unserer HP cycle-for-a-better-world.org nachlesen. Der Anhänger von Diu ist ein Eigenbau, wir haben einem BOB Yak einen Aufbau aus Zeltgestänge und Cordura-Stoff verpasst. Das war ein Haufen Arbeit, hat sich aber gelohnt – der Hänger hielt und war sogar wasserdicht. Bei näheren Fragen gerne Email an mich, das Kontaktformular findet Ihr auf unserer Homepage.

  4. Wie gehts weiter? Da habe ich mich gerade so schön eingelesen (toller Schreibstil!!!) und jetzt wüsste ich gerne wie es euch ergangen ist. Mein Freund und ich wollen in etwa 2 Wochen hier aufbrachen, auch mit Rad und Anhänger allerdings ohne Hunde. Wie ist das Fahren mit dem schweren Anhänger? Wie viele Kilos Gepäck habt ihr dabei und habt ihr die dann alle in Satteltaschen verstaut?
    Wir werden wohl ohnehin langsam fahren, denn wir wollen Land und Leute kennen lernen. Können wir dann überhaupt durch die “-stans”? Wie ist es euch in Iran ergangen?
    Ich würde mich freuen was von euch zu hören.
    Mit unserer Reise werden wir hier auch ein Projekt starten, das Tasting Travels heißt. Wir wollen neue Menschen und Kulturen kennen lernen und über sie berichten, um so nicht-reisende Menschen zum reisen zu animieren, weil wir glauben, dass das reisen Vorurteile abbaut und dazu beiträgt, die Welt ein Stückchen näher zusammenzurücken. So kann soziales Mitgefühl auch außerhalb der eigenen Landesgrenzen geschaffen werden – und das wollen wir mit unserem Projekt ausprobieren. Wir hoffen, mal was von euch zu hören! Liebe Grüße,
    Annika

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