Testberichte

Rossignol Squad 7 2013 | Ski - Test

02.10.2012

Rossignol Squad 7 2013 | Ski – Test

Erfahrungs und Testbericht: Rossignol Squad 7

Manch einer wird sich fragen warum Rossignol mit dem Rossignol Squad 7 noch einen Ski entwickelt hat, der doch augenscheinlich sehr nah an dem neuen S7 liegt. Vor allem weil der S7 doch schon immer so gut funktioniert hat. Der zweite Blick bzw. der Praxistest aber zeigen, dass der Rossignol Squad 7 genau da angreift, wo die wenigen Schwächen des Rossignol S7 liegen, also eine sinnvolle Ergänzung des Rossignol Quivers darstellt.

Technische Info

Im Vergleich zum S7 ist der Rossignol Squad 7 unter der Bindung und am Tail etwas, aber an der Skispitze kaum breiter. Der Sidecut beträgt nun 146-120-127. In meinem Testbericht über den S7 hab ich recht weit ausgeholt und viele technologische Bestandteile genau aufgeführt. Vieles davon steckt auch im Rossignol Squad 7, aber es wurde nur an allen Stellschrauben ein wenig gedreht. Auch beim Squad 7 wurde wieder mit Centered Sidecut gearbeitet und die breitesten Stellen des Skis sind weit von Skispitze und – ende entfernt; mit knapp 140 cm aber ähnlich weit auseinander wie beim S7. Den Unterschied macht hier der Radius, der jetzt 12 m weiter ist (29.5 m). Es wurde zwar wieder der Powderturn-Rocker verbaut, aber dieser ist kaum mit dem vom S7 vergleichbar. An der Schaufel ist er etwas länger, aber dafür nicht mehr so hoch und vom Gefühlt etwas weniger weich. Nose und Tail sind am Ende nicht mehr so stark, sondern in einem gleichmäßigeren Verlauf aufgebogen. Vorspannung und Flex unter der Bindung sind mit denen vom S7 vergleichbar. Das Tail hat dagegen die größten Veränderungen durchgemacht: Das charakteristische, runde Pintail des S7 ist dem geraderen Squaretail gewichen. Der Tailrocker ist nun kürzer und nicht mehr so hoch und insgesamt ist das Tail spürbar härter geworden. Wie beim neuen Rossignol S7 wurden Karbonmatten verbaut, die dem ganzen Ski – die Längsrichtung betrachtend – einen harmonisch abgestimmten Flex verleihen.

Praxistest

Ein bekanntes Problem des Rossignol S7 ist den richtigen Belastungspunkt bei der Schwungeinleitung zu finden (im Test beschrieben mit ‚Tendenz zum gedrifteten Schwung’). Wenn man den Ski zu weit vorne oder zu weit hinten belastete, spielte der Ski seine Stärken nicht mehr so gut aus. Das hat sich zum Rossignol Squad 7 deutlich verändert. Egal, ob man den Ski zentriert fährt oder ob man die Schaufel stark belastet – die Kontrolle den Turn sauber zu Ende zu bringen scheint immer da zu sein. Und trotzdem lässt sich das Tail durch den Squareshape leicht ausbrechen – ein Effekt, der von Squaretail-Surfboards schon seit den Siebziger Jahren bekannt ist. Durch ein etwas härteres Tail – das tortzdem noch weich genug für die Verspieltheit ist – kann man den den Ski nun aber so richtig fordern. Auch im zerfahrenen Schnee und jenseits der Champagne-Powder-Bedingungen verleiht der Ski nun auch bei großen Turns langem Geradeausfahren Sicherheit. Die Agilität hat natürlich etwas gelitten, aber mit etwas Aufwand ist auch der Rossignol Squad 7 in kurze, schnelle Turns zu bringen und beim Treeskiing hat man auch ein Grinsen im Gesicht. Mir persönlich gefällt der Rossignol Squad 7 mehr als der S7, weil er durch die Weiterentwicklungen vielseitiger geworden ist und den Skifahrer etwas mehr fordert.

Fazit

RossignolIst der S7 definitiv ein Ski für den weichen Ski und kleine bis mittelgroße Turns (Bäume, verspieltes Gelände), dann ist der Rossignol Squad 7 ein Schritt in die Richtung Powderwaffe, den man auch mal in ruppigem Gelände zur Hand nimmt. Mit etwas Einsatz bringt man ihn aber in die engeren Turns und dann erkennt man seine S7-Abstammung: Verspieltheit und höchste Fehlertoleranz. Die Weiterentwicklungen haben an den richtigen Stellschrauben gedreht und nun hält der Squad 7 auch bei hoher Geschwindigkeit und Straight Lines was er verspricht. Der Rossignol Squad 7 richtet sich eher an fortgeschrittene Skifahrer, für die Skier ein Sportgerät und kein Spielzeug sind.

2 Kommentare

  1. Schöner Review! Hat mich überzeugt :-) Kannst du was zum Montagepunkt sagen? Ich bin 190 cm lang und etwa 82 kg schwer. Ich bin kein BC-Jibber und bevorzuge eher schnelle und steile Sachen mit wenigen Turns. Denkst du, dass -1 zu viel Gewicht ins Tail bringt?

    cheers

    • Bin 77kg habe die Bindung bei null montiert. Ist gegenüber anderen Skis schon relativ weit vorne – dadurch drehfreudig. Für mich passt null super – wer aber wenig Kurven fährt (oder eher gerne aufm Tail fährt) würde -2 empfehlen.

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