Testberichte

Scott Pure Freerideski | Ski - Test

28.09.2012

Scott Pure Freerideski | Ski – Test

Der Scott Pure ist einer der Klassiker auf dem Freeride-Ski-Markt. In seinem ersten Winter 2004/2005 schlug er ein wie eine Bombe – vor allem natürlich durch seinen auffälligen Schwalbenschwanz, der stark an ähnliche Konstruktionen aus dem Snowboard- und Surfsport erinnerte. Außerdem war er schon damals einer der ersten Freeride-Ski mit einem recht lang gezogenen Tiprocker. Das Charakteristikum vom Scott Pure waren schon damals hohe Stabilität bei großen schnellen Turns – beste Voraussetzungen für eine Powderwaffe.

Technische Informationen

Mit den Jahren und dem allgemeinen Trend folgend ist auch der Scott Pure ein bisschen breiter geworden – und mit ihm wahrscheinlich auch die Fahrer, die seit der ersten Erscheinung des Skis auf ihn schwören! Die getestete Länge von 188 cm hat nun einen Sidecut von 138-104-124 (Radius 23 m). Das erste Modell war mit 132-92-118 etwas stärker talliert und hatte dementsprechend auch einen engeren Radius (20.5 m). Ansonsten sind die Entwickler den Stärken des Scott Pure treu geblieben und haben just diese, aber auch seine Schwachstellen weiterentwickelt. Mittlerweile heißt die Technologie Pro-Tip-Rocker (gleichmäßiger Flex) und Venturi Tail – die Effekte sind ähnlich wie damals als es noch progressive Spitze und Schwalbenschwanz hieß.

Test

Die Bedingungen während dem Test waren – um es gelinde zu sagen – Freeride-technisch nicht unbedingt erwünschenswert: Tagelang kein Neuschnee, zerfahrene Hänge, Harschdeckel, harter Untergrund. Bei einem Skitest ist das aber gar nicht so schlecht, da man im besten Champagne-Powder sowieso mit jedem Ski gut zu Recht kommt. Genau bei solchen Bedingungen zeigen sich die wahren Eigenschaften des Skis – und der Scott Pure hat bestanden! Wer den Pure aufgrund seiner speziellen Charakteristika lieben gelernt hat, wird sich auch nun gleich wieder wohl fühlen! Er hat seine Eigenheiten – vor allem Laufruhe bei schnellen, großen Turns und enormer Auftrieb – beibehalten. Durch den von Scott als Dual Radius bezeichneten Effekt – zwei kombinierte Radien beschreiben die Sidecut-Struktur – reagiert der Ski bei Schwungeinleitung oder am Schwungende aggressiver oder progressiver je nachdem, ob sich der kleine und/oder der große Radius im vorderen oder hinteren Bereich der effektiven Kantenlänge befindet. Im Vergleich zu seinen früheren Vorgängern ist er nun agiler und das macht ihn vielseitiger.

Fazit

Wie gehabt eine Waffe bei hohen Geschwindigkeiten! Wir pflegten als Abschluss eines Freeride-Tages mit den älteren Modellen noch ein paar Mal die Kandahar-Abfahrt mit möglichst wenig Schwüngen hinunter zu brettern – das ist auch weiterhin gut möglich und man merkt, dass der Ski sich dabei wohl fühlt. Agilität wird nun größer geschrieben, aber der Fahrer muss den Pure in die engen Turns zwingen – wobei er einmal auf der Kante auch dann unglaublich viel Sicherheit verleiht.

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