Reise

Teil 4/5 - Der Himalaya - Von den Reisterassen Indiens zur „Wohnstätte des Schnees“- Trekking Tagebuch

02.10.2012

Teil 4/5 – Der Himalaya – Von den Reisterassen Indiens zur „Wohnstätte des Schnees“- Trekking Tagebuch

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Tag 10:

Pangding, 4150m nach Dzongri, 4030m.

Beim einpacken der Outdoor Ausrüstung

Früh am Morgen

Die Anstrengungen, Kälte und Höhe der letzten Trekking -Abschnitte haben uns gezeichnet. Trotzdem verlassen wir bei Sonnenaufgang unser Lager, um mit den Stirnlampen eine kleine Anhöhe zu erklimmen. Wie immer schwer beladen mit Kamera- und Outdoor Ausrüstung und Stativ für die Panorama- und HDR Aufnahmen. Das Glück ist uns weiter Hold. Ein neues, schier noch phantastischeres Panorama erschließt sich unseren Augen. Der Blick reicht in der Ferne über ganz Sikkim bis Tibet und Bhutan. Ganz nah vor uns: Im Osten, in den ersten Strahlen der Sonne, erstrahlen im Gegenlicht der Pandim (6691m) und der Jopuno (5936m). Im Norden direkter Blick auf den Kanchenjunga und das Kabru-Massiv: Diese herausragende Gipfelgruppe liegt in Fortsetzung des Kanchenjunga-Massivs in Richtung Singalila Range. Das Kabru-Massiv besteht aus dem Kabru South (Kabru I) mit 7317 m, Kabru North (Kabru II) mit 7338 m, Kabru III mit 7395 m und dem Kabru Dome mit 6585 m. Im Westen ist der hell erleuchtet Rathong Peak (6679m) und sein mächtiger, ins Tal fließenden Gletscher zu sehen. Unglaublich.

Wir können einen Blick zurück werfen auf den gestrigen Kamsey-Bir Pass im Süden. Weit entfernt, jenseits des Yangshep Tales, zeichnet er sich in der Ferne ab. Wir staunen, welche Höhendifferenzen und Entfernungen wir auf anspruchsvollen Wegen über Stock und Stein bei Wind und Wetter in den letzten Trekking Tagen bewältigt haben. Doch bevor wir in Dzongri wieder auf andere Trekking -Abenteurer und Zeichen der Zivilisation treffen werden steht uns der spektakuläre Abstieg ins Tal von Tikip Chu bevor.

Am malerischen Fluss von Tikip Chu auf moderaten 3700 Metern überqueren wir unsere letzte „Baumbrücke“. Die Quelle des absolut glasklaren Baches liegt am Rathong-Gletscher. Wir genießen während der Mittagspause am schönen Wildbach den heißen Reis, unseren geliebten Ingwer Tee und den Blick zurück: Auf unsere Abstiegsroute und den schönen Wasserfall am Ende des kleinen Tales. Der Weg hinauf nach Dzongri zieht sich in die Länge. Das Trekking -zentrum Sikkims empfängt uns ruhig, nur einige wenige größere Zeltansammlungen – teilweise mit dem unglaublichen „Luxus“ von Toilettenzelten – säumen die weite Hoch- und Weidefläche.

Tag 11:

Dzongri, 4030 m nach Kokchurang, 3725 m.

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Gebetsfahnen am Gipfel des Dabla Khang

Wieder einmal müssen wir vor Sonnenaufgang raus in die Kälte. Der „Holy Hill“, ein guter Aussichtspunkt über Dzongri, verspricht erneut ein tolles Bergpanorama. Also kein Jammern und Klagen. Schritt für Schritt – wie viele Hunderttausende waren es schon? – geht’s hinauf. Als wir unter den Gebetsfahnen am Gipfel des Dabla Khang ankommen ist uns warm. Aber wir genießen die Aussicht nicht mehr für uns alleine. Einige Trekking -Gänger sind schon da und lassen sich die verschiedenen Gipfel erklären: Die wichtigsten kann ich mir merken: Von West nach Ost sind zu sehen: Rathong (6679m), Kabru South (7317m), Kabru North (7338m), Kabru Dome (6600m) und Kanchenjunga (8598m), Pandim (6691m) und Jopuno (6010m).

Danach geht es lange serpentinenartig über viel Geröll und durch sattgrüne Bergwälder hinunter ins Tal des Prek Chu, einem wilden Gebirgsfluss, der sich seinen Weg vom Onglaktang-Gletscher in Richtung Tiefland sucht.

Tag 12:

Kokchurang, 3725m nach Phedang, 3550m.

Der Nebel nimmt uns die wunderbare Sicht

Wir gehen entlang des Prek Chu flussabwärts. Diese zur Hauptsaison – wie sagt man auf Englisch so schön – „overcrowded“ Route scheint kurz vor Beginn des Winters und bei der Wetterlage jedoch nicht interessant zu sein. Nur wenige andere Trekking -begeisterte begegnen uns. Wie wir erst viel später erfahren werden, sitzen zum gleichen Zeitpunkt am „Tenzing-Hillary Airport“ im nahen Nepal wegen des enorm schlechten Wetters mehr als 2500 Everest Trekking -Touristen in Notunterkünften in dem kleinen Ort Lukla fest. Alle Flüge waren für über eine Woche gecancelt. Die Fernsicht hat sich in der gesamten Grenzregion Indien / Nepal, wie die Sonnenstunden pro Tag, auf Null reduziert.

Buddhistisch meditativ geht unsere Trekking Tour in Nebel und Wolken bis Phedang. Bei leichtem Schneefall erreichen wir den Lagerplatz, der mit vielen Zelten in skurrilem Pink gespickt ist. Hier, in niedrigerer und geschützter Lage im Wald, suchen wir vor der nassen Kälte Schutz. Wir finden ihn in den Überresten einer verfallenden Hütte. Unsere Sherpas schlagen dort ihr Quartier auf, während wir unser Trekkingzelt vorziehen. Viel Zeit bleibt uns bei heißem Tee und Gemüsereis bis zum Einbruch der Nacht.

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