Reise

Teil 2/5 - Der Himalaya - Von den Reisterassen Indiens zur „Wohnstätte des Schnees“ Trekking-Tagebuch

28.09.2012

Teil 2/5 – Der Himalaya – Von den Reisterassen Indiens zur „Wohnstätte des Schnees“ Trekking-Tagebuch

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Tag 2

Akklimatisationstour Trekking zum Singalila Peak, 3618m.

Sonnenaufgang bei einer Trekkingtour von Exped

Sonnenaufgang – traumhaft

Die Wetteraufklarung lässt uns am Nachmittag auf den Singalila Peak starten, mit 3618 Meter Höhe eine perfekte Akklimatisationstour.Das Exped Zelt eingepackt gehen wir in tollen Nebel -und Wolkenstimmungen gemütlich bergauf, passieren unseren ersten Grenzstein – stehen mit einem Fuß in Indien und mit dem anderen in Nepal. Beim Abstieg vom Gipfel an einer Yak-Alm wird das Licht und die Fernsicht atemberaubend. In der Hütte werden wir vom Zauber der Atmosphäre, der tibetisch buddhistisch eigenen Aura des Glücks und der Zufriedenheit, dem einfachen Leben und der Verbundenheit der Menschen mit der Natur so in den Bann genommen, das wir die heranziehende Dunkelheit lange ignorieren. Mit dem letzten Sonnenlicht beginnen wir den Abstieg von der Yak-Alm. Mit nur einer Stirnlampe erreichen wir in absoluter Finsternis unser Lager. Tschalak, unser Koch, und seine zwei Gehilfen Bimba und Yanu haben schon ein leckeres Abendessen gezaubert: Mit frisch gebackenem indischem Brot (Naan) und viel Gemüse-Reis.

Tag 3

Chewa Bhangjang, 3100m nach Gairy, 3500m.

Yak im Himalaya

Yak als Transporter über Stock und Stein

Ein fester Schritt, ein Blick zurück auf die flatternden Gebetsfahnen von Chewa Bhangjang – und wir lassen die Zivilisation endgültig hinter uns. Voller Vorfreude auf das Kommende machen wir uns auf den Weg, der sich nun immer am natürlichen Gelände orientieren wird. Entlang des langen Grates geht es erstmal richtig kontinuierlich bergauf. Durch zauberhafte Rhododendron-Wälder führt der Pfad auf den exponierten Grat und auf eine erste Passhöhe mit 3800 Metern. Die Gebetsfahnen flattern im Wind und glänzen in der Sonne. Der Ausblick ist gigantisch. Eine Yak-Karawane zieht schwer beladen vorbei, während wir immer auf dem Höhenzug unseren Trekking – Weg fortsetzen. Wir laufen noch ein kurzes Stück auf die Süd-West-Seite des Grates und schlagen unser Nachtlager in der Nähe einer verlassenen Hütte auf: Gairy ist nach einer leichten Tagesettape erreicht. Wir dösen im Exped Zelt vor uns hin, fotografieren, essen und schlafen fest ein in der absoluten Stille der himalayischen Nacht.

Tag 4

Gairy, 3500m nach Dhor, 3700m.

Exped Zelt mit Panoramablick

Zimmer mit Bergblick von Exped

Die heute sehr kurze Tagesettape nach Dhor erlaubt morgendliches Bummeln und Genießen. Entlang einsamer Pfade geht es dann nordwärts – immer auf oder nahe an der Kammhöhe der Singalila Range durch offenes, teilweise felsdurchsetztes Gelände mit bunten Flechten, Moosen und Büschen.

Auf gut erkennbaren Pfaden lernen wir schnell, daß wirklich jeder Schritt konzentriert und wohlüberlegt gesetzt werden muss. Ein Umknicken auf dem steinigen, felsigen Boden wäre wirklich suboptimal. Erste Verwunderung kommt bei uns auf, wie die Sherpas mit ihren Badeschlappen und schillernden goldenen Gummistiefeln hier zurecht kommen. Meinen wir doch mit unserem schweren Bergstiefel ideal gekleidet zu sein? Nachmittags in Nebel und Kälte erreichen wir Dhor.

Kurz vor Sonnenuntergang gehen wir die wenigen Meter auf die Anhöhe. Ein atemberaubendes Panorama öffnet sich vor unseren Augen. Die Wolken schmiegen sich unter uns wie ein Teppich über die Landschaft, am östlichen Horizont erkennen wir die Berge Bhutans mit dem Chomolhari (7315m). Westseitig nach Nepal hin zeichnen sich in der Khumbu Region der Everest (8848m), der Lhotse (8516m) und der Makalu (8.485m) in der Ferne ab. Die Weite, Stille und Macht der Landschaft erscheint uns noch erhabener, da wir aus eigener Kraft und auf eigenes Risiko – unter Verzicht auf alle möglichen Ver- und Absicherungen – hierher bewegt haben. Nur die Nacht und die Kälte lässt uns irgendwann noch ganz gebannt ins Zelt zurückkehren.

Tag 5

Dhor, 3700m nach Pare Megu, 3900m.

Eine kleine Pause

Vor Sonnenaufgang klingelt der Wecker. Es wird allmählich wirklich kalt, aber magisch zieht es uns auf unserem Trekking – Weg noch einmal hinauf auf den Grat um die atemberaubende Sicht auf den Himalaya zu genießen. Vom Grenzstein Nepal-Indien aus sind im mystischen Licht der Kanchenjunga (8586m) und das Kabru-Massiv (7412m), der Jannu (7711m) sowie der Rathong (6678 m ) mit seinem beeindruckenden Gletscher (an dessen Fuß das „HMI“ liegt) zu sehen.

Immer auf und ab geht es von einer Seite der Singalila Range auf die Andere, über einen kleinen Pass, durch nebelige Rhododendron Wälder und an verlassenen provisorischen Feuerstellen, einfachen Hirtenlagern. Der Blick reicht immer wieder bis hin zu den Grenzbergen nach Tibet und Bhutan. Am Nachmittag erreichen wir die Sommerweiden von Pare Megu auf 3900 m Höhe. Die Luft wurde spürbar immer dünner, die Kälte nimmt zu. Wir schlagen unser Lager inmitten der großen Grasflächen zwischen den Yaks auf.
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