Reise

Teil 1/5 - Der Himalaya - Von den Reisterassen Indiens zur „Wohnstätte des Schnees“ mit Exped

27.09.2012

Teil 1/5 – Der Himalaya – Von den Reisterassen Indiens zur „Wohnstätte des Schnees“ mit Exped

Anreise/Tag 1

Maren Bothmer und Fotograf Norbert Blank (www.bilder-botschaften.de, www.ecuador-kajak.com) gingen auf Erkundungstour jenseits der klassischen Trekking- und Expeditions-Autobahnen des Himalaya. Auf mystischen, hochalpinen Wegen, fern ab der Zivilisation und allen Trubels folgen sie in Sikkim / Indien dem majestätischem Ruf der „Heimat der Götter“.

Ihr Ziel: Die „Singalila Range“, ein verlassener, nord-westlich orientierter Gebirgszug entlang der Grenze zwischen Indien und Nepal. Westlich fällt der lange Grat nach Nepal ab, der östliche Teil gehört zu dem kleinen indischen Bundesstaat Sikkim. Die Singalila Range ist einer der wenigen Plätze auf der Welt, von wo aus vier der 8000er Gipfel unserer Erde gleichzeitig zu sehen sind: der Everest (8846m), Makalu (8485m), und Lhotse (8516m). Und natürlich der Kanchenjunga (8598m), dritthöchster Berg der Erde und heiliger Berg Sikkims. Der tibetische Name des fünfgipfeligen Berges bedeutet “Die fünf großen Schatzkammern des Schnees” – und diese liegen immer zum Greifen nahe. Auf versteckten Wegen, entlang hoher Grate, über wilde Pässe, an heilige Seen und durch tiefe Täler arbeiten sich Maren Bothmer und Norbert Blank wochenlang immer höher hinauf. Mit Exped Expeditionszelt und Trekkingrucksack führt ihr Weg von den Reisterassen des tropischen Tieflandes durch Regen, Sturm und eisige Kälte bis an den Fuß des mächtigen Kanchenjunga, den dritthöchsten Berg unserer Erde.

Buddhistische Gebetsfahnen

„Wohnstätte des Schnees“ bedeutet die Bezeichnung Himalaya in Sanskrit, der alten Sprache indischer Brahmanen Priester. Nicht umsonst sind die mystisch emporragenden Gipfel und abgelegenen Täler seit Jahrhunderten eine Quelle der Inspiration für Sinnsucher sowie Orte tiefer Religiosität. Ganz versteckt, fast vergessen, eingebettet zwischen Nepal und dem Königreich Bhutan, liegt Sikkim an den steilen Hängen des Himalaya. Die Landessprachen sind Nepalesisch, Lepcha, Limbu, Bhutia, Sherpa, Tibetisch, Hindi und die Amtssprache ist Englisch, das jedoch viele Inder und die Sherpas überhaupt nicht oder nur bruchstückhaft sprechen. Viele Religionen (darunter die Großen: Buddhismus, Hinduismus, Islam, Christentum) leben im tibetisch geprägtem Sikkim auf engstem Raum verträglich miteinander.

Schon die Anreise nach Sikkim ist ein echtes Erlebnis: Wer den indischen Inlandsflug von Mumbai, Dehli oder Kalkutta nach Bagdogra gut übersteht, darf mit dem Toy-Train weiter hinauf in die Tee Hochburg Darjeeling reisen: Die „Darjeeling Himalayan Railway“ ist eine schmalspurige Eisenbahn mit nur zwei Fuß Spurweite. Der Zug schafft den Höhenunterschied von 2000 Metern und die 86 Kilometer in „nur“ zehn Stunden. Weite Streckenabschnitte des „Toy Train“ haben fast den Charakter einer Straßenbahn. Es wird fast pausenlos gehupt, um Anwohner und Autofahrer vor dem Zug zu warnen, der quer durch Orte und über Straßen führt.

Die Weiterreise von Darjeeling aus in Richtung Sikkim und die Singalila Range ist nichts für schwache Nerven. Die Fahrzeuge – meist Landrover ähnliche Jeeps indischer Bauart – zwängen sich auf den schmalen Bergstraßen mit eingeklappten Rückspiegeln in Millimeterarbeit aneinander vorbei, immer mit einem Rad knapp über den steilen Abgründen. Zusätzlich sind immer wieder Straßen unpassierbar, stundenlange Umwege müssen bis zum Erreichen der Grenze Sikkims bei „Melli“ am Fluss „Tista“ in Kauf genommen werden. Nach den Einreise-Formalitäten am Kontrollpunkt vergeht noch ein halber Tag bis nach Uttarey, dem Startpunkt der hochalpinen Trekkingtour.

Tag 1:

Uttarey, 2050m nach Chewa Bhangjang, 3100m.

 

Kleine Holzbrücke Richtung Chewa Bhangjang

Voller Euphorie verlassen wir Uttarey und versuchen langsam, ganz langsam los zu gehen. Ein erfolgreiche Akklimatisierung an große Höhe erfordert Geduld und extrem langsames Gehen. Die tropisch warmen Temperaturen helfen anfangs dabei, während wir in den zauberhaft grünen Wäldern, über kleine Holzbrücken und angelegte Pfade in Richtung Chewa Bhangjang marschieren.

Fast treppenartig sind die von Hand mit Natursteinen gepflasterten Pfade angelegt, perfekt für einen relaxten ersten Trekkingtag. Nebel und Wolken lassen eine zauberhafte Stimmung aufkommen, die selbst beim Anblick der Militärstation von Chewa Bhangjang keinen Abbruch nimmt. Auch der beginnende Regen kann uns nicht erschüttern. Schnell ist das Zelt aufgebaut, die Exped-Schlafmatte und Schlafsäcke vorbereitet und ein kurze Ruhepause in unserer Ein-Zimmer-Outdoor-Wohnung kann beginnen. Bei Dauerregen verbringen wir eine ruhige Nacht im Zelt.

Hier gehts zu Teil 2/5 >>

Copyright Norberrt Blank 2012, http://www.bilder-botschaften.de
________________________________________________________________

Norbert Blank – Fotografie

Leger 4
D – 83661 Lenggries
Germany

info@bilder-botschaften.de
0049-(0)175-60 177 43

Websites:

http://www.bilder-botschaften.de

http://www.ecuador-kajak.com

_________________________________________________________________

Neuer Kommentar

Deine Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!

*


*