Testberichte

Scott Genius 2013 - Mountainbike im Test

24.08.2012

Scott Genius 2013 – Mountainbike im Test

Das neue Scott Genius 700 in 650B 27,5“ und das Scott Genius 900 in 29“

Endlich ist es raus, das neue Scott Genius Mountainbike für 2013. Ähnlich wie beim neuen Downhillboliden von Scott, dem Gambler ist auch beim neuen Scott Genius bis auf den Namen nichts mehr gleich.

Das Scott Genius wurde komplett neu entwickelt und ist mit dem alten Genius nicht mehr zu vergleichen. Vergleichsweise bringt man es von der Optik eher mit dem Scott Spark das bereits für 2012 neu aufgelegt wurde in Verbindung. Die Dämpferanlenkung wurde hierbei wie beim Spark ins Rahmendreieck geholt. Erstmals gibt es das Scott Genius für 2013 in zwei Radgrößen. Das für Mountainbikes altbekannte Maß von 26“ fällt im Falle des neuen Genius komplett weg, dafür wird es das Genius in der neuen Radnorm 650B also 27,5 Zoll und in der im letzten Jahr starken Größe von 29“ geben.

Über die „Big Wheels“ müssen wir an dieser Stelle erstmal nicht diskutieren. Die Vorteile der Größeren Räder liegen auf der Hand und jeder der diese mal testen konnte wird das auch bestätigen können. Wer sich nicht mit den Twentyninern anfreunden konnte, für den ist die neue Norm 650B genau das Richtige. Der unterschied von 29“ auf 27,5“ Zoll ist deutlich spürbar, in Form von schnellerer Beschleunigung und spielerischer Wendigkeit und trotzdem sind die 27,5“ nicht so anfällig wie die „alten 26er“ was Unebenheiten betrifft. Größere Räder rollen einfach leichter, ruhiger und sicherer.

So nun aber zum neuen Scott Genius 2013

Am 13. und 14.08 war ich bei der Scott Präsentation und Testride der neuen Genius Mountainbikes in Garching bei München. Scott gab den Händlern hier die Möglichkeit die neuen Modelle zu Testen und sich schonmal ein Bild für die nächste Bikesaison zu machen. In der Scott Niederlassung Deutschland standen uns hier ca. 40 Testräder zur Verfügung.

Scott Genius 930 - Aluvariante 29"

Als aktueller 29er Fan bin ich zuerst mit dem Scott Genius 930 (Aluvariante) also dem 29 Zoll Bike gefahren. Ich war erst ein bisschen skeptisch ob ein Twentyniner mit sage und schreibe 130mm Federweg nicht zu hoch und somit noch unhandlicher werden würde ??? Im Gegenteil die 130mm und die neu entwickelte Dämpferanlenkung geben ein enorm komfortables und sicheres Fahrgefühl. Beim Genius 930 war das Gefühl „im Rad zu sitzen“ sehr stark und das Gab ständige Kontrolle bei enormen Vortrieb.

Scott Genius 710 - Carbon 27,5"

Scott Genius 710 – Carbon 27,5″

Das darauf folgenede Genius 710 in der carbon variante und 27,5 Zoll Laufräder wirkte dagegen sehr verspielt und wendig. Die Unterschiede zu den „alten 26 Zöllern“ waren für mich kaum zu spüren….die Unterschiede sind auch sehr gering. Das Intressante bei den beiden Bikes ist, dass egal ob 27,5“ oder 29“ bei gleicher Rahmengröße eine exakt gleiche Sitzposition erreicht. Heißt, die maße von Oberrohr, Sattelrohr etc. sind exakt gleich. So muss sich der Fahrer nur noch entscheiden ob er die wendige, spielerische Geniusvariante mit 150mm Federweg und 27,5 Zoll oder doch die leicht rollende und Laufruhige 29“ Version nimmt. Die Sitzposition bleibt gleich.

Nun zu den neuen Features an den beiden Genius Mountainbikes 700 und 900.

Dämpferanlenkung im Rahmendreieck

Dämpferanlenkung im Rahmendreieck

Wie bereits beschrieben wurde die Dämpferanlenkung in das Rahmendreieck gelegt und so ging Scott auch vom „Pullshock Dämpfer“ weg. Ein Compressions Dämpfer ist nun hier am Arbeiten und das auch nicht das erste mal, der selbe Dämpfer findet sich auch im Spark wieder. Der mit DT-Swiss entwickelte NUDE 2 Dämpfer wurde für 2013 nochmal überarbeitet und ist nun noch sauberer und direkter in dem Traktion-Mode des Twinlockhebels. Federwege der Mountainbikes Genius 900 mit 29“ Rädern stehen vorn und hinten 130mm zuf Verfügung, beim Genius 700 in 650B Variante sind dies sogar 150mm vorn und hinten und das macht das Genius zum wahren Trailwunder.

Die überarbeitete Dämpferwippe im Scott Genius 2013

Die überarbeitete Dämpferwippe im Scott Genius 2013

Spürbar ist beim Genius, egal ob nun Aluminium- oder Carbonrahmen die unglaubliche Steifigkeit. Diese wird durch die überarbeitete Dämpferwippe, überdimensionierte Lager und durch das Oversize Tretlagergehäuse mit BB92 erreicht. Auch eine Oversize Lagerachse wurde verbaut um den Hinterbau noch steifer zu bekommen.

Gleich geblieben ist der Einsatz von Steckachsen im Hinterbau, um zusätzliche Steifigkeit in das Bike zu bekommen. Gerade bei den „Big Wheels“ also 29er ist Steifigkeit besonders wichtig. Die „Dropouts“ können bei Scott je nach Laufradwahl auch getauscht werden. Standard ist 142mm x 12mm drin. Es stehen aber auch 135mm x 12mm und 135mm x 5mm zur Montage bereit.

Kettenfängerplatte oder auch Scott Genius Chainblocker

Kettenfängerplatte oder auch Scott Genius Chainblocker

Genial ist beim Genius auch die angebrachte Kettenfängerplatte um den Rahmen nicht zu Beschädigen. Diese ist aufgeschraubt und kann beim kampf um das Gewicht auf Wunsch auch demontiert werden. Durch die Aufnahme der Chainblockerführung ist es auch möglich einen Adapter für ISCG zu montieren um evtl. Kettenführungen montieren zu wollen.

Die von Scott patentierte Fertigungstechnik von Carbonrahmen IMP wurde nochmal weiterentwickelt und so schafft Scott beim Genius nochmal eine Gewichtsreduzierung bei erhöter Steifigkeit.
Auch im Aluminiumbereich ist einiges geschehen, so kommt das Genius 730 in Aluminiumausstattung nur auf 13,4kg mit Shimano XT Ausstattung. Das Topmodell Genius 900 SL liegt mit 29“ Laufrädern und 130mm Federweg bei sagenhaften 11,4 Kg. Wahnsinn!!!!!!

Die Scott Bikes kommen ab 2013 mit edlen Anbauteilen des Herstellers Syncros. Der bekannte Parts-Hersteller ist seit dieser Saison mit Scott liiert und daher ab sofort immer mit edlen Anbauteilen auf den Scottbikes vertreten.

Der Überarbeitete Twinloc Hebel am Scott Genius 2013

Der Überarbeitete Twinloc Hebel am Scott Genius 2013

Auf dem Bild auch schön zu erkennen, der neu überarbeitete von Scott patentierten Twinloc hebel. Dieser wurde für 2013 noch ergonomischer gemacht und um 10mm verlängert um mit weniger Kraftaufwand zwischen dem Lockmodus, dem Tractionmodus und dem Fullmodus zu schalten.

Die Direkt Postmount Scheibenbremsaufnahme ist mit dem bewährten System wieder auf der Kettenstrebe angebracht worden. Dies vermeidet Vibrationen im Hinterbau und auch im Fullmode also 150mm oder 130mm ist kein Federwegsanspruch durchs bremsen spürbar. (Wie bei manchen eingelenkern.)

Auf dem folgenden Bild sind die Geometrien vom alten und den beiden neuen Genius 900 und 700 deutlich zu sehen.

Geometrie Scott Genius 700 und 900

Geometrie Scott Genius 700 und 900

Fazit: Das Genius 900 ist für all diejenigen die es gerne krachen lassen, viel Strecke fahren und wert auf ein Laufruhiges Bike legen. Die 130mm arbeiten sehr sauber und man hat das Gefühl im Bike zu sitzen. Ideal für Alpencrosser, feierabendtour und vor allem für Fahrer über 175cm.

Das Genius 700 ist perfect für diejenigen, die wert legen auf eine spielerische Abfahrt, enge kehren und ein wendiges Bike. Das Genius 700, der Perfekte begleiter auf all deinen Touren und eine wahre Trailmaschine mit 150mm Federweg.

Bei Fragen zum Bike und zu Fahreindrücken von neuen Scott Genius Mountainbike meldet euch gerne bei mir:

Fynn Ettenhuber
Bergzeit Outdoor 08021/5062004

7 Kommentare

  1. Hallo,
    hab mich gefreut einen guten Beitrag zum neuen Genius zu finden. Ich ueberlege mir das 940er zu holen. Ich habe gelesen, dass hier ein anderer Daempfer(m3) verbaut ist. Mit diesem ist es anscheinend nicht moeglich den Federweg von 130 auf 90mm zu reduzieren. Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob dies ein sehr grosser Nachteil ist und sich die Mehrinvestition zum 930er lohnt. Vielleicht koennen Sie mir da einen Tipp geben.
    lg, christian

    • Hallo Christian,
      ich würde die Modellwahl nicht nur vom Dämpfer abhängig machen. Die neue Generation Nude 2 Dämpfer hat zusätzlich zur Plattformstufe auch einen reduzierten Federweg, was das Bike gefühlsmäßig noch straffer macht. Allerdings ist die komplette Ausstattung des 930ers eine Qualitätsstufe höher, was sich natürlich auch beim Gesamtgewicht bemerkbar macht. Das 940er bietet einen interessanten Preiseinstieg in die Genius Reihe und das 930er ist, wie auch in einigen Magazinen schon beschrieben, das “Volksmodell” mit einer Top Ausstattung.
      Grüße
      Christian Morgenroth/Produktmanager Bike Fa. Bergzeit

  2. Für mich als Anfänger ist es sehr schwer in diesem reichahltigen Angebot das richtige Bike auszuloten. Bin bisher bin ich nur Rennrad gefahren. Wohne nun im geeigneten Gelände und suche ein Rad was nicht gleich an seine Grenzen kommt. Es soll sich gut bergauf fahrenlassen und bergab Spass machen. Auch mal in den Alpen gebrauchen zu sein. Wäre ein 29´er eben das Genius 930 da zu empfehlen?

    • Hallo Stephan,
      da hast du auf jeden Fall schon die richtige Wahl getroffen. Mit dem Genius 29er hast du das perfekte Bike für lange Strecken zum Berg hin und bergauf. Für Downhills hat es genügend Reserven, um alles was Dir in den Alpen unter die Räder kommt souverän zu bewältigen. Wir haben bereits das Genius in 29” und 650b zum Probesitzen in unserer Filiale in Gmund.
      Viele Grüße
      Christian Morgenroth/ Produktmanager Bike Fa. Bergzeit

  3. Danke, sehr guter Bericht! :)
    Ich bin sehr zufriedener Genius MC10 (2004)-Fahrer, nun unsicher, ob ich das Genius LT 20 oder das Genius 720 kaufen soll. Ich fahre alles was ich runter fahre, zuerst auch hoch. Bis jetzt keine speed-downhills aber Interesse, die technischen Stellen immer besser zu meistern.
    Können Sie da etwas dazu sagen?

    • Hallo Michael,
      ganz klare Sache. Du solltest Dir ein Genius 720 gönnen, dieses ist sehr vielseitig, weisst für 150 mm Federweg nahezu perfekte Klettereigenschaften auf, und macht auf technisch schwierigen und schnellen Abfahrten richtig viel Spass. Die Sitzposition und das Lenkverhalten ist gerade bei längeren Touren und Trails bergauf um ein vielfaches angenehmer als beim Großen Bruder dem LT

Neuer Kommentar

Deine Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!

*


*