Reise

Mountainbike Neuseeland: Queen Charlotte Track

07.08.2012

Mountainbike Neuseeland: Queen Charlotte Track

Auf der Suche nach den schönsten Single-Trails auf der Südinsel Neuseelands

Es ist kein Geheimtipp mehr: Neuseeland – vor allem die Südinsel – besticht durch einen in seiner Häufigkeit selten gesehenen Wechsel an Vegetation und Landschaftsbild. Bei Travellern und Wanderern sind die Inseln schon seit Jahrzehnten beliebt und eigentlich sollte es da nahe liegend sein die Einsamkeit auch mal mit dem Mountainbike zu erkunden! Zum Anfang haben wir einen der bekanntesten Wander- und Mountainbike-Tracks beschreiben: den St. James Cycle Trail. Nun geht es um einen der Highlight-Trails auf der Südinsel: der Queen Charlotte Track in den Marlborough Sounds.

Der Queen Charlotte Track in den Marlborough Sounds am Nordende der Südinsel

Ein absolutes Highlight der Südinsel – egal ob zu Fuß oder mit dem Mountainbike ist der Queen Charlotte Track durch die fjordreichen Marlborough Sounds am nördlichen Ende der Südinsel. Dieser Traum-Trail ist der längste Single Trails Neuseelands (80 km) und aufgrund seiner wundervollen Lage entlang den Ufern des Pazifiks und auf den Bergrücken mit Atem raubenden Aussichten lohnt sich jeder einzelne Meter! Und man sollte sich mehr als einen Tag Zeit nehmen (2-3 Tage werden empfohlen), um dieses Abenteuer in angemessener Weise zu genießen.

Queen Charlotte Moutainbike Track – Bildquelle: Totti Lingott

Queen Charlotte Moutainbike Track – Bildquelle: Totti Lingott

Los geht es in der geschichtsträchtigen Ship Cove Bucht, in der Sir James Cook während all seiner Reisen in den Pazifik insgesamt fünfmal Halt machte – zum ersten Mal am 15. Januar 1770. Auch heutzutage ist die einzige Möglichkeit, um zum Ausgangspunkt zu gelangen, ein Boot von Picton zu buchen. Schon alleine wegen dem ungewöhnlichem Transport und der morgendlichen Fahrt mit dem Water-Taxi durch den Sound – bei dem man nicht selten Delphine, Pinguine, Robben und andere maritime Tiere zu Gesicht bekommt – lohnt sich der Trip. Im Laufe des Tracks gelangt man immer wieder an die Ufer von wunderschönen Buchten, in denen verschiedenste Klassen von Unterkünften zum Bleiben überzeugen (vom Campingplatz bis zum luxuriösem Resort ist alles vorhanden).

Die erste Etappe bis zur Punga Cove (Camp Bay, 26 km) führt bergauf durch feuchten Bergwald mit lehmigem (meist rutschigem und schwer zu befahrenden) Untergrund. Wieder hinunter zum Meeresufer geht es dann in der Resolution Bay und manch einer lässt sich mit dem Water-Taxi auch gleich hier abladen. Generell sollte man nach Regenfällen weitaus mehr Zeit für den ersten Teil des Tracks einplanen als wenn er sich in trockenem Zustand befindet, da viele Passagen schiebend zu Fuß bewältigt werden müssen. Von Punga Cove geht es wieder bergauf zum Kenepuru Saddle, auf dem es dann oberhalb der Bay of Many Coves und vorbei an etlichen grandiosen Aussichtspunkten die nächsten 20 km weiter geht – ohne zu verschweigen, dass es auch auf dem Sattel ständig hoch und runter geht. Die 300m-Abfahrt zum Torea Saddle (48 km) stellen dann eine nicht zu verachtende Pause für die Beine dar.

Sowohl in Torea als auch in Portage Bay bieten sich einige lohnenswerte Übernachtungsmöglichkeiten, die rege genutzt werden – wohl auch wegen dem folgenden, letzten heftigeren Anstieg – bevor es vornehmlich bergab zum Te Mahia Saddle (58 km) geht. Auch die Bucht von Te Mahia läd regelrecht zum Bleiben ein. Die letzten 20 km bis Anakiwa schlängelt sich der Weg entlang der Berghänge durch Farnwald und immer wieder erkennt man am anderen Ufer des Queen Charlotte Sounds die Ausläufer von Picton – und freut sich mächtig darauf in einem der vielen Fish’n Chips-Lokalen sich wieder alle verbrauchten Kalorien anzu(fr)essen.

Queen Charlotte Moutainbike Track – Bildquelle: Totti Lingott

Queen Charlotte Moutainbike Track – Bildquelle: Totti Lingott

In Anakiwa angekommen hat man knapp 80 km und ca. 2200 Höhenmeter hinter sich gebracht – wichtig ist allerdings vor dem letzten nachmittäglichen Boottransfer anzukommen (normalerweise 16 Uhr; in der Nebensaison unbedingt vorher abklären!), denn sonst kann man gleich noch die restlichen 24 km und 500 Höhenmeter zurück nach Picton radeln. Allerdings lohnt auch diese Strecke, denn sie zählt zu den schönsten Road Bike Strecken Neuseelands. Auch die Bucht von Anakiwa läd zum Bleiben ein und wer keine Hektik verspürt, sollte sich hier nach einer Übernachtungsmöglichkeit umsehen und nicht gleich nach Picton zurückfahren.

Tipps:

  • Zwischen 1. Dezember und 28. Februar ist der Queen Charlotte Track für Mountainbiker aufgrund der großen Anzahl an Wanderern gesperrt.
  • Mehrere Teilabschnitte verlaufen auf Privatgrund und es muss ein 12-Dollar-Passierschein gekauft werden.
  • Bitte auch in der Nebensaison Rücksicht auf die vielen Wanderer nehmen!
  • In der Nebensaison müssen die Boot-Taxis von Anakiwa zurück nach Picton extra gebucht werden!

Literatur: Classic New Zealand Mountain Bike Rides – Jonathan, Simon, and Paul Kennett; 8. Komplett überarbeitete Auflage; 2011, Wellington, NZ; 368 Seiten, 310 beschriebene Routen jeweils mit Höhenprofil, Bewertung und einer Menge einladender Fotos.

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