Reise

MTB und Rafting in St. Ulrich im Pillerseetal

29.08.2012

MTB und Rafting in St. Ulrich im Pillerseetal

Nachdem die Hüttentour am Wilden Kaiser bedingt durch schlechtes Wetter abgesagt werden musste, blieb noch die Hoffnung, dass es in der anschließenden Woche zum Biken im Pillerseetal wenigstens besser werden würde. Und wir sollten nicht enttäuscht werden…

Am ersten Tag war die Enttäuschung noch groß…sollte das Wetter doch besser werden. Leider war immer noch alles wolkenverhangen und man konnte kaum etwas von den umliegenden Bergen erkennen. Dennoch machten wir uns auf den Weg, um einen Erkundung der Umgebung auf dem Bike anzugehen. Unser Weg führte uns über St. Adolari, Waidring und Erpfendorf auf super ausgebauten Radwegen und leichten Trails über Fieberbrunn und einige Umwege wieder zurück nach St. Ulrich. Zum Einrollen oder als Fa­milientour „ganz nett“…wollten wir aber doch was anderes…nämlich rauf auf die Berge und Aussichten genießen. Außerdem sollten hm gesammelt werden. Und da konnten uns die 45km mit 450hm noch nicht überzeugen. :-)

Am zweiten Tag dann der Blick nach dem Aufstehen durch den Vorhang und tatsächlich…endlich schien die Sonne. Und das nicht zu knapp. Deutlich über 25°C zeigte das Thermometer an. Perfekt. Also machten wir uns auf den Weg zur großen Almrunde. Anfangs hatten wir noch unsere Last den richtigen Weg zu finden, da die Beschilderung manchmal etwas „abenteuerlich“ war, aber irgendwann fanden wir ihn :-) und es ging über die Lindttalalm hoch zur Wintersteller Alm auf 1423m. Zwischenzeitlich zeigte der Tacho dann auch schon mal Steigungen von 21% an. Aber der Aufstieg wurde durch ein herrliches Panorama und fast menschenleere Wege belohnt. Nachdem es noch über eine ca.800m lange Schiebepassage ging, konnten wir dann die Höhe mit der Gerstbergalm auf knapp 1661hm über einen schönen Trail erreichen. Über den Adlers Point ging es dann durch Kirchdorf, Erpfendorf und Waidring wieder zurück nach St. Ulrich. 45Km und 1300 hm standen schließlich am Abend auf der Uhr. Ein ganz guter Anfang. Fanden wir.

Am dritten Tag sollte dann das Kitzbüheler Horn auf knapp 2000m auf dem Programm stehen. Die Sonne brannte bereits schon vormittags ordentlich vom Himmel und so machten wir uns schließlich bei über 30°C auf den Weg, um den langen Anstieg in Angriff zu nehmen. Wir fuhren auf direktem Wege von St. Ulrich nach Fieberbrunn und weiter Richtung St. Johann i.T. Von der Bundesstraße ging es dann links direkt dem Hinweisschild Kitzbüheler Horn nach. Nach drei Kilometern auf asphaltiertem Weg ging es ab dem Winkelmoos-Bauernhof auf einem geschotterten Weg weiter. Dieser führte uns die meiste Zeit gänzlich ohne vor Sonne schützendem Wald bergauf, so dass wir jede Wasserquelle unterwegs gerne zum Auffüllen der Flaschen nutzten. Nach über zwei Stunden Auffahrt erreichten wir dann endlich die Hornköpflhütte unterhalb des Kitzbüheler Horns. Von hier genossen wir bei einer kalten und wohlverdienten Cola den Ausblick auf den Großvenediger und den Ortler in der Ferne. Welch ein Genuss. In doppelter Hinsicht. :-)  Anschließend ging es rasant den gleichen Weg wieder bergab, da der so verlockende Wandertrail leider für uns MTBer gesperrt war. Über Fieberbrunn und St. Jakob ging es dann schließlich zurück nach St. Ulrich. Schließlich konnten wir 52km und 1300hm an diesem Tag vorweisen.

Am vierten Tag spielte das Wetter leider nicht ganz mit. Aber auch das machte nichts, da wir sowieso eine Rafting-Tour gebucht hatten. Also ging es mittags nach Lofer, von wo aus wir etwa drei Stunden mit dem Boot in mehr oder weniger wildem Wasser unterwegs waren. Dennoch hatte wir ne Menge Spaß und es war eine gelungene Abwechslung. Außerdem machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp, bei dem wir einen kurzen Einblick in das Canyoning bekamen. Sehr zu empfehlen ist hier der Outdoorspezialist Base Camp. Und solltet ihr ebenfalls eine Tour buchen besteht auf den Kanadier Tim als Guide. Dann ist der Spaß garantiert!!!!

Am kommenden, dem fünften und vorletzten Tag führte uns die Tour zur Buchensteinwand. Auf dem direkten Weg war diese schnell erreicht und wir waren relativ zügig am Gipfel auf 1450 m. Von dort hatten wir einen herrlichen Blick auf den Pillersee und St. Ulrich., sowie auf das ganze Pillerseetal. Um nicht den gleichen Weg wieder zurückfahren zu müssen entschieden wir uns für einen kleinen Umweg über Hochfilzen zurück nach St. Ulrich. Die Abfahrt, in der Karte als gut ausgebauter Wanderweg markiert, entpuppte sich dann als Skipiste, über die ein winziger Pfad führte. Zeigte der Tacho zeitweise 40% Gefälle an, war das jedoch eher das kleinere Problem. Im unteren Teil der Abfahrt hatte nämlich ein Bauer kurz vorher scheinbar alles gut mit Kuhmist gedüngt. Also hieß es hier „Augen zu und durch!“ :-)Zum Glück gab es auf dem Rückweg in der Nähe des Wiesensees einen kleinen Bach, der den Weg kreuzte…schön, wenn nicht mehr alles nach Kuhmist riecht! :-)

Anschließend ließen wir St. Ulrich und den Pillersee nochmal „links liegen“ und fuhren über einen kleinen, sehr schönen Trail von St. Adolari oberhalb St. Ulrichs an der ältesten Latschenkieferölbrennerei vorbei wieder zurück. Eine schöne, wenn auch eher kürzere Runde mit 31km und 850hm lag hinter uns.

Aber die längste und härteste Tour sollte ja auch noch kommen…

Am letzten Tag hatten wir uns die Steinplatte zum Ziel gesetzt. Konnte man leider auf der Karte nicht so gut erkennen, wie der Aufstieg sein würde, waren wir uns eigentlich einig: „Der Weg verläuft anfangs ziemlich gerade. Dann kann es nicht so steil sein. Die Serpentinen kommen erst später. Und es sind nicht so viele!“ Jaja… Der Weg verlief wirklich relativ gerade…aber leider gerade aus den Berg hoch. :-)Die Auffahrt über die asphaltierte Mautstraße war wie eine Wand. Es war einfach nur steil und man hatte den Eindruck, dass es kein Ende nehmen würde. Als dann auch noch die Serpentinen anfingen, wurde es richtig steil. Dafür war man dann relativ „schnell“ am Parkplatz der Steinplatte auf knapp 1400m von wo aus man schon einen tollen Panoramablick hatte. Unterwegs wurde man auch schon mit dem Blick auf den Großglockner belohnt. Weiter ging es von dort über geschotterte, sehr gut ausgebaute Wege über die Stallenalm zum Berghaus Kammerköhr auf knapp 1700m. Der Ausblick von dort war fantastisch. Von dem Berghaus kann man noch eine kleine etwa einstündige Runde über den Gipfelrundweg einschieben. Hier kann man noch einaml ca.220hm zusätzlich sammeln. Von hier aus fuhren wir dann über die Möseralm  und die Fußtalstube hinüber zur Loferer Alm. Teils über den Wanderweg, teils über die asphaltierte Straße fuhren wir schließlich ab nach Lofer und über Waidring wieder zurück nach St. Ulrich. Hier konnten wir immerhin 55km und 1600hm verbuchen.

Schließlich lag eine tolle Woche mit ca.250km und ca.5500hm hinter uns. Die Umgebung rund um St.Ulrich bietet eine Vielzahl toller Radrouten, die auch für Anfänger und Einsteiger gut machbar sind. Auch die Ausblicke von den einzelnen Bergen versprechen so einiges und die Mühe des Aufstieges lohnt sich. Schnelle Abfahrten und z.T. technisch anspruchsvolle Trails runden das Angebot ab.

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