Testberichte

Deuter Pace 30 Rucksack - Testbericht

01.10.2012

Deuter Pace 30 Rucksack – Testbericht

Deuter Pace 30 Rucksack – Erfahrungsbericht, Testbericht

Der Deuter Pace 30 liegt super am Rücken an!

Der Deuter Pace 30 liegt super am Rücken an!

Deuter Pace 30 - perfekte Passform am Rücken
Deuter Pace 30 – perfekte Passform am Rücken

Der neueste Artikel, den ich für euch ausführlich getestet habe ist der Deuter Pace 30. Doch bevor ich mich für diesen Rucksack entschieden habe, musste ich mir einige Fragen stellen:

Ein neuer Rucksack musste her – nur was für einen? Welches Volumen? Welche Ausstattung? Wofür brauche ich ihn eigentlich? Was sollte er alles können und was braucht er vielleicht nicht können? Von welcher Firma sollte er sein? All diese und noch mehr Fragen habe ich mir gestellt, sie versucht zu beantworten und mich für den Deuter Pace 30 entschieden. Im folgenden Praxistest möchte ich euch zeigen, was der Rucksack kann und wieso ich mich schlussendlich gerade für dieses Modell entschieden habe.

Design

Ansicht von der Seite mit Befestigungsmöglichkeite

Ansicht von der Seite mit Befestigungsmöglichkeite

In angenehm zeitlosem Design kommt er daher, der Deuter Pace 30. Wenig aufregend in schwarz-weiß gehalten, scheint er weniger mit seinem Aussehen als mehr mit seinem Können auftrumpfen zu wollen. Ein großes Hauptfach, je ein inneres und ein äußeres Deckelfach, zwei Seitentaschen sowie ein vorderes Zwischenfach, mehrere Möglichkeiten um von außen Material wie Stöcke, Eispickel oder anderes zu befestigen – scheinbar alles was ein normaler Bergrucksack so braucht. Doch viele dieser Elemente wurden mit Liebe zum Detail geplant, entworfen und umgesetzt und erleichtern vieles im Praxiseinsatz – doch dazu später mehr. Der Deuter Pace 30 bietet mit 30l Volumen ausreichend Platz für eintätige (oder kurze mehrtägige) Wandertouren sowie für Kletter- und Skitouren und spart gleichzeitig mit gerade einmal 900g doch einiges an Gewicht im Vergleich zur Konkurrenz. Das Volumen wurde hier aus meiner Sicht richtig gewählt – groß genug um alles wichtige für 1-2 Tage zu verstauen aber nicht zu groß, dass der Rucksack überdimensioniert wirkt oder bei normalem Gepäck nur halb bepackt auf dem Rücken sitzt – 30l ist hier ein perfekter Kompromiss.

Übrigens: Den Rucksack gibt es auch als Deuter Pace 28 (Damenversion) sowie als Deuter Pace 20 (für Minimalisten, als Daypack oder für sehr anstrengende Aktivitäten wie Skitourenrennen)

Tragekomfort, Praxistest

Rückenansicht Deuter Pace 30

Rückenansicht Deuter Pace 30

Gleich vorneweg: Der Deuter Pace 30 wurde nicht als Komfortwunder konzipiert sondern eher als leichtgewichtigen Begleiter für sportliche Situationen. Daher muss man auch auf extreme Polsterung von Hüft- und Schultergurt sowie der Rückenfläche verzichten. Aber (und das ist die gute Nachricht) – das tut dem Rucksack keinen Abbruch. Trotz sehr minimalistischer Hüftflossen und Schulterträger aus einer Art Netzkunststoff sitzt der Pace 30 auch bei schwererem Gewicht gut und satt auf dem Rücken. Dies ist sicherlich den anatomisch geformten Trägern und der guten Einstellbarkeit von Hüftflossen, Schulterträgern und Brustriemen zu verdanken, aber auch der angenehm geformten (wenn auch nicht übermäßig gepolsterten) Rückplatte. Auch beim Gehen, Klettern oder schnelleren Laufen sitzt der Rucksack satt am Rücken, wackelt nicht, baut auch nicht zu hoch auf oder steht / hängt nach hinten ab – damit erfüllt er aus meiner Sicht alle Anforderungen, die ein Rucksack in Bezug auf den Tragekomfort zu erfüllen hat. Wie bei allen anderen Rucksäcken auch kommt die Polsterung am Rücken mit dem Schweißtransport irgendwann nicht mehr hinterher – aber auch dies ist zu verkraften und auch bei der Konkurrenz nicht anders. Die Rückenpolsterung selbst ist wie oben angedeutet nicht extrem dick aber locker ausreichend. Die Rückenplatte ist durch einen Metallrahmen in U-Form stabilisiert und insgesamt eher flach gehalten – hier muss man austesten, ob der Rucksack gut am Rücken anliegt. Aus meiner Sicht muss ich sagen, dass der Deuter Pace 30 richtig schön satt am Rücken anliegt und gut passt. Zu beachten ist allerdings, dass man den Rucksack schon gewissenhaft packen sollte! Durch die relativ dünne Rückenpolsterung kann man sonst schlecht gepackte Ausrüstung am Rücken spüren und zerstört sich gegebenenfalls den guten Tragekomfort, den der Rucksack sonst bieten kann.

Weitere technische Details

Befestigungsmechanismus für Ski und andere Ausrüstung

Befestigungsmechanismus für Ski und andere Ausrüstung

Hüftflossen: einmal mit kleiner Tasche, einmal mit Befestigungsbügel
Hüftflossen: einmal mit kleiner Tasche, einmal mit Befestigungsbügel

Nun sollte ein guter Rucksack aber nicht nur hübsch aussehen und bequem sitzen, sondern auch sonst im Praxistest mit kleinen und großen technischen Details überzeugen können. Und davon hat der Deuter Pace 30 einige zu bieten. Da wären zum einen die obligatorischen Innen- und Außen-Fächern in der Deckeltasche sowie ein weiteres Innenfach auf der Rückenseite, die eine gute Organisation von Kleinkram und schnellen Zugriff auf Karten- oder Verbandsmaterial im Deckelfach ermöglichen. Die beiden seitlichen Außentaschen sind am oberen Rand mit einem Gummizug versehen und ermöglichen so eine gute Verstaubarkeit von Getränkeflaschen oder anderen Gegenständen, an die man schnell kommen sollte, ohne den Rucksack absetzen zu müssen. An den Seiten des Rucksacks befinden sich zusätzliche Riemen, die es zum einen ermöglichen, den Rucksack zu komprimieren. Zum anderen erlauben sie es aber auch, Ski oder anderes Material an den Seiten oder auch (wenn man die Riemen beider Seiten vereint) auf der Vorderseite zu befestigen. Eine sehr durchdachte Lösung, dass sich die Riemen je auf der Seite aber auch in Kombination zusammen benutzen lassen. Zusätzlich befinden sich auf der Vorderseite des Rucksacks mehrere Möglichkeiten um Stöcke, Pickel oder auch ein zusätzliches Helmfach anbringen zulassen. Ebenso befindet sich auf der Unterseite über zwei verstaubare Laschen die Möglichkeit eine Isomatte oder ähnliches zu befestigen.

Blick in den deuter pace 30 - Deckelfach, befülltes Hauptfach, aufklappbare Vordertasche

Blick in den Rucksack – Deckelfach, befülltes Hauptfach, aufklappbare Vordertasche

Notfalltips in der Deckeltasche
Notfalltips in der Deckeltasche

Der Deuter Pace 30 erlaubt Dank einer speziellen Öffnung und einer Befestigungsmöglichkeit am Träger auch die Verwendung eines Trinkschlauches – so ist man auch bei der Verwendung von entsprechenden Trinksystemen bestens gewappnet.

Ein weiteres sehr geschicktes Details: an einer der Hüftflossen ist eine Materialschlaufe, wie man sie vom Klettergurt kennt, befestigt. Gerade für den Einsatz bei Klettersteigen oder Mehrseillängenrouten kann es schon geschickt sein, wenn man etwas mehr Platz hat, um sein Material zu ordnen.

Einziger kleiner Negativpunkt der mir bei der ansonsten super Umsetzung der technischen Details beim Deuter Pace 30 aufgefallen ist: Die meisten der Riemen und Gurtbänder lassen sich nicht irgendwo einstecken sondern baumeln lose herum. Bei den Bändern am Rucksack selbst ist das wenig stören, aber gerade bei den Hüftbändern hat mich das persönlich etwas gestört, dass diese dort nach dem Festzurren rumbaumeln (allerdings lässt sich ein entsprechendes Plastikteil für wenige Euro beim Sportfachgeschäft erwerben oder man improvisiert und spannt einfach ein Gummiband herum – und schon sind die Bänder verstaut) – das einzige Negative lässt sich also relativ schnell ausbessern.

Haltbarkeit / Verarbeitung

Hier zeigt sich, dass Deuter schon jahrzente-lange Erfahrung in der Konzeption, Umsetzung und Herstellung von Rucksäcken hat. Der Deuter Pace 30 wirkt absolut hochwertig verarbeitet, jede Naht sitzt bombenfest, die Materialen fühlen sich mehr als robust und haltbar an. Mein letzter Deuter hat nach knapp 10 Jahren und beinahe täglichem Einsatz irgendwann aufgegeben – und der neue Pace 30 wirkt so, als könne er da mithalten. Man darf gespannt sein, was der Langzeittest hier bringt. Ich werde euch auf dem laufenden halten, ob die Qualität die so super wirkt, auch in der Langzeit-Praxis zu überzeugen weiß.

Fazit zum Deuter Pace 30

Wer auf der Suche nach einem Allround-Rucksack mit angemessenem Packvolumen für den sportlichen Einsatz ist – der ist mit dem Deuter Pace 30 perfekt bedient. Wer gleichzeitig noch ein wenig aufs Geld schaut erst recht – nur 79,95€ kostet der Rucksack – ein mehr als angemessener (und wie ich finde sehr niedriger Preis) für einen Rucksack wie diesen. Wer einen extrem komfortablen Trekking-Rucksack sucht und dennoch bei Deuter bleiben möchte, sollte sich vielleicht den Futura oder ähnliche Modelle ansehen.

Ansonsten kann ich jedem aktiven Bergsportler den Deuter Pace 30 mehr als empfehlen, da er wirklich in jedem Bereich zu überzeugen weiß.

Alle technische Fakten im Überblick

- SOS Label mit den wichtigsten Informationen für den Notfall

- Reflektoren für mehr Sicherheit

- Seitentaschen aus Stretchmaterial für Trinkflaschen o.ä.

- Trinkschlauch-Fixierung am Schulterträger

- Kompressionsriemen für die Befestigung von Ski

- Fronttasche für Handschuhe, Helm oder sonstigen Kleinkram

- Deckeltasche

- Innentasche für Wertsachen

- verstärkter Boden

- RV-Netztasche und Materialschlaufe an den Hüftflossen

- Pickel- und Stockhalterung

- flexibel-gespannter Delrin®Rahmen für mehr Stabilität bei minimalem Gewicht

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