Wild muss es sein, unerschlossen und exotisch so fiel die Wahl unseres letzten Bouldertrips auf Hampi und wir haben es wirklich nicht bereut! Nach einigen organisatorischen Dingen wie Tollwut und Hepatitis Impfung und Visa finden wir uns auch schon im Flugzeug, auf dem Weg zum Bouldern in Indien. Von München aus geht es über Istanbul nach Mumbai. Gut zehn Stunden später landen wir dort uns werden in ein riesiges chaotisches 30 C° heißes System ausgespuckt, wo wir uns erst mal sortieren müssen und versuchen Hampi als Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
Anreise zum Bouldergebiet Hampi

Straße von Hospet nach Hampi
Vom Flughafen geht‘s mit dem Taxi zum Victoria Terminus dem riesigen dreckigen vollgestopften Bahnhof Mumbai´s. Wie uns die einheimischen mit unserem Crashpad anschauen kann ich schwer beschreiben. Von hier ab werden Busse nach Hospet angeboten das ist die nächste größere Stadt etwa 45 Riksha Minuten entfernt von Hampi auf Grund der sehr bescheidenen Straßen in Indien entscheiden wir uns aber für den Zug.
Nach 12 Stunden sind wir in Goa und nach weiteren acht Stunden kommen wir gut ausgeschlafen in Hospet an. Eine Riksha kann man recht voll stopfen und so geht‘s mit chaotischem Tempo und lauter Musik nach Hampi
Hampi als Pilgerstätte
Wie wir feststellen ist Hampi nicht nur für felshungrige ein „Ausflugsziel“. Es ist die Geburtsstadt von Hanuman dem Affengott und so pilgern auch hunderte gläubige Hindus in den sonst überschaubaren Ort mit seinen antiken Tempelanlagen.

Hampi Bazar mit Haupttempel
Die Blocks finden sich auf Hampi Island welche von einem großen Fluss vom eigentlichen Hampi abgetrennt ist. Mit dem Boot geht es also ans ruhige Ufer der kleinen Insel wo wir im Goan Corner Guesthouse einchecken und uns vorkommen wie im Kletter-Paradies! „Mama Shamilla“, die Besitzerin der wildromantischen Bungalows kümmert sich einfach gut um einen und es fehlt an nichts. Es dauert nicht lange und wir treffen die ersten Gleichgesinnten Kletterer und Boulderer, wenn es auch nur eine Hand voll sind, die es nach Hampi zum bouldern zieht.
Boulderparadies Hampi
Im Guesthouse gibt es einen kleinen Boulderführer der die wichtigsten Boulder-Sektoren und Boulder-Blöcke mit Fototopos zeigt. Mir schwitzen die Finger als wir endlich nach fünf Gehminuten durch die Reisfelder mitten in den orangeroten Granitblöcken stehen und staunen, dies ist auch der Moment in dem wir realisieren, dass wir in Hampi angekommen sind.

Hampi Foodhill Area
Die Felskonstellationen sind beeindruckend und es gibt Blöcke in allen höhen und mit allen Möglichkeiten und in allen Schwierigkeiten! Sie sind alle sauber und extrem rau also vergesst euer Tape nicht, das ist dort unten nämlich nicht zu bekommen genau wie Chalk und Schuhe. Crashpads kann man mieten man sollte allerdings nicht zufiel erwarten und da das Crashpad umsonst als Sperrgepäck mitfliegen kann, sei es empfohlen eins mit zu nehmen. Wir haben jetzt sechs Wochen Zeit zum Bouldern und erleben den schönsten und entspanntesten Boulderurlaub den wir je hatten. Hampi ist echt billig, das essen ist unbeschreiblich und die Blöcke sind einfach genial. Wir klettern bis die Finger bluten, machen ein oder zwei Ruhetage an denen wir mit dem Moped die Gegend erkunden und klettern wieder…

Hampi, auf dem Weg zur Land’s End Area
Hampi als kleines Paradies
Die Palmen stehen zwischen den unzählbaren Blocks, das essen ist fein und die Leute sind gastfreundlich, was will man mehr. Die beste Zeit zum bouldern in Hampi ist zwischen November und Februar da sind die Temperaturen super und es regnet so gut wie nie.
Ihr solltet euch einen Reiseführer kaufen um das nötige know how über Indien zu erfahren. Wenn ihr dann noch mit dem essen ein wenig aufpasst und genug Sonnencreme Kraft und Kletterschuhe mitbringt werdet ihr eine unvergessliche Zeit in Hampi haben.

Surfer Traverse 7c+, Hampi


