Reise

Milford Track im Südwesten Neuseelands - The Finest Walk in the World

30.04.2012

Milford Track im Südwesten Neuseelands – The Finest Walk in the World

Per Boot kommt man an den Anfangspunkt des Tracks

Neuseeland als einer der Vorreiter im Bereich nachhaltiger Tourismus hat durch das DOC Office (Department of Conservation, eine Art nationaler Umweltschutzagentur) eine Institution geschaffen, die sich landesweit für das Natur- und Kulturerbe des Inselstaates einsetzt. Das Department of Conservation übernimmt die Aufgabe, das Naturschutzgebiet der neun „Great Walks“ (der Milford Sound Walk ist einer dieser „Great Walks“) zu verwalten. Meistens ist der Zugang zu solchen Gebieten zwar kostenlos, aber da der Milford Track über 4 Tage (54 km) geht und man natürlich auf dem Weg übernachten muss, fallen hier Kosten für die Nutzung der Hütten an. Diese werden vom DOC Instand gehalten sowie die Campingplätze, Wanderwege, Brücken und andere Einrichtungen der Naturschutzgebiete des Landes.

Organisatorisches

Der Milford Walk, gelegen im Fjordland-Nationalpark, gehört zu den 10 besten Wanderwegen der Welt und ist wahrscheinlich Neuseelands Attraktion Nummer 1. Dementsprechend beliebt ist die Wanderung auch. Für die kommende Saison sind Buchungen ab dem 7. Mai möglich und es bietet sich an, möglichst früh zu buchen, vor allem wenn man in den wärmsten Monaten wandern möchte (Sommer in NZ: Dezember – Februar). Natürlich gibt es auch Pauschalangebote vieler Reiseveranstalter, aber wer lieber auf eigene Faust organisiert, der bucht seinen „Wanderpass“ und einen Schlafplatz in den Hütten:  Kontaktdaten: +64-3-249 8514, fax +64-3-249 8515, E-Mail: greatwalksbooking@doc.govt.nz.

Am ersten Tag der Wanderung meldet man sich im Te Anau DOC Office, dort bekommt man seinen Pass und letzte Informationen. Sämtliche Kosten, die bei der Buchung entstehen, müssen bereits davor beglichen werden (Informationen zur Zahlung, Wetter, empfohlende Ausrüstung, etc. Steht im Details auf der Website des DOC und in der Buchungsbestätigung). Da das Wetter recht wechselhaft ist und es im Milford Sound im Frühling 50% der Zeit regnet, sollte man diese Informationen ausführlich lesen. Alle, die daran denken, den Walk im Oktober oder November zu machen, sollten auch beachten, dass später Schneefall und Schneeschmelze bestimmte Gebiete unbegehbar machen können und Lawinengefahr bestehen kann. In solchen Fällen bietet der DOC den Wanderern zwar an, die Gefahrenzonen per Hubschrauber zu umfliegen, um so den Walk weiterführen zu können, aber die Kosten dafür werden vom Wanderer selbst getragen. Bevor man also denkt, in den Genuss eines kostenlosen Hubschrauberfluges zu kommen, sollte man sich über die möglichen Kosten erkundigen.

Bei Sonnenschein boten die Bäche eine erfrischende Abwechslung zum Laufen

Kosten

Wie bereits erwähnt regnet es zu 50% im Milford Sound – übertragen auf unsere Wanderung bedeutete das, dass der Aufstieg an zwei Tagen komplett im Regen war. Es empfielt sich deshalb auf jeden Fall, für die Abende einen warmen Fleecepullover dabei zu haben. Allerdings gibt es in den Hütten, die auch noch neben einer Veranda über Gemeinschaftszimmer mit Kochstelle und Sitzgelegenhieten verfügen, keine Möglichkeit, seine nasse Kleidung zu trocknen (ausser in der Sonne natürlich). Zu den Hütten: man schläft in sehr sauberen, gut in Stand gehaltenen aber simplen Hütten (mehr braucht man sowieso nicht nach einem anstrengenden und ereignisreichen Tag).

An dieser Stelle soll nicht zu viel von dem Weg selbst verraten werden, nur soviel: der Milford Trek gehört zu den besten Dingen, die ich in meinem bisherigen Leben (ich bin 31 Jahre alt) machen durfte. Schlechte Laune, Blasen an de Füßen, Müdigkeit oder private Probleme sind spätestens am zweiten Tag nicht mehr relevant, wenn man ein Bad im einem der zahlreichen Wildwasserbäche nimmt, Wasserfälle bestaunt, Regen- und Mooswälder sowie Steppen durchwandert und  von Farnen bis hinzu alpinen Blumen wundervolle Flora zu sehen bekommt. Das Highlight und zugleich körperlich anstrengendste Teil der ganzen Wanderung ist natürlich, wenn man über mehrere Hängebrücken den höchsten Punkt des Wanderweges, den 1.073 Meter hohen Mackinnon-Pass mit Ausblick über die Fjordlandschaft, erreicht hat und seinen Wanderkollegen erschöpft aber glücklich um den Hals fällt.

Auch wenn ich als mittelmäßig trainierter Anfänger mit dem Aufstieg realativ gut klar gekommen bin, sollte man den Walk nicht unterschätzen. Leider ist einer der Wanderer während unseres Treks gestürzt, ein Helikopter musste kommen und die verletzte Person aus dem Gebirge rausholen. Deshalb ist es unumgänglich, die Telefonnummer des DOC-Büros mitsamt eines aufgeladenen Handys dabei zu haben. Auch wenn der ganze Trail gut gesichert und beschildert ist, es gab einige Stellen, die gerade im Regen sehr rutschig waren und von denen es steil bergab ging. Nichtsdestotrotz ist der Track aufgrund seiner wundervollen und sehr abwechslungsreichen Flora selbst für erfahrene Wanderer eine außergewöhnliche Erfahrung.

Einer der zahlreichen Wasserfälle entlang des Walks

Ich hoffe sehr, dass alle Wanderer dem DOC dabei helfen, durch verantwortungsvolles Verhalten während des Tracks dieses außergewöhnlich schöne Fleckchen der Erde für nachfolgende Generationen noch lange zu erhalten.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass mehr als 10 Kilo Gewicht im Rucksack nicht zu empfehlen sind, immerhin muss man eine Altitude von 800 Metern überwinden. Deshalb hatte ich mich für einen leichten und flexiblen  Rucksack von Salewa entschieden, sehr leichte Wanderschuhe von Salewa und eine Regenjacke von Marmot. Da es in den Hütten Kochstellen und Wasser gibt, muss man ledigleich sein Kochgeschirr mitbringen. Ein Art Kettle-Kochtopf (gibt es von Tatonka) war für die kurze Zeit für 2 Personen völlig ausreichend.

 

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