Marker DUKE 16, Elan ADRENALIN 16, Atomic TRACKER 16 und Salomon GUARDIAN 16, die neuen Freeridebindungen mit Walkmechanismus sind die Eintrittskarte für eine gute Freereidetour.
Käufer von Freerideski – also von „breiten“ Ski – mussten bisher, wenn sie auch mal mit Fellen hochsteigen wollten, auf die legendäre Freeridebindung Marker DUKE zurückgreifen, sicherlich für den abfahrtsorientierten Freerider keine schlechte Wahl, aber mit dem Gewicht von ca. 2,6 kg kein Leichtgewicht, und in Kombination mit breiten Freerideski kommen doch einige Kilo zusammen. Tourenbindungen, die natürlich erheblich leichter wären, kamen normalerweise nicht in Frage, weil sie aufgrund der Gewichtsersparnis einen schmalen Rahmen aufweisen oder nicht torsionsstabil genug sind und den Steuerimpuls so nicht direkt genug auf breite freerideski übertragen. Für die nächste Saison haben jetzt die großen Anbieter mit Marker gleichgezogen und je eine spezielle Freeridebindung im Programm – ADRENALIN 16 von Tyrolia und Head, TRACKER 16 von Atomic und die Baugleiche GUARDIAN 16 von Salomon und Scott. Im Prinzip sind sich diese Freeridebindungen sehr ähnlich – eine breite Plattform für eine gute Kraftübertragung auch bei Skibreiten von über 80mm, insgesamt eine stabile Konstruktion und damit auch ein ähnliches Gewicht, die Integration der Sicherheitsstandards der Alpinbindungen und hohe Z-Werte, Steighilfen und die Möglichkeit der Benutzung von Harscheisen. Auch die „Mutter“ aller Freeridebindungen ist noch einmal hinsichtlich der Steifigkeit und Kraftübertragung verbessert worden, die „Marker Duke EPF“ soll nun auch das letzte Quäntchen Kraft auf breite Ski übertragen! Trotz der Ähnlichkeit in Bezug auf Austattung, Preis und Gewicht unterscheiden sich die Bindungen letztendlich doch in nicht unwichtigen Details. Die Neue Duke von Marker – sie wird auch von Völkl in Kombintion mit den neuen TOUR FREERIDERN angeboten – ist jetzt noch einmal breiter gebaut, ihr spezieller Rahmen – extended power frame – ist auch auf sehr breite Ski ausgelegt. Im Gemechanismus wird die Freeridebindung in Anlehnung an den Montagepunkt von Langlaufbindungen um 40mm nach hinten verschoben. Ein aus unserer Sicht bestehender Nachteil ist allerdings nicht ausgeräumt worden. Um vom Geh- in den Fahrmodus zu kommen, muss die Freeridebindung geöffnet und ein etwas „pfriemeliges“ Hebelchen umgelegt werden. Gerade bei steilen Aufstiegen mit extremen Spitzkehren, in exponiertem Gelände oder aber bei kurzen Zwischenabfahrten wünscht man sich die einfache Verstellbarkeit per Skistock. Das ist bei allen anderen Tourenbindungen problemlos möglich, bei den 3 Mitbewerbern auch. Die GUARDIAN von Salomon – und auch die TRACKER von Atomic – sind im Besonderen durch eine sehr geringe Bauhöhe gekennzeichnet. Dank dieser tiefen Standfläche besteht eine größere Fahrstabilität und direkter Kontakt zum Terrain. Kritisch anmerken möchten wir hier allerdings, dass bei der Salomon GUARDIAN die ausklappbare Aufstiegshilfe einen etwas „mäppernen“, wenig Vertrauen erweckenden Eindruck machte. Auch gefallen hat uns das Modell ADRENALIN 16 von Tyrolia/Head. Alle Funktionen – Umstellung Geh-/ Fahrmodus, Ausklappen der Steighilfen ( 0, 7 u.13° ) – sind problemlos mit dem Skistock zu bedienen, leichtgängig und stabil, passende Harscheisen lassen sich ganz leicht –ohne Werkzeug- montieren.
ISPO News Skitouren Steigfelle
Steigfelle müssen normalerweise bei den breiten Freeridern auf die jeweilige Skibreite zugeschnitten werden, einige Skihersteller bieten bereits passende Felle zu bestimmten Ski an. Nordica hat eine solche Kombination bereits vor einem Jahr –Side Country Ski mit passendem Fell – vorgestellt, K2, Diamond Black und auch Völkl ziehen jetzt nach, wobei Diamond Black mit einer geänderten Plüsch-Konstruktion sogar verbesserte Gleiteigenschaften verspricht; auch Stöckli bietet für die tourentauglichen Stormrider-Modelle – VXL, LXL und Pit Pro – spezielle Felle an.
ISPO News Skistiefel
Auch bei den Skistiefeln gibt es immer mehr Modelle mit Vibramsohle und Walkmechanismus, allerdings sind diese „Freeridestiefel“ genauso schwer wie Alpinstiefel geblieben. Wirklich leichter sind nur abfahrtsorientierte Tourenmodelle, z.B. das Modell Maestrale RS ( Scarpa ), Cosmos ( Garmond ) oder Quadrant und Prime ( Black Diamond ), oder aber spezielle Freeridestiefel wie Mobe und Hurrican Pro ( Scarpa ), die auch nur knapp die Hälfte des Gewichts von Alpinstiefeln auf die Waage bringen, dabei aber eine sehr gute Abfahrtsperformance bieten. Man muss aber deutlich darauf hinweisen, dass eine solche Kombination Freerideski/ Freeridebindung nicht unbedingt geeignet ist, lange Aufstiege anzugehen, diese Bindungen wie auch die harten/schweren Freeridestiefel sind eher etwas für kurze Zustiege.
ISPO Fazit für Freeride Tourenausrüstung
Wer eine wirklich leichte Freerideausrüstung sucht, muss nach wir vor bei den Touren-Profis bleiben, Hagan und vor allem Dynafit bieten mittlerweile auch ausreichend breite Ski, passende Felle und die bewährten leichten Bindungen; vor allem aber die Anbieter von Toiurenskistiefeln – Dynafit , Hagan/Garmont, Diamond Black, Scarpa – haben mittlerweile auch diverse abfahrtsorientierte Modelle im Angebot, die aber immer noch in Bezug auf Gewicht und Walkmechanismus in erster Linie Tourenstiefel sind.
