Testberichte

Adidas Hydro Pro - der neue Canyoningschuh mit den drei Streifen

16.05.2012

Adidas Hydro Pro – der neue Canyoningschuh mit den drei Streifen

Adidas hat mit seiner Outdoor-Kollektion bisher sehr eindrücklich gezeigt, dass die drei Streifen auch fernab des Ball- und Mannschaftssports ihre Berechtigung haben - jetzt bringt Adidas sogar einen Canyoning-Schuh auf den Markt!

Bisher war der Markt an speziellen Schuhen fürs Canyoning recht übersichtlich – die meisten ambitionierten Hobbygeher und Guides setzten daher auf den Five Ten Canyoneer, der über einen hervorragenden Grip verfügt und somit das Maß der Dinge darstellt. Adidas hat über zwei Jahre an dem Schuh entwickelt, wobei der Input maßgeblich vom Adidas Canyoningteam kam – entstanden ist ein Schuh entwickelt von Praktikern für Praktiker. Im vergangenen Sommer 2011 bekam ich einen Hydro Pro aus den ersten Chargen, die nebenbei an diverse Canyoning-Anbieter zum Langzeittest ausgegeben wurde. Nach einem dreiviertel Jahr und über 60 Touren wage ich daher einen Vergleich zum Five Ten Canyoneer:

Der erste Eindruck war schon mal recht positiv – gefälliges Design ohne große Schnörkel. Keine Laschen oder Ähnliches was gerne frühzeitig verschleisst oder man daran irgendwo hängenbleibt.

Canyoningschuhe Adidas Hydro Pro

Canyoningschuhe Adidas Hydro Pro

Die Passform fällt etwas schmaler aus als beim Five Ten, was ich als positiv empfand, da somit die Führung ebenfalls besser ausfällt. Mit normalen bis schmalen Füßen bieten die 5.10s doch recht viel Spiel. Der Hydro Pro zeigt sich auch etwas fester im Knöchelbereich, was neben dem Schutz gegen Schläge und Stöße auch tendenziell besser gegen Umknicken schützt. Letzteres war für mich aber auch beim Canyoneer nie ein Problem. Vom Grip her war ich anfangs nicht überzeugt, allerdings entfaltet der Schuh nach 2-3 Touren sein volles Potenzial. In Sachen Grip ist er daher voll als ebenbürtig gegenüber dem 5.10 einzustufen. Einzig im extremen Matsch hält der Canyoneer aufgrund seiner Profiltiefe etwas besser. Die Schnürung beim Hydro Pro, die man von der Adidas Outdoor Schuhkollektion her kennt, lässt sich sehr leicht fixieren und lösen und liegt komplett unter dem soliden TPU-Obermaterial. Darin liegt ein wesentlicher Vorteil gegenüber dem Canyoneer, bei dem die außenliegenden Schnallen gerne in die Brüche gehen. Adidas versenkt alle außenliegenden Nähte, so dass hier kaum Abrieb stattfinden kann. Den Abschluss macht das breite Klettband, welches den Knöchel wiederum stützt. Bei höheren Sprüngen ist mir selbiges einige Male aufgegangen, allerdings sollte dies unter 15m Sprunghöhe kein Problem sein. Da der Adidas aus einem recht dichten Obermaterial besteht und keine Drainageöffnungen angebracht sind, fällt er deutlich wärmer aus als der Canyoneer. Mir haben selbst in extrem kalten Bächen 3mm Socken ausgereicht. Der Schuh nimmt aber kaum Wasser auf und wirkt dadurch nach dem Eintauchen nicht eine Tonne schwerer, was der ein oder andere befürchtet hat. Überaus positiv überrascht hat mich der Verschleiss, der nach vielen Touren im bayrischen und österreichischen Alpenraum, einer Woche im Tessin und auf Sardinien kaum feststellbar ist.

Fazit: der Hydro Pro ist zwar eine Ecke teurer als der Canyoneer, hält aber deutlich länger, verfügt über einen festeren Aufbau, eine bessere Schnürung und ist im Grip absolut gleichwertig! Für mich momentan der beste Schuh auf dem Markt und ab Anfang bis Mitte Mai 2012 exklusiv bei Bergzeit erhältlich!

 

3 Kommentare

  1. Vergleiche mit dem Bestard gibt es und einige meiner Kollegen tragen ihn beim Führen. Der Grip soll schlechter sein als beim 5.10 und Adidas. Der Halt im Knöchel ist dafür besser, da er vom Aufbau eher einem Bergstiefel gleicht. Nachteilig ist das dafür wieder beim Schwimmen. Patrik hat schon recht, dass der Adidas noch Potenzial nach oben hat. Die erste Serie war in der Tat nicht so haltbar, wie mein Testschuh! Sie sind aber dran…

  2. Ich habe den Hydr Pro nun 40 Touren am Fuss gehabt und er genauso kaputt wie ein 5.10. Subjektiv hält die Sohle vom 5.10 etwas besser, aber das ist zu vernachlässigen. Ausschlaggebend für den zweiten Adiadas-Schuh in dieser Saison ist für mich die bessere Fixierung am Fuss.
    Der Klettverschluss hat schon nach 30 Touren stark nachgelassen und muss mittlerweile nach jedem Wasserfall mit etwas mehr Strömung neu fixiert werden.
    Wer in kalten Gewässern unterwegs ist, der ist mit dem Hydro ebenfalls besser unterwegs.
    Ein gelungener Schuh, der noch Verbesserungspotential hat.

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