Testberichte

Trailrunningschuh Keen A86 TR

02.03.2012

Trailrunningschuh Keen A86 TR

Einzuordnen ist der Keen A86 wohl der neuen Gattung Laufschuhe die sich Natural Running nennt. Also Barfußlaufen für Warmduscher oder die erste Annäherung eines von Stützelementen verwöhnten Läufers ans natürliche Laufen – nämlich barfuß.

Passform

Reinschlupfen, wohlfühlen und das mit fast jeder Fußform. Das geschmeidige Obermaterial und die asymmetrische, weit nach vorne reichende Schnürung dieses Trailrunning Schuhs passt sich wunderbar an.

Form und Schnürung folgen perfekt dem Fuß

Praxis

Da ich schon mit Vivobarefoot und Merrell Barfußschuhen unterwegs bin, wollte ich mir den Keen A86 eigentlich als fetzigen, saubequemen Alltagsschuh zulegen. Schließlich war ich dann aber doch gespannt darauf, wie er sich beim Laufen verhält.

Draufsicht kompakter Fuß

Seitansicht kompakter Fuß

Auf den ersten paar Metern merkt man sofort die doch sehr starke Dämpfwirkung der Zwischensohle. Jedoch auch die fehlende Führung eines Laufschuhs mit Stützelementen. Der Fuß muss also von Anfang an arbeiten, bekommt aber nicht sofort die volle Härte des Untergrundes zu spüren.

Wenn man sich den Keen A86 genauer ansieht, erspürt man unter der sehr dünn gehaltenen, kaum vorgeformten Einlegesohle keine harte Zwischensohle. Man steht also sofort auf dem Dämpfungselement. Diese PU-Schicht ist allerdings so ideal hergestellt, dass sie nicht nur dämpft, sondern an der richtigen Stelle flext, nämlich unter dem Ballen. Eine seitliche Verwindungssteifigkeit fällt allerdings aus, die Sohle lässt sich nach belieben verdrehen. So hat der Fuß nach allen Richtungen Bewegungsfreiheit, kann sich also dem Untergrund anpassen, bekommt aber auf hartem Untergrund Schutz vor zu derben Stößen.

Beim Wechsel von befestigten Wegen auf unwegsameres Gelände merkt man jedoch sofort die geringere Rückmeldung im Vergleich zu einem Barfußschuh z.B. von Vivobarefoot. Der Fuß passt sich den Anforderungen dank der flexiblen Sohle an, man spürt aber nicht schon vorab was man unter der Sohle hat. Nach ein paar hundert Metern hat man sich daran gewöhnt und man gleicht diese Informationen mit anderen Sinne wieder aus.

Die Idee des Profil kennen eventuell noch einige aus früheren Tagen, Wanderschuhe oder auch Bundeswehr-Geländelaufschuhe waren nur mit Dots bewaffnet unterwegs. Keen hat allerdings nach unterschiedlichen Richtungen abgeschrägte Dots, was dem A86 ein aggressiveres Profil beschert und somit richtig guten Halt nach allen Richtungen gibt. Man fühlt sich sicher, auch im Kies und Dreck. Sogar im Schnee bietet er überraschend guten Halt. Steile schneebedeckte Wiesen bei mir im Park lauf ich ohne Eiertanz hoch.

Das aggressive “Dot-Profil”

Die vordere Hälfte des Trailrunningschuhs ist aus mehrlagigem Mesh, was Luft zirkulieren lässt, jedoch Steinchen und Staub recht gut Paroli bietet. Polstermaterial wurde nur wo nötig, um die Ferse und an der Zunge verwendet. Was ein Überhitzen spürbar entgegenwirkt aber trotzdem den nötigen Komfort bietet.

Zusammenfassung

Der Keen A86 ist ein Laufschuh der ins Gelände möchte. Die satte Passform und das aggressive Profil sprechen eindeutig dafür. Selbst die typische Keen-Nase schreit förmlich danach.

Draufsicht schlanker Fuß

Seitansicht schlanker Fuß

Die PU-Zwischensohle, die einen angenehmen Kompromiss zwischen Dämpfung, Flexibilität und Rückmeldung bietet, nimmt auch Asphaltstrecken den Schrecken.

Läufer die noch nie Barfuß gelaufen sind bietet der A86 einen sanften Umstieg auf dieses Thema. Jedoch sollte man auch bei diesem Natural Running Schuh auf dem Vor- bzw. Mittelfuß laufen. Schlampigen Fersenläufern bietet er, wie richtige Barfußschuhe zu wenig Führung und Stütze.

Naja und ein Hingucker ist der stylische Schuh allerdings auch wenn man ihn nur im Alltag trägt.

Schnellübersicht

Hersteller / Modell: Keen A86
Obermaterial [Futter]: Mesh/Textil/Polyester [Synthetik]
Sohle [Zwischensohle]: Non-marking Gummi [kompressionsgeformtes PU]
Gewicht: 476g (Paar, Gr. US 9.5)
Kategorie: L
Einsatz: Running
Leisten: natürliche Biegung, anschmiegsam

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