Testberichte

Test Tourenbindung Fritschi Freeride Pro

11.06.2012

Test Tourenbindung Fritschi Freeride Pro

Die Freeride Pro von Fritschi ist die abfahrtslastigste Tourenbindung vom Bindungshersteller aus dem Kandertal in der Schweiz. Kann die Diamir Freeride Pro mit den Abfahrtseigenschaften einer Marker Duke oder einer Alpinbindung mithalten? Oder ist die Freeride Pro doch nur eine Tourenbindung, die auch für breite Ski geeignet ist?

Mit der Freeride Pro versucht der Schweizer Hersteller Fritschi eine Bindung im „Freeride Mountaineering“-Segment zu platzieren. Früher hätte man wohl „Skibergsteigen“ dazu gesagt, gemeint ist aber das Gleiche: abfahrtsorientiertes Tourengehen mit Liftunterstützung in anspruchsvollem Gelände.

Der Z-Wert von 4-12 ist für den durchschnittlichen Fahrer (Größe und Gewicht betreffend) völlig ausreichend, selbst bei härterer Freeride-Gangart. Die Auslösung ist Din-genormt sowohl für Alpinschuhe, als auch für Tourenskischuhe. Dies ist der große Vorteil der Fritschi Freeride Pro bzw allen Bindungen von Diamir gegenüber den Konkurrenzprodukten von Marker oder Dynafit.

Das Gesamtgewicht pro Bindungspaar ist mit 2190 g nach akzeptabel. Die optional erhältlichen Harscheisen sind bis 110 mm erhältlich, die Skistopper sogar bis115 mm Breite verfügbar.

Einsteigen und Aufsteigen

Der Einstieg in die Bindung funktioniert problemlos und geht mit wenig Kraftaufwand von statten. Sofern man Schuhe mit Touren bzw. Vibramsohlen verwendet, ist darauf zu achten, dass man mittig – also wirklich gerade – einsteigt. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Vorder- oder Hinterbacken nicht optimal greift.

Die “Gliding Technology” ist deutlich spürbar, ermöglicht einen optimalen Drehpunkt beim Aufsteigen und hat mich schon oft positiv beeindruckt auf Touren. Ich finde den Drehpunkt bei der Fritschi Freeride Pro wie auch bei der artverwandten Fritschi Eagle noch angenehmer als bei den Dynafit-Lowtech Bindungen. Wer lange Ski verwendet braucht allerdings bei Spitzkehren etwas Übung, da der Ski durch die Gliding Technology recht schnell zurückschnellt. Schnelles Umsetzen des zweiten Skis ist daher Pflicht. Ungeübte werden damit zumindest zu Beginn noch etwas Schwierigkeiten haben.

Abfahren

Die Abfahrtseigenschaften der Fritschi Freeride Pro sind gut. Die Kraftübertragung bei einem mittelbreiten Freerideki um 100-105 mm Mittelbreite ist ansprechend. Negativ fällt jedoch die hohe Standhöhe auf. Vom Plastik sollte man sich hier nicht täuschen lassen, denn die Freeride Pro macht alles mit, was einem als Freerider so unter die Füße kommt. Die Schwünge können präzise eingeleitet werden und sowohl die Kraftübertragung als auch die Rückmeldung der Bindung war bei mir stets einwandfrei.

Die Bedienbarkeit ist traditionell eine der Stärken der Fritschi-Bindungen. Die vier Stufen der Steighilfe (0°/ 3°/ 9°/13°) sind problemlos mit dem Skistock einstellbar, ebenso das Ent- und Verriegeln für kurze Abfahrten geht mit einem Stockgriff sehr leicht. Die Einstellung des Z-Werts und die Anpassung an die Skischuhe sind im beiliegenden Benutzerhandbuch gut erklärt und einfach durchzuführen.

Fazit

Das Fazit der Fritschi Freeride Pro ist durchwegs positiv. Die Tourenbindung ist sehr anwenderfreundlich und bietet eine hohe Kompatibilität zu den verschiedenen Touren und Alpinskischuhen. Sowohl im Aufstieg als auch bei der Abfahrt macht die Freeride Pro eine gute Figur. In jeder Disziplin – also bergauf und bergab – gibt es jeweils spezifisch besser geeignete Modelle. Tourengeher können das hohe Gewicht als Nachteil sehen, Freerider die hohe Standhöhe. Die Fritschi Freeride Pro bietet aber einen tollen Kompromiss. Wenn man aus beiden Welten gute Eigenschaften in einer Bindung vereinet sucht und eher breite Freerideski fährt, dann ist man bei der Fritschi Freeride Pro genau richtig

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