Reise

Manua Kea Summit Trail auf Hawaii

21.05.2012

Manua Kea Summit Trail auf Hawaii

Der Manua Kea Summit Trail – oder wie man jegliche Vorbereitung völlig ignoriert

Der Manua Kea ( hawaiianisch für Weißer Berg ) auf Hawaii misst schnuckelige 4.214 Meter über dem Meeresspiegel und10.205 Meter, wenn man den Teil unter Wasser noch mitzählt.

Jepp wir waren auf dem höchsten Berg der Erde! ( Obwohl man sich diesen Berg und diese Tour jetzt wirklich nicht schön reden muss ). Ohne Trägerteam und zusätzlichen Sauerstoff – dafür mit einem Ironman in den Knochen, keinerlei wirklicher Information und einer gehörigen Portion Ignoranz.

Aber Leute – scheee woars – oder anders ausgedrückt – einfach nur geil!!!!

Zu der, zugegeben schon ziemlich vermessenen Zeit von etwa 11.00 h trafen wir voller Enthusiasmus am Visitor-Center, am Einstieg ( bei 2.800 m ) zum Summit Trail ein.Hier erfolgte eine kurze Registrierung bei den Rangern, die uns schon ein wenig skeptisch anschauen als wir uns in die Summit-Liste eintragen. Nach einem kurzen Gespräch und einem Blick ob er uns für geeignet hält lässt er uns dann aber doch noch so gegen 11.40 auf den Weg. Wir geben unsere Rückkehr für etwa 19.00 h an.

Beim Einstieg in den Trail lächeln wir uns noch an – schließlich sind wir auf unserer Trauminsel, auf dem Weg zu einem Traumgipfel – den Weg von ca. 7,6 Meilen sehen wir vollkommen locker – die 1.400 Höhenmeter und die Höhe als solches nehmen wir nur ganz am Rande zur Kenntnis.

Doch schon die ersten Meter sollten uns zu denken geben – 500 Höhenmeter auf etwa 1 Meile Strecke. – dazu lockerer Untergrund, Sand und Geröll – is halt ein Vulkan! – Das lässt Freude aufkommen.

Vorbei geht’s durch ein kurzes Stück trockener Hochlagenvegetation, welches sehr schnell durch eine unwirkliche, karge Landschaft, mit ein paar kleinen grünen Überbleibsel an Vegetation abgelöst wurde. Aber auch die sind kurze Zeit später schon Geschichte und wird erleben wie viele unterschiedliche Arten und Farben an Geröll und Sand es gibt.

Lag der Einstieg zum Trail noch unter der Wolkengrenze und bei recht angenehmen Temperaturen, so schleppten wir uns mittlerweile durch Wolken, Wind und lausige Kälte.

Irgendwie war auch unser Lächeln nicht mehr ganz so ausgeprägt wie zu Anfang.

Klar, dass wir unser perfektes Gipfelbezwinger-Dinner ( übriggebliebene Nudeln vom Vortag, verpackt in beleuchtete Plastik-Weizenbiergläser – ja, Stil und gute Ausrüstung müssen sich nicht ausschließen ) natürlich genau in der Wolkenregion einnahmen – wo auch sonst?!

Die Steine wurden größer und die Luft immer dünner, die Wolkengrenze lag allmählich unter uns und in traumhaftem Sonnenschein erreichten wir die Manua-Kea-Ice-Age-Area ( sprich die Permafrostzone ) sowie den Lake Waiau, den dritthöchst gelegenen Bergsee der USA – ok, die Größe ließ uns eher an eine größere Pfütze denken, als an einen See; wir haben den Namen jedoch nicht ausgesucht.

Ab hier ist das schwerste Stück eigentlich geschafft, was nun folgt ist eigentlich nur noch aufgrund der Höhe anstrengend. Mittlerweile war unser Lächeln so dünn wie die Luft in der wir uns bewegten.

Nachdem wir uns eine gefühlte Ewigkeit durch eine tadellose Mondlandschaft schleppten, ( tatsächlich testete die NASA hier die Mondfahrzeuge ) sahen wir sie zum ersten Mal. Sie schienen zum greifen nah – die strahlend weißen Kuppeln der Observatorien ( insgesamt sind es 13 an der Zahl ). Und da war es wieder das Lächeln – wir strahlten sozusagen mit den Kuppeln um die Wette. Wussten wir doch, oder glaubten zumindest zu wissen, dass wir jetzt gleich da sind – Oben – am Gipfel.

Doch so schnell unser Lächeln wieder kam, so schnell verschwand es auch wieder. Denn was so nah schien, real lediglich noch 1 Meile, war dann tatsächlich noch eine gute Stunde Gehzeit entfernt

Doch dachten wir, wir hätten es dann geschafft, der irrt. Ein perfides Spiel der Natur sorgt nämlich dafür, dass Du, obwohl Du eigentlich schon auf der Höhe des Gipfels bist, trotzdem noch nicht DA bist.

Nein, Du musst erst wieder ein gutes Stück absteigen um dann wieder auf den eigentlichen Gipfel hoch zu schnaufen.

Doch dann hatten wir es geschafft – wir waren auf dem Gipfel des Manua Kea. Und da war es auch wieder, das Lächeln, das jetzt zu einem breiten Grinsen wurde.

Nach einer kurzen Rast und dem gegenseitigen Versprechen zukünftig genauer hinzuschauen, wohin wir unsere Schritte lenken, begannen wir dann unseren Abstieg in einen der genialsten Sonnenuntergänge den wir je erlebt haben.

Dank eines freundlichen Autofahrers, der uns, als es dann stockdunkel war mit zur Talstation nahm, konnten wir uns dann kurz nach 19.00 h, vollkommen fertig, tatsächlich bei den Rangern abmelden und der dort allabendlich stattfindenden phänomenalen Sternenführung beiwohnen. 

Ein Kommentar

  1. bin zufällig auf deinen bericht gestossen. toll muss ich sagen. eine frage hätte ich dann aber doch. heisst dieser berg bzw vulkan nicht mauna kea?

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