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Testbericht Freeridebindung Marker Duke 16

06.12.2011

Testbericht Freeridebindung Marker Duke 16

Vor einigen Jahren führte der deutsche Bindungshersteller Marker mit der Marker Duke eine neue Skibindungskategorie ein, die Freeridebindung. Eine vollwertige Alpinbindung mit echten Aufstiegseigenschaften traf den Zahn der Zeit. Dem Wunsch vieler Freerider sich auch aus eigener Kraft Hänge den Berg hinaufzubewegen wurde damit entsprochen.

Die Marker Duke hat nicht nur einen coolen Namen und ein frisches Design, sondern traf seit ihrer Markteinführung den Nerv der Freeridegeneration: Vollgas bergab und dazu noch die Möglichkeit bergauf mit Tourenfellen auch in tiefem Schnee gut voranzukommen. Denn eines ist die Duke nicht: eine vollwertige Tourenbindung. Dazu sind Gewicht, Aufstiegsfunktion, Steighilfen und Bedienbarkeit nicht aufstiegsorientiert ausgelegt. Ihre Pluspunkte liegen eindeutig in den Abfahrtseigenschaften mit der Möglichkeit angemessen aufsteigen zu können.

Pros und Contras Freeridebindung Marker Duke

Die Abfahrtseigenschaften sind nur lobenswert. Gute Kraftübertragungswerte, hoher Z-Wert bis 16 und gute Auslösewerte. Einzig die Standhöhe wäre hier ein Kritikpunkt. Man stellt hier als abfahrtsorientierter Freerider quasi keinen Unterschied zu einer herkömmlichen Alpinbindung fest.

Wer beim maximalen Auslösewert auf die ganzen hohen Ziffern verzichten kann (6 bis 16 bei der Duke), der darf gerne zur Marker Baron 13 greifen. Bis auf die geringere Federhärte (4-13) ist sie technisch identisch zur Marker Duke und das Geldbeuterl wird um zirka 50 Eurotaler weniger erleichtert.

Die Aufstiegseigenschaften sind dahingehen schon differenzierter zu betrachten. Wer hart genug ist und mit einer guten Portion Ausdauer und Beinschmalz gesegnet ist, der wird auch nach 1500 Höhenmeter Aufstieg die Duke bei der Abfahrt zu schätzen wissen. Wer nicht ganz so masochistisch veranlagt ist, der setzt die Duke bei kleinen Anstiegen vom Lift aus ein. Das pistennahe Aufstiegsgelände ist der Duke nämlich wie auf den Leib geschneidert. Bei einem gemütlichen 300 Höhenmeter Aufstieg fallen die Negativpunkt der Duke auch kaum ins Auge: das hohe Gesamtgewicht, das bei jedem Schritt bewegt werden muss, die umständliche Bedienung der Steighilfen, der unökonomische Drehpunkt und das umständliche Ein- und Aussteigen beim Wechsel von Touren und Abfahrtsmodus bzw. umgekehrt. Alles zu vernachlässigen, sofern man fit genug ist, oder eine Liftfahrt den Gesamtaufstieg erleichtert.

Einige Detailverbesserungen haben neben den Designänderungen für erhöhte Haltbarkeit gesorgt, z.B. neue Materialien bei der Gleitplatte des Frontbackens.

 

Fazit

Die Marker Duke ist eine echte Freeridebindung, die es – dank sehr guter und direkter Kraftübertragung – erlaubt, auch mit breiten Ski das härteste Couloir oder den tiefsten Pulverschnee bewältigen zu können. Die Option noch auf den nächsten Gegenhang aufzusteigen, um damit unverspurtes Gelände zu finden macht sie einzigartig (abgesehen vom kleinen Bruder Marker Baron). Wer Kraft und Ausdauer hat, kann auch längere Touren mit der Duke gehen, andere Bindungen bieten hier aber mehr Aufstiegskomfort. Die Duke ist sprichwörtlich der SUV unter den Skibindungen: wer möchte, kann damit ins Gelände und selbst aufsteigen, wer nicht möchte hat als zusätzliches Gimmick ein Prestigeobjekt, das mindestens an der nächsten Schirmbar Eindruck schindet.

 

Vorteile Freeridebindung Marker Duke

  • Vollwertige Alpinbindung
  • Gute Kraftübertragung
  • Mit Touren- oder Alpinsohle fahrbar
  • Einfache Heimmontage dank Bohrschablone

Nachteile Freeridebindung Marker Duke

  • Bedienbarkeit der Tourenfunktion
  • Geringe oberste Stufe der Steighilfe
  • Hohes Gewicht
  • Standhöhe

Zubehör Freeridebindung Marker Duke

Mitgeliefert wird: Skistopper in 90mm, Anleitung, Klebeschablone
Erhältliches Zubehör: Skistopper (110/132mm); Harscheisen (82/92/113mm)
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