Leidenschaft

Das Big Wall Klettercentrum Senden im Kletterhallen-Check

21.12.2011

Das Big Wall Klettercentrum Senden im Kletterhallen-Check

Das Big Wall Klettercentrum Senden liegt am Rande eines Industriegebietes in Senden-Bösensell, mit dem Auto nur wenige Minuten von Münster entfernt. Big Wall – Das nenne ich mal eine Ansage. Ob der Name auch halten kann, was er verspricht? Von außen betrachtet hinterlässt die Kletterhalle zunächst mal einen zwiespältigen Eindruck. Man hat eher das Gefühl vor einem Wohnhaus zu stehen, nach einer Big Wall sieht das ganze jedenfalls nicht aus. Und auch das große Schild mit der Aufschrift “Biergarten” will nicht so recht zu einer Kletterhalle passen… Aber wir sind ja nicht da um nur zu gucken, sondern um zu klettern. Das Auto findet Platz auf dem Parkplatz hinter der Halle und der Kletterhallen Check kann beginnen.

Klettern, Bouldern, Fitness und Sauna

Blick in den linken Bereich der Halle

Blick in den linken Bereich der Halle

Auch beim Betreten der Big Wall Kletterhalle bleibt der Haus-Charakter zunächst bestehen. Über das Treppenhaus gelangt man in den Bistro-/Kassenbereich im ersten Obergeschoss der Kletterhalle. Hier sieht’s richtig gemütlich aus: Zahlreiche Tische laden direkt zum Verweilen ein, die Sonne scheint durch die Fensterfront mit Blick ins Grüne und richtig gute Musik (o.k., das ist immer Geschmacksache) schallt in gedämpfter Lautstärke aus den Lautsprechern. Rechterhand öffnet sich der Blick in die Kletterhalle. Wir werden freundlich begrüßt und einem “Sicherheits-Check” unterzogen. Genau so sollte es sein, wenn man eine unbekannte Kletterhalle zum ersten Mal betritt. Sicherheit wird hier vom Personal scheinbar groß geschrieben, das ist schon mal ein dicker Pluspunkt und leider keine Selbstverständlichkeit mehr… Nach dem Ausfüllen und Unterschreiben der Hallenordnung gibt’s eine kurze Einweisung in die Räumlichkeiten der Kletterhalle. Die Umkleiden, Sanitäranlagen und die Sauna befinden sich im Untergeschoss das man über eine Wendeltreppe vom Bistrobereich aus erreicht. Über das Treppenhaus gelangt man in den Boulderbereich in der zweiten Etage – den werden wir uns allerdings erst später ansehen. Der Fitnessraum befindet sich gleich neben dem Bistro in der ersten Etage, dafür ist allerdings eine extra Einweisung erforderlich. Da wir’s aber eh “nur” auf die Kletterhalle abgesehen haben, werfen wir nur einen kurzen Blick in den Fitnessraum. Etwas old school, aber wie’s aussieht, sind alle wichtigen Geräte vorhanden. Eigentlich gar kein schlechtes Konzept, Kletterhalle und Fitnessraum unter einem Dach zusammenzubringen.

Blick in die Halle

Blick in die Halle

Jetzt wollen wir uns aber endlich dem Herzstück, der eigentlichen Kletterhalle zuwenden. Dafür sind wir ja schließlich hier! Die Halle ist in zwei u-förmige Bereiche aufgeteilt. Im linken Teil befindet sich ein großer Abschnitt, der von der Struktur her einem natürlichen Felsen nachempfunden ist, der Rest der Halle ist mit den üblichen Holzplatten verkleidet. Insgesamt bietet die Big Wall Kletterhalle über 700 m2 Kletterfläche und etwa 80 verschiedene Routen. Der Schwierigkeitsgrad variiert von 2 bis 10, vom Anfänger bis zum Profi findet hier also jeder seine Route. Sowohl Toprope als auch Vorstieg sind hier möglich. Die Wandhöhe beträgt ca. 15 Meter, im ganz rechten Abschnitt dürften die Routen allerdings erheblich länger sein. Wer mag, und dazu noch über die nötige Kraft verfügt, kann hier zahlreiche Meter im Dach zurücklegen – sieht wirklich spannend aus. Wir lassen’s erstmal locker angehen und wärmen uns mit einer einfachen Route auf. Die ist schnell gemeistert und bringt ein wenig Beweglichkeit in die müden Knochen. Noch zwei, drei weitere leichte Routen und wir sind bereit für “ernstere” Aufgaben. Hier wird’s dann allerdings schon etwas schwieriger, was bei den leichten Routen kein Problem war, macht uns nun doch Schwierigkeiten: Die Griffe erscheinen uns zum Teil extrem abgenutzt und schmutzig und bieten selbst mit staubtrockenen Händen wenig Halt. Bei großen Henkeln kann man darüber hinwegsehen, aber bei den richtig kleinen Griffen und Tritten wird das zu einem echten Problem! Auch die Routenfindung wird durch die arg verschmutzten Griffe erschwert. Hinzu kommt, dass die Halle nicht wirklich gut ausgeleuchtet ist, wir tappen also im wahrsten Sinne des Wortes gelegentlich ein wenig im Dunkeln…

Strukturwand

Strukturwand

Da das vor allen Dingen für den rechten Bereich der Halle gilt, wechseln wir zurück in den linken Teil und versuchen uns an der Strukturwand. Hier macht das Klettern deutlich mehr Spaß und wir finden die eine oder andere richtig gute Route. Das stimmt versöhnlich. Zum Schluss wollen wir uns noch kurz den Boulderbereich unterm Dach ansehen um zum Ende nochmal zu bouldern: Auch hier sind die Griffe bereits in die Jahre gekommen aber die Auswahl an Bouldern in den unterschiedlichen Schwierigkeiten kann sich durchaus sehen lassen! Leider fällt durch das kleine Fenster so wenig Licht, dass die Kamera keine gescheiten Fotos macht.

Preise und Öffnungszeiten im Big Wall Klettercentrum Senden

Die Big Wall Kletterhalle in Senden-Bösensell hat Dienstags bis Donnerstags von 14-22:30 Uhr, Freitags von 10-22:30 Uhr und am Wochenende von 10-20 Uhr geöffnet. Eine Tageskarte für’s Klettern und für die Sauna kostet 10,90 €, wer nur den Boulderbereich nutzen möchte, ist mit 3,50 € dabei. Die Leihausrüstung gibt es für 1,50 € (Gurt) bzw. 2,50 € (Kletterschuhe).

Fazit zum Big Wall Kletterzentrum Senden

“Don’t judge a book by its cover!” – Dieser Satz gilt sicherlich auch für das Big Wall Klettercentrum in Senden. In familiärer Atmosphäre kann man sich hier an den unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden versuchen. Wünschenswert wäre eine Reinigung der Griffe und Tritte sowie die eine oder andere Lampe mehr zur Ausleuchtung der Halle. Dann würden gerade die Routen im rechten Bereich der Halle unserer Meinung nach noch sehr viel mehr Spaß machen.

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